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Saudi Arabien: Todesstrafe für LGBTI

Lokale Medien berichten über die Pläne und fast hundert Verhaftungen

 

Laut der lokalen Tageszeitung Okaz, plant die Regierung in Saudi Arabien, die schon jetzt harten Strafen für Homosexualität noch einmal zu verschärfen und den Richtern auch die Möglichkeit zu geben, Homosexuelle und „Männer die versuchen wie Frauen auszusehen”, leichter zum Tode zu verurteilen. Diese Möglichkeit besteht zwar schon, wird aber gegenwärtig nie angewendet. Üblicherweise werden Peitschenhiebe oder lange Gefängnisstrafen verhängt. 2007 wurden zwei Männer zu jeweils 7000 Peitschenhieben verurteilt, die über mehrere Jahre vollstreckt wurden und dauerhafte körperliche Behinderungen der Verurteilten zur Folge hatten.

In den letzten sechs Monaten sollen drei Dutzend Männer wegen des Vorwurfs von Homosexualität verurteilt worden sein

In den letzten sechs Monaten sollen gut drei Dutzend Männer wegen des Vorwurfs von Homosexualität verhaftet und verurteilt worden sein. Dazu kommen, laut Okaz, 50 Fälle von „Crossdressing”.  Der neue Vorstoß in Richtung Verschärfung des Strafrechts kommt nach einer angeblich neuen Entwicklung, die „das soziale Gewebe” Saudi-Arabiens bedrohen würde. Sie besteht darin, dass auch saudische Männer in sozialen Medien und im Internet relativ freizügig mit ihrer Orientierung umgehen. Der Hashtag #I_am_gay_will_not_be_deterred („Ich bin schwul und werde mich auch nicht wieder davon abbringen lassen”) soll die Runde gemacht haben und „einen moralischen Aufruhr im saudischen Volk” ausgelöst haben, das in einer „gottesfürchtigen Nation” wohnt. Deswegen seien die härteren Maßnahmen notwendig. Der Koran sieht, genau wie die Bibel, in den Auslegungen einiger Gelehrter die Todesstrafe für Homosexualität vor.

Erst am Wochenende war ein Mann verhaftet worden, weil er eine Regenbogenfahne an seinem Haus befestigt hatte.

Bezug genommen wird hier auf die siebte Sure, Vers 80 – 84. Hier ist allerdings nur von „Den Sünden Lots” die Rede, für die man gesteinigt werden sollte. Erst am Wochenende war ein Mann verhaftet worden, weil er eine Regenbogenfahne an seinem Haus befestigt hatte. Der Mann soll die Fahne online gekauft haben, weil eines seiner Kinder die Farben „so schön“ gefunden habe. Der Vater sei sich über den LGBTI-Zusammenhang angeblich völlig im Unklaren gewesen. Dennoch gilt: „Ignorantia legis non excusa“, also Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Deshalb wurde der Mann von der saudischen Religionspolizei – dem sogenannten „Komitee zur Förderung von Tugend und der Verhinderung von Sünde“ – umgehend verhaftet. Denn eine Regenbogenflagge an einem drei Meter hohen Pfahl auf einem Hausdach Jedda, Provinz Mekka, sendet definitiv die falsche Tugendbotschaft. Laut lokalen Medienberichten wurde der Mann nach „Untersuchungen“ aus dem Gefängnis gegen Kaution wieder freigelassen. Er willigte ein, die Fahne zu entfernen. Andere Aufgaben des „Komitee zur Förderung von Tugend und der Verhinderung von Sünde” sind die Verhinderung von Alkoholkonsum und die Unterbindung von Zauberei.

Bild: Youtube


91 Kommentare

  1. Udo Mann Heim

    Nochmal, die Menschen in diesen Staaten leben in Diktaturen und nicht wie wir in einer noch bestehenden Demokratie. Und wenn ich an mein Coming out denke, da war die Reaktion einiger meine Tanten und Onkels auch nicht gerade das gelbe vom Ei. Wir können froh sein so sein zu dürfen wie wir sind und dankbar nicht in Saudi Arabien Brunai oder Russland zu leben.

