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Schweiz: Streit um schwulen Pfarrer

Homophobe Rassisten verhindern Wahl eines schwulen Kandidaten

Die Evangelischen Kirchgemeinden Bichelsee und Dussnang teilen sich bisher einen Pfarrer. Doch über den neuen Pfarrer sind sie geteilter Meinung. 

Der alte, Walter Oberkircher, geht nächstes Jahr in Pension. Eine gemeinsame Pfarrwahlkommission der beiden benachbarten Gemeinden hatte einen Nachfolger gefunden, der derzeit noch in Straubenzell arbeitet. Dessen Namen nennen wir auf seinen eigenen Wunsch nicht, denn nachdem bekannt worden war, dass man sich in Dussnang für ihn entschieden hat, während die Leute in Bichelsee ihn mehrheitlich ablehnen, klingelt sein Telefon unentwegt. 

Der umstrittene Pfarrer ist schwul. Sein Partner ist katholisch und schwarz. In Bichelsee die perfekten Zutaten für einen Skandal. In seiner jetzigen Gemeinde hat das nie eine Rolle gespielt, sagt er gegenüber MÄNNER. Dort ist man traurig, dass er möglicherweise gehen wird. Wobei es nach der Abstimmung in Bichelsee gerade nicht danach aussieht.

Ende Februar begann die weitgehend unbekannte Gruppe «Evangelica Tannzapfen» Stimmung gegen den Nachfolger Oberkirchers zu machen. Immer wieder wurde in anonymen Mails seine Homosexualität und die Hautfarbe seines Partners thematisiert. Es wurde suggeriert, er sei nicht wählbar und nicht bibelfest. Die Hetze war erfolgreich: Bei der Abstimmung über den neuen Pfarrer gab es mehr Enthaltungen als Ja-Stimmen. Der Gemeindepräsident von Bichelsee, Beat Weibel, nannte die Vorgänge gegen MÄNNER „nicht nachvollziehbar” und „rassistisch”. Bei der anschließenden Pfarrwahl in Dussnang hingegen wurde der schwule Kandidat mit einer deutlichen Mehrheit von 59 (von insgesamt 73) Stimmen gewählt.

Ob er nun als Teilzeit-Pfarrer nach Dussnang geht – dazu wollte er sich gestern nicht äußern. „Ich möchte im Moment einfach nur meine Ruhe. Außerdem will ich mich und meinen Partner schützen.”

Auch in Deutschland gibt es immer wieder Kirchengemeinden, in denen Homophobie herrscht. Im Sommer setzte ein Gemeinde in Chemnitz einen schwulen Kantor vor die Tür.

Titelbild: Bichelsee-Balterswil Information


21 Kommentare

  1. Walter Oberschlick

    Oft sind die die am lautesten nach „den christlichen Werten” schreien, die die diese Werte am gröbsten verletzen und verleugnen…”ehe der Hahn dreimal gekräht hat…”

  2. Bernhard Jemand

    Nun das geht wirklich nicht schwul und dann noch mir einem schwarzen zusammen ,ja sag mal sind das nicht auch christen besser er ist mit einem zusammen als wenn er sich an kinder vergreift .man sollte schon mal ans umdenken gehen sind doch nicht im mittelalter ..pfarrer sind auch menschen mit bedürfnissen oder ..

  3. Michael Offermann

    Dat is doch völlig egal, welche Hautfarbe man hat und wenn man liebt. Die Liebe kennt keine Grenzen, da ist es egal ob man Hetero, Schwul oder Lesbisch ist. Den wo die Liebe im Spiel ist, da ist der Liebe Gott im Spiel! Wenn der Pfarrer Hetero gewesen wäre, und eine farbige Frau geliebt hätte, hätte sich bestimmt keiner so aufgeregt, aber bei einem farbigen Mann sah das ganz anders aus. Wieso spielt die Hautfarbe und die Sexualität in der Gesellschaft so eine wichtige Rolle? Sollte man nicht den Menschen so annehmen und Akzeptieren, so wie er ist! Ich finde es furchtbar, wie man abgestempelt wird, nur weil man anderes ist, einen Mann liebt und dann auch noch einen farbigen. Jeder einzelne Mensch ist einzigartig und liebenswert, man sollte ihn mit Toleranz und Respekt begegnen. Die würde des Menschen, ist unantastbar, heißt es im Grundgesetz. Oder wie Jesus es gesagt hat: ” Liebe deinen nächsten, wie Dich selbst ” oder ” Was ihr einen meinen geringsten getan habt, dass habt ihr mir getan „. Wo ist denn die nächsten Liebe geblieben? Passt Du nicht zur Gesellschaft, wirst Du direkt verurteilt, wenn nicht sogar angeriffen.

  4. Sven Meinhardt

    Wenn Gott das Wirklich nicht gewollt hätte …. warum gib es denn überhaupt Schwule u. Lesben ich weiß das Gott mich lieb und der weiß das ich Schwul bin denn er lieb mich soooo wie ich bin sonst hätte mich Gott nicht auf die welt geholt

    Das Problem ist nicht Gott Sonden die , die denken Gott wirklich zu kennen und denken Gott hätte das nicht gewollt aber falsch Gott lieb alle ….. egal was oder wer du bist

  5. Männer Magazin

    Herr Krieg, falls Sie sich fragen, wann es lächerlich wirkt, bei egal welchem Thema auf die (natürlich oft problematische) Situation in islamischen Ländern hinzuweisen: jetzt.

  6. Hénning Cordes

    Schlimm das es manche nicht in den Kopf bekommen Mensch ist Mensch und Liebe kennt keine Unterschiede. Würden das alle kapieren wäre die Welt schon ein bißchen friedlicher. In diesem Sinne Euch allen ein schönes Osterfest .


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