JUSTIN FASHANU (NORWICH CITY). FOOTBALL 1979/80. CREDIT: COLORSPORT

Sieben schwule Fußballspieler?

Justin Fashanus Nichte sagt, sie kennt sieben schwule, englische Oberligaspieler

Justin Fashanu wurde 1990 der erste offen schwule Fußballspieler der Welt, was sein Leben zerstörte. Nach jahrelangem Spießrutenlaufen erhängte er sich 1998 in seiner Garage. Vor nicht einmal 20 Jahren. Inzwischen sind die Verhältnisse andere, Thomas Hitzlsperger ist der bekannteste schwule Fußballspieler der Welt und erfolgreich als Kommentator im deutschen Fernsehen, Robbie Rogers spielt offen schwul sehr erfolgreich Fußball in den USA. Trotzdem ist Homosexualität im publikumsstärkten Sport der erde nach wie vor ein Tabu, besonders, wenn es dabei um viel Geld geht.

 Ich persönlich kenne sieben schwule Spieler in der britischen Oberliga. Werde aber natürlich nie sagen, wer sie sind.

Fashanus Familie trägt seit Jahren dazu bei, das zu ändern, in dem sie immer wieder auf sein Schicksal aufmerksam macht. Justins Nichte Amal ist eine bekannte Moderatorin im britischen Fernsehen und hat mit einem Interview nun dafür gesorgt, dass das Thema wieder in der Diskussion ist, weil sie davon berichtet hat, wie schwer es schwule Spieler immer noch haben. Sie sagte: „Ich persönlich kenne sieben schwule Spieler in der britischen Oberliga. Werde aber natürlich nie sagen, wer sie sind. Ich würde nie jemanden gegen seinen Willen outen. Eigentlich möchte man einfach ehrlich sein, schon, weil ich glaube, es würde ihnen helfen, offener damit umzugehen. Aber, diese Entscheidung können sie nur allein treffen. Die Welt des Fußballs ist ein dunkler Ort. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es ist, heute ein schwuler, aktiver Fußballer zu sein. Das ist sicher nach wie vor, sehr, sehr schwierig.”

Er sagte, er sei davon überzeugt, dass es in den nächsten fünf Jahren offen schwule Spieler im englischen Profifussball geben würde.

Ivan Gazidis, der Geschäftsführer von Arsenal, hatte am Wochenende auf einer Konferenz über Homosexualität im Sport in London  ein positiveres Bild vom englischen Fussball gezeichnet. Er sagte, er sei davon überzeugt, dass es in den nächsten fünf Jahren offen schwule Spieler im englischen Profifussball geben würde. „Sport ist ein sehr wettbewerbsorientierter Bereich. Und wer sich den Talenten aus einem bestimmten Gesellschaftsbereich gegenüber verschließt, wird nicht lange wettbewerbsfähig bleiben.” Gazidis hat vor seiner Karriere im Fußball, in seinem Heimatland Südafrika gegen die Apartheid gestritten. Arsenal war der erste Club in Großbritannien, der sich offensiv um seine schwulen Fans gekümmert hat und dessen Spieler als erste die solidarische Regenbogenbinde an ihren Uniformen trugen.

Bild: ColorSports


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