    Es geht mir hier um die Differenzierung zwischen Staatsmacht/Form und Religion!

  2. Alfred Wilhelm

    Also nach 9/11 hat der Obermufti von Jakarta öffentlich das Attentat für richtig befunden, das war mein Schlüsselerlebnis betreffend meiner Einstellung zum Islam… Und solange sich jetzt nicht jeder Mullah von den neuen Richtlinien der Saudischen Regierung distanziert und darlegt, daß dies nichts mit dem Islam zu tun hat, bleibe ich bei meiner Einstellung zum Islam…

  3. Udo Mann Heim

    Alfred Wilhelm deine Meinung, nichts dagegen. Man(n) sollte sich aber kein Bild von der Aussage irgendeines Muffti, Pfarrers oder was auch immer machen. Das sind Menschen und der Islam ist eine Religion. Finde ich persönlich sehr kurzsichtig

  4. Achim Schipporeit

    Und dieses Land wird von unserer GroKo-Bundesregierung (unter Mitverantwortung der SPD!) immer wieder mit Waffen beliefert! Das ist beschähmend für die deutsche Sozialdemokratie. Wann hört das endlich auf? 🙁

  5. Alfred Wilhelm

    Jetzt gibst Du Dich aber ziemlich naiv… Wenn man weiß welchen Einfluß „irgendwelche” Imame auf das tägliche Leben vieler gläubiger Muslime haben, dann darf man, muß man sogar sowohl alle Äußerungen als auch alle stillschweigende Duldungen dieser Leute entsprechend werten. Seltsamerweise sind es aber eher irgendwelche unbedeutenden Muslime, die immer behaupten ihre Religion habe mit vielem Unrecht nichts zu tun… Von den Repräsentanten der Religion hört man so etwas nur selten bis gar nicht…

  6. Alfred Wilhelm

    Jetzt gibst Du Dich aber ziemlich naiv… Wenn man weiß welchen Einfluß „irgendwelche” Imame auf das tägliche Leben vieler gläubiger Muslime haben, dann darf man, muß man sogar sowohl alle Äußerungen als auch alle stillschweigende Duldungen dieser Leute entsprechend werten. Seltsamerweise sind es aber eher irgendwelche unbedeutenden Muslime, die immer behaupten ihre Religion habe mit vielem Unrecht nichts zu tun… Von den Repräsentanten der Religion hört man so etwas nur selten bis gar nicht…

  7. Ilias Gatzias

    Die sollen bloß zusehen das die schleunigst da raus kommen. Es ist mit Sicherheit sehr schwer die Familie zurück zu lassen aber das sollte wenn es um das eigene Leben geht zweitrangig sein.

  8. Ilias Gatzias

    Die sollen bloß zusehen das die schleunigst da raus kommen. Es ist mit Sicherheit sehr schwer die Familie zurück zu lassen aber das sollte wenn es um das eigene Leben geht zweitrangig sein.

  9. Wolfgang Brosche

    Genauso argumentieren Gabriele Kuby und die Demo für Alle; Homosexuelle zerstören die bürgerliche Gesellschaft… nur der halbaufgeklärte Anstand hindert sie, ähnliche Forderungen zu stellen. Mit den Gesetzen in Rußland sind diese Herrschaften aber einverstanden…

  10. Wolfgang Brosche

    Genauso argumentieren Gabriele Kuby und die Demo für Alle; Homosexuelle zerstören die bürgerliche Gesellschaft… nur der halbaufgeklärte Anstand hindert sie, ähnliche Forderungen zu stellen. Mit den Gesetzen in Rußland sind diese Herrschaften aber einverstanden…

  11. Henryk Thomas Kecher

    wer gibt euch eigentlich das Recht dazu über Menschen zu entscheiden.. euer Gott/wenn es den überhaupt gibt/ sollte euch bestrafen.. am lebendigen Leibe sollt ihr verfaulen..Ihr seit KRANK..

