Martin Blackwell verurteilt

Der Lebensgefährte der Mutter verletzte jungen Mann und seinen Freund mit kochend heißem Wasser

UPDATE (25.8.2016) Ein halbes Jahr ist es her, dass Anthony und sein Freund im Schlaf mit kochendem Wasser übergossen wurden und Verbrennungen bis zu 60 % erlitten. Der 48-jährige Fernfahrer Martin Luther Blackwell – der Freund von Anthonys Mutter – wurde nun zu 40 Jahren Haft verurteilt. Die Kläger hatten bis zu 80 Jahren gefordert.

Den Täter hat nicht Hass getrieben, vielmehr ist er ein Vertreter einer „old-school“ Denkweise

Seine Tat sei seelenlos und bösartig gewesen, sagte Richter Henry Newkirk. Es habe viele Momente gegeben, in denen Blackwell auf die Stimme der Vernunft hätte hören können. „Es dauert eine Weile, bis ein Topf Wasser kocht“, so Newkirk. Blackwells Anwältin hatte argumentiert, den Täter habe nicht Hass getrieben, vielmehr sei er ein Vertreter einer „old-school“ Denkweise. Zwar hat Georgia kein „Hate crime“-Gesetz, aber das FBI hatte im März wegen des Verdachts auf ein Hassverbrechen Ermittlungen aufgenommen. Das verbrühte Paar, Gooden und Tolbert, musste über einen langen Zeitraum behandelt werden; beide wurden mehrfach operiert.

Sie werden es überleben – es war ja nur ein bisschen heißes Wasser

Es war am 12. Februar, mitten in der Nacht in Atlanta, Georgia. Anthony Gooden (23) und sein Freund erwachten von einem stechenden Schmerz. Der Lebensgefährte seiner Mutter hatte die beiden mit kochendem Wasser übergossen. Später sagte Martin Luther Blackwell der Polizei, er habe ihren Anblick nicht ertragen: „Sie klebten aneinander wie zwei Hot Dogs, also kippte ich ein bisschen heißes Wasser drüber, um ihnen zu helfen. Sie werden es überleben – es war ja nur ein bisschen heißes Wasser.“

Homophobie Gewalt

„Ich konnte ihren Anblick nicht ertragen“, gab Blackwell zu Protokoll (Foto: Project Q Atlanta)

Die Männer mussten mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades ins Krankenhaus. Anthonys Freund Marquez Tolbert (21) hat Verbrennungen u. a. am Hals, wie man im Video sieht. An die Sonne zu gehen, schmerzt. Es fühlt sich an, sagt er, als werde er nochmal verbrüht. Er muss nun über zwei Jahre fast rund um die Uhr Thrombosestrümpfe tragen. Nachts kann er kaum schlafen. „Der Schmerz ist einfach immer da.“

Homophobie Gewalt

Marquez Tolbert hat schwere Verbrennungen erlitten (Foto: Go fund me)

Der Körper seines Freundes Anthony Gooden wurde zu 60 Prozent verbrannt. In mehreren Operationen wurden die Verletzungen an Gesicht, Hals, Rücken, Arme, Brust und Kopf behandelt. Er verbrachte mehrere Wochen im Krankenhaus. Als er schließlich entlassen wurde, beschloss das Paar, an die Öffentlichkeit zu gehen. Marquez gab dem Fernsehsender WSBTV ein Interview. Darin sagt er, dass die Attacke seine Lebenspläne geändert hätten: Er möchte nun anderen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Homophobie Gewalt

Marquez Tolbert (Foto: Project Q Atlanta)

Große Spendenbereitschaft

Ein Freund seiner Familie startete eine Online-Kampagne auf Go Fund Me gestartet, um Geld für die medizinische Behandlung zu sammeln. Man hoffte, auf 30.000 Dollar zu kommen. In fünf Monaten kamen 70.000 Dollar zusammen.

Im Bundesstaat Georgia, wo das Paar lebt, hat das Parlament mittlerweile ein Gesetz beschlossen, das die Diskriminierung von Schwulen und Lesben erlaubt. Es soll Glaubensgemeinschaften davor schützen, homosexuelle Paare trauen zu müssen.

Titelbild: Screenshot


25 Kommentare

  1. Axel Saxel

    Scheiß kotz USA.
    Wann zwingen 28 Europäische Staaten die US Gouvernante Merkel dazu, endlich die Yankees rauszuschmeißen , und ( oder ) zurückzutreten.

  2. Stefan Schmidt

    Ich hasse das Wort homophobie den eine Phobie heißt man hat Angst vor etwas
    Und Angst hat meiner Meinung nach niemand vor einem schwulen
    Es sind einfach nur dumme arschlöcher

  3. Jens Roediger

    Sozialwissenschaftlich steht Phobie auch für „eine tiefe Abneigung“, daher ist der Begriff Homophobie tatsächlich richtig.

    Psychologisch und physiologisch macht es übrigens auch kaum einen Unterschied, denn die Symptome bei Angst und tiefer Abneigung gleichen sich. Es ist daher (ab einem bestimmten individuellen Level von beidem) kaum möglich zwischen Angst und Abneigung zu unterscheiden.

    Abgesehen von der Begrifflichkeit stimmt die Einschätzung „dumme Arschlöcher“ aber.

  4. Jens Roediger

    Und das schreibe ich nicht, weil ich als Besserwisser auftreten möchte, sondern deshalb, weil die ganzen homophoben Arschlöcher sich immer auf der Begrifflichkeit „Phobie“ festhalten um damit eine ernsthafte Auseinandersetzung zu vermeiden.

  5. Bruno Kunisch

    Wie ist ein Mensch nur zu.so was fähig. Ich verstehe einfach nicht warum Menschen so ein Problem mit uns haben, wir tun niemanden was, belästigen niemand, es geht mir einfach nicht im den Kopf. Wir wollen nur glücklich sein wie andere auch.


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