Lilly Wachowski

Lilly Wachowski kommt raus

Auch die zweite Matrix-Regisseurin ist transgender. Das gab sie gestern bekannt.

Nachdem Matrix-Regisseurin Lana Wachowski die Welt nun schon drei Jahre lang als eine coolsten transsexuellen Frauen auf ihr entzückt, hat sich nun auch ihre Schwester, die bisher als ihr Bruder Andy Wachowski bekannt war, als transsexuell geoutet und bekannt gegeben, dass es nun Lana und Lilly Wachowski gibt. Am Dienstag veröffentlichte Lilly Wachowski in der „The Windy City Times“ ein sehr offenes Essay, indem sie ihre Entwicklung erklärte, aber leider auch bekannt geben musste, dass ihr Coming-out nicht ganz freiwillig ist, sondern auf Druck verschiedener Medien zustande kommt, die gedroht hatten, sie zu outen, unter ihnen das britische Klatschblatt „Daily Mail“. Sie schreibt: „Es war schon ein paar Mal fast soweit. Dem ging immer eine ominöse E-mail meines Agenten woraus, in der stand, dieser oder jener Reporter hätte nach einem Kommentar zu der „Andy Wachowski Transition Story“, an der er gerade arbeiten würde, gefragt. Ich habe auf die Drohung, mich gegen meinen Willen zu outen, mit einem Statement reagiert, das zehn Prozent Ironie, zehn Prozent Essig und 80 Prozent Benzin war.“ Am Montag Abend war ein Reporter der „Daily Mail“ an ihrer Tür aufgetaucht, hätte sie gesehen, und sie so gezwungen, dass Coming-out nun schneller als gewollt selbst zu vollziehen.

Aber, offensichtlich darf ich über den Zeitpunkt eben doch nicht allein entscheiden.

„Ich wusste, dass ich es zu einem bestimmten Zeitpunkt öffentlich machen würde“, so die Regisseurin. „Wenn man offen transgender lebt, lässt sich das auf Dauer schwer verbergen. Ich wollte und brauchte aber Zeit, um mit mir ins Reine zu kommen und meine Gedanken zu ordnen. … Aber, offensichtlich darf ich über den Zeitpunkt eben doch nicht allein entscheiden. … Lana und ich meiden die Presse. Ich finde es extrem schwierig über meine Arbeit zu sprechen und furchtbar, nach meinem Privatleben gefragt zu werden. …   Transgender zu sein, ist nicht leicht. Wir leben in einer Welt, in der die Mehrheit Zweigeschlechtlichkeit durchdrückt. Was bedeutet, dass man als trans* für den Rest seines Lebens in einer Welt lebt, die einem zu großen Teilen offen feindselig gegenüber tritt. Ich habe Glück. Ich habe die Unterstützung meiner Familie und die Mittel, um mir die Ärzte und Therapeuten leisten zu können, die es mir gestatten, diesen Prozess zu überstehen. Transgender ohne diese Unterstützung, die nicht wohlhabend sind und ohne viele Priviligien auskommen müssen, die mir selbstverständlich sind, sind nicht so glücklich dran. Und viele überleben eben nicht. 2015 stieg die Anzahl der Morde an trans* in den USA auf einen neuen Höchststand. Ein unproportional großer Anteil der Opfer waren POC-Frauen. Und das sind nur die Morde, von denen wir wissen. Da trans* nach ihrem Tod oft einfach dem einen oder anderen Geschlecht zugeschlagen werden, dürften die wahren Zahlen deutlich höher sein.“

So sahen Lana (links) and Lilly Wachowski 2013 bei der Premiere ihres Films "Cloudatlas" aus

So sahen Lana (links) and Lilly Wachowski 2013 bei der Premiere ihres Films „Cloudatlas“ aus

Und weiter: „Was auch mit dem Bild zu tun hat, dass die Medien oft noch von uns zeichnen und mit Politikern, die uns vorschreiben wollen, welche öffentliche Bedürfnisanstalt die richtige für uns ist. Wir sind keine Täter, die in Toiletten auf der Lauer liegen. Wir sind oft Opfer gesellschaftlich sanktionierter Gewalt. … Ich bin meiner Familie und meinen Freunden gegenüber längst out. Die meisten, mit denen ich arbeite, wissen es. Keiner hat ein Problem damit. Danke an meine Schwester. Nicht nur, weil sie es vorher gemacht hat, sondern weil sie einfach ein großartiger Mensch ist. Ohne die Unterstützung meiner Frau, meiner Freunde und meiner Familie wäre ich heute nicht hier.“

Hier das ganze Essay in der Windy City Times

Bild: Imago/AFLO

 

 

 


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