  12. Henryk Thomas Kecher

    wer gibt euch eigentlich das Recht dazu über Menschen zu entscheiden.. euer Gott/wenn es den überhaupt gibt/ sollte euch bestrafen.. am lebendigen Leibe sollt ihr verfaulen..Ihr seit KRANK..

  13. Vika Bling

    Es ist natürlich absolut falsch komplette Bevölkerungsgruppen zu verteufeln, in dem Fall Muslime. Aber das hat wohl was etwas mit der Religion zu tun, in den Fall Islam.
    Schau dir bitte dieses kurzes Video an, in dem Video sieht man wie ein ägyptischer Fernsehmoderator ausrastet, es geht um ISIS, Terroristen, Religion…

    https://youtu.be/BliBBAgdoL4

  14. Vika Bling

    Tja, Religionen -in dem Fall Islam -zu tun. Und bevor da gleich menace um die Ecke kommt, ich mache bewusst einen Unterschied zwischen einer Religion – Islam und Menschen – Muslime.

    Schau Euch bitte dieses kurzes Video an, in dem Video sieht man wie ein ägyptischer Fernsehmoderator ausrastet, es geht um ISIS, Terroristen, Religion…

    https://youtu.be/BliBBAgdoL4

  15. Alfred Wilhelm

    Immer schön bei den Tatsachen bleiben: Ich habe niemals alle Muslime verteufelt, sondern nur gesagt daß der Islam als Religion gefährlich ist. Das war das Christentum auch einmal, aber im Gegensatz zum Islam ist die christliche Welt weitestgehend säkularisiert und modernisiert und keiner käme mehr auf die Idee im Namen Christi Gräuel zu begehen oder das alte Testament als Rechtsgrundlage zu nehmen …

  16. Alfred Wilhelm

    Nur noch am Rande: Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (arabisch إعلان القاهرة حول حقوق الإنسان في الإسلام, DMG Iʿlān al-Qāhira ḥaula ḥuqūq al-insān fī l-Islām) ist eine 1990 beschlossene Erklärung der 56 Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz, welche die Scharīʿa als alleinige Grundlage von Menschenrechten definiert….Adama Dieng, ein Mitglied der Internationalen Juristenkommission, kritisiert die Kairoer Erklärung, weil
    1.sie den interkulturellen Konsens ernstlich bedrohe, der die Grundlage der internationalen Menschenrechte ist
    2.sie, im Namen der Verteidigung der Menschenrechte, zu untragbaren Diskriminierungen von Nichtmuslimen und Frauen führe
    3.sie, in Bezug auf bestimmte grundlegende Rechte und Freiheiten, einen gezielt einschränkenden Charakter aufweise, so dass bestimmte, wesentliche Bestimmungen unter dem geltenden Standard einiger islamischer Länder lägen
    4.sie, unter dem Schutz der islamischen Schari’a, die Legitimität von Praktiken, beispielsweise der Körperstrafen, bestätige, welche die Integrität und Würde des menschlichen Wesen angriffen WIKIPEDIA

  17. Stefan Klann

    Es ist schon erstaunlich, wie reflexartig das Gutmenschentum sich auf so einen Artikel meldet und andere belehrt und mahnt, den Islam nicht zu kritisieren. Und mal wieder mit fadenscheinigen Begründungen. Durchsichtig und ideologisch plump wie üblich.

  18. Mario Wilde

    Was leben wir dafür in einem toleranten Land, möge es bitte so bleiben, als wenn dadurch Homosexualität ab zu schaffen wäre, nur weil man so geboren wird, es sucht sich ja keiner aus

  19. Jimmy N. Hain

    Sind die dort so ungebildet? Das ist doch ein Wahnsinn bitte!
    Wie sollen „solche Menschen” die Gesellschaft gefährden? WIE?
    Jeder soll das ausleben dürfen, was er tatsächlich ist, darum geht es eigentlich im Leben eines jeden Menschen, oder? -> Freiheit.

  20. Martin Arz

    „Komitee zur Förderung von Tugend und der Verhinderung von Sünde” ist ja wohl das Beste. Mord ist also Tugend und Verhinderung von Sünde.


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