5 Kasha Jacqueline youth conference c Tobias Boley

Kenia: Hilfe für LGBTI-Flüchtlinge

Hunderte Ugander fliehen ins Nachbarland

Queere Menschen haben es in Uganda schwer: Homosexualität wird mit Gefängnis bestraft, die Gesellschaft drängt sie an den Rand. 2014 trat ein Gesetz in Kraft, das sogar die „Beihilfe zur Homosexualität“ verbieten sollte. Zwar wurde es aufgrund eines Formfehlers für nichtig erklärt, ein neues Gesetz ist aber schon wieder auf dem Weg.

Das alles veranlasste Hunderte LGBTI, ihr Land zu verlassen. Weil der Weg nach Europa lang und teuer ist, fliehen viele zuerst nach Kenia.  Dort warten sie auf ein sogenanntes Resettlement, also die Aufnahme in ein sicheres Drittland.

Schlechter Zugang zu medizinischer Versorgung außerhalb der Camps

Das Problem: Viele LGBTI-Schutzsuchende leben nicht in einem der zwei großen Flüchtlingslager, sondern in ärmlichen Slums am Stadtrand der Hauptstadt Nairobi. Sie haben Angst vor homophoben Übergriffen, falls bekannt wird, weshalb sie ihre Heimat verlassen haben.

Kasha Nabagesera, ugandische Menschenrechtsaktivistin und Träger des Alternativen Nobelpreises, setzt sich für die Geflüchteten ein. Sie hat die Menschen besucht und ist dabei vor allem auf drei Probleme gestoßen.

Da LGBTI außerhalb der offiziellen Camps leben, sind sie öfter sexualisierter Gewalt und Erpressung ausgesetzt. Einige müssen sich prostituieren, um zu überleben. Außerdem erhalten sie so schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung. Schließlich sind auch die Mieten in den Slums teurer als in den vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR betreuten Lagern.

Mit Fast Food sollen die Unterkünfte finanziert werden

Deshalb hat sich Kasha etwas einfallen lassen, um den Schutzsuchenden zu helfen. Sie will die bereits bestehende Unterkunft für LGBTI ausbauen und eine neue errichten, um so 250 Flüchtlinge mehr unterzubringen.

Um diese Gemeinschaftsunterkünfte nachhaltig zu finanzieren, sollen Essensstände angeschafft werden. Dort sollen Rolex verkauft werden, das ist ugandisches Fast Food, abgeleitet von „rolled egg“, und bezeichnet eine Art Omelette, das in Chapati-Brot eingerollt wird. Für die Essensstände und die Unterkünfte sollen 18.000 Euro zusammenkommen.

Um das zu schaffen, hat sie sich Hilfe aus Nürnberg (dort gibt es seit Februar eine Unterkunft für LGBTI-Flüchtlinge – MÄNNER-Archiv) geholt. Denn die Stadt hat Kasha im Jahr 2013 den Menschenrechtspreis der Stadt verliehen. Deshalb hat sie Andrea Kuhn, Direktorin des Nürnberger Filmfestivals der Menschenrechte, und Uschi Unsinn, stadtbekannte Dragqueen, um Hilfe bei ihrer Kampagne gebeten.

„Wir arbeiten so lange, bis die Kohle da ist“

„Wir versuchen, durch Öffentlichkeitsarbeit möglichst viele Spenden zu sammeln“, erklärt Andrea Kuhn gegenüber MÄNNER. Dafür haben sie einen Blog gestartet, der die Kampagne vorstellt, und werden Institutionen, Firmen und Einzelpersonen ansprechen.

Besondere Hoffnung haben sie für die CSDs in Nürnberg und München. „Diese großen Plattformen wollen wir unbedingt mitnehmen“, erklärt Kuhn, „und dann machen wir einen Kassensturz. Idealerweise haben wir das Geld dann zusammen und es kann direkt nach Uganda gehen. Ansonsten arbeiten wir so lange weiter, bis die Kohle da ist.“

Wer Kasha Nabagesera unterstützen will, der findet alle Informationen sowie das Spendenkonto auf dem Blog.

Titelfoto: Tobias Boley, The Right Livelihood Award;  ISWI e.V.; Kasha bei der Preisverleihung des Alternativen Nobelpreises


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