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160 CEOs gegen North Carolina

Die Geschäftsführer vieler großer Marken haben einen offenen Brief an Gouverneur Pat McCrory unterschrieben, um das Hassgesetz abzuschaffen

Die Geschäftsführer und CEOs von über 160 internationalen Firmen haben einen offenen Brief an North Carolinas Gouverneur Pat McCrory unterschrieben in dem sie unmißverständlich auffordern, dass Anti-LGBTI-Hassgesetz HB2, das der US-Bundesstaat Ende März eingeführt hat, wieder zu beseitigen. Das Gesetz hatte in den gesamten USA und international Unverständnis und teilweise heftige Reaktionen von Aktivisten ausgelöst. Ein Zitat aus dem Brief: „Diskriminierung ist falsch und sollte, so glauben wir, keinen Platz in North Carolina oder irgendwo anders in unserem Land haben. Als Firmen, die stolz auf ihre Politik der Inklusion sind und jeden willkommen heißen, bitten wir die Führung von North Carolina dringend, dieses Gesetz in der kommenden Sitzung des Landesparlaments wieder abzuschaffen.”

North Carolina hat allein in den letzten Wochen mehrere tausend Jobs verloren, weil es das Gesetz gibt

Organisiert hat die Unterschriften-Aktion die größte LGBTI-Organisation der USA, die Human Rights Campaign. Und hat dabei nicht irgendwen angesprochen. Die zehn größten Unternehmen der USA sind genauso dabei wie weltbekannte Marken wie Levi Strauss, Google, Yahoo, Kellog, Air bnb, Bloomberg oder Youtube. Und es kommen täglich neue dazu. North Carolina ist in einer schwierigen Lage, weil die überstürzte Verabschiedung von HB2 den Staat inzwischen Milliarden kostet und die Proteste gegen das Gesetz nicht nur anhalten, sondern der Druck auf den republikanischen Gouverneur und seine Partei jeden Tag wächst. Nach Berechnungen von Experten hat North Carolina allein in den letzten Wochen mehrere tausend Jobs verloren und  viele, viele Millionen an Investitionen durch Firmen nicht bekommen, weil es das Gesetz gibt.

Auch der Cirque de Soleil sagte alle seine Auftritte in North Carolina ab.

Von der PR-Katastrophe für den Staat und seine Politiker mal ganz abgesehen. Nachdem schon Bruce Springsteen, Bryan Adams, Cyndi Lauper, Mumford and Sons, Ringo Star, Sharon Stone und viele andere künstlerische Konsequenzen gezogen hatten und Konzerte oder Auftritte absagten oder die Einnahmen der LGBTI-Community spendeten, cancelte gestern der Cirque de Soleil alle seine Auftritte in North Carolina und gab öffentlich bekannt, man wolle den vielen LGBTI-Mitarbeitern der Firma nicht zumuten, in einem Staat arbeiten zu müssen, in dem sie nicht willkommen seien. Und auch das Weiße Haus hat das Gesetz öffentlich scharf kritisiert und prüft, ob North Carolina sich wegen HB2 verfassungswidrig verhält und man den Staat deswegen Milliarden Dollar Förderung streichen muss.

Bild: Imago/Ralph Peters

 


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