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Ständerat für Stiefkindadoption

Die "kleine Kammer" des Schweizer Parlaments unterstützt Regenbogenfamilien

Am Ende waren es 25 zu 14 Stimmen mit denen der Ständerat heute morgen für eine Anpassung des Zivilgesetzbuches stimmte, die bedeutet, dass gleichgeschlechtliche Paare zukünftig das leibliche Kind ihres eingetragenen Partners adoptieren können. Auf gut deutsch: Die Stiefkindadoption ist einen großen Schritt weiter, aber noch nicht durch, denn dazu muss erst der Nationalrat so entscheiden wie der Ständerat, der sowas ist, wie eine Vertretung der Kantone. Damit hat sich der Ständerat ganz am Wohl des Kindes orientiert und für die Gleichstellung von Kindern unabhängig des Zivilstandes der Eltern eingesetzt und die Schweiz hat nach der knappen Abstimmung über das Verbot der Eheöffnung einmal mehr bewiesen, dass mehr Fortschritt in den Eidgenossen steckt, als man so annehmen könnte.
Wir sind froh, dass die dringend notwendige rechtliche Absicherung für unsere Kinder und Familien schon bald möglich sein wird, und hoffen auf eine rasche Umsetzung,
„Wir sind froh, dass die dringend notwendige rechtliche Absicherung für unsere Kinder und Familien schon bald möglich sein wird, und hoffen auf eine rasche Umsetzung,“ kommentiert Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbands Regenbogenfamilien, die erfreuliche Entwicklung. „Jedes Kind hat Anrecht auf Anerkennung seiner Familie Gleichgeschlechtliche Paare sind ebenso wie gegengeschlechtliche Paare in der Lage, Kinder zu betreuen, Elternrechte und -pflichten wahrzunehmen, das Wohl ihrer Kinder zu wahren und deren Entwicklung zu fördern. Bereits heute wachsen in der Schweiz tausende Kinder in Regenbogenfamilien auf. Was jedoch fehlt, ist ein Gesetz, welches ihre Lebensrealität anerkennt und auch im Fall von Invalidität oder Tod eines Elternteils rechtlichen Schutz bietet. Die Revision des Adoptionsrechts will diese Gesetzeslücke schliessen und damit einen diskriminierenden Missstand beseitigen – denn jedes Kind hat Anrecht auf Anerkennung seiner Familie und die damit einhergehende Absicherung.“ „Kinder sind keine Luxusgüter die Mann/Frau in einer eingetragenen Partnerschaft erwerben können», sagte Ständerat Damian Müller (FDP/LU).
Stiefkindadoption

Maria von Känel

Das Gesetz ist ein entscheidender Schritt zur Gleichbehandlung und Absicherung von Kindern, die bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen. Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, d.h. in Familien in denen sich mindestens ein Elternteil als lesbisch, schwul, bisexuell oder trans* definiert, leben in den meisten Fällen mit zwei Elternteilen zusammen. Doch rechtlich wird nur einer von beiden anerkannt. Damit wird den Kindern allein wegen der sexuellen Orientierung ihrer Eltern faktisch die Möglichkeit genommen, rechtlich und finanziell vollumfänglich abgesichert zu leben. Der Ständerat hat jetzt beschlossen, diesen diskriminierenden Missstand zu beseitigen. Konkret soll die Gesetzesvorlage bewirken, dass eine Person das Kind ihres Partners bzw. ihrer Partnerin adoptieren kann, sofern der zweite leibliche Elternteil des Kindes nicht bekannt, verstorben oder mit der Übertragung seiner Rechte und Pflichten einverstanden ist und unter der Bedingung, dass die Adoption die beste Lösung für das Kindeswohl darstellt. Durch die neue gesetzliche Bestimmung wird zum Beispiel sichergestellt, dass Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, im Falle des Todes ihres leiblichen Elternteils bei ihrem zweiten Elternteil verbleiben können und nicht fremdplatziert werden. Im Falle des Todes ihres nicht-leiblichen rechtlichen Elternteils haben sie einen Erbanspruch sowie einen Anspruch auf Waisenrente. Des Weiteren wird gewährleistet, dass sie ihren zweiten rechtlichen Elternteil im Trennungsfall weiterhin sehen können und auch einen gesetzlichen Anspruch auf Unterhalt haben.

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