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45 Rabbis und acht Bischöfe gegen HB2

North Carolina: Die religiösen Führer, für die das Anti-LGBTI-Gesetz gedacht ist, wollen es nicht

Pat McCrory, der Gouverneur des US-Bundesstaates North Carolina, hat jeden Tag ein neues Problem wegen seines Anti-LGBTI-Hassgesetzes. Mal ganz abgesehen von dem wirtschaftlichen und Image-Schaden, den er seiner Heimat mit der Einführung von HB2 zugefügt hat und weiter zufügt, die eigentliche Zielgruppe des Gesetzes, die religiöse Rechte von North Carolina, will das Gesetz nur bedingt. Und viele religiöse Führer sprechen sich sogar offen dagegen aus. In den letzten Tagen haben laut eines Berichts des Webportals WRAL 45 Rabbiner des Staates und alle acht Bischöfe der Methodisten-Kirche von North Carolina Protestschreiben an den Gouverneur abgeschickt, in denen sie sich für die Abschaffung des Gesetzes aussprechen.

HB2 richtet sich gegen die angreifbarsten Gruppen unserer Gesellschaft und beraubt sie der Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Rabbinerin Lucy Dinner, von einem Tempel in Raleigh, sagte, bevor sie gestern mit einigen Regierungsmitgliedern einen Pesach-Gottesdienst abhielt, während einer Pressekonferenz: „HB2 richtet sich gegen die angreifbarsten Gruppen unserer Gesellschaft und beraubt sie der Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wir sind heute auch hier, um die Regierung von North Carolina und den Gouverneur inständig darum zu bitten, alle Menschen das tun zu lassen, was sie tun möchten. Das gilt nicht nur für die Wahl der öffentlichen Toilette, die ihrem empfundenen Geschlecht angemessen ist, obwohl das Verwehren dieser Möglichkeit schlimm genug ist. Aber HB2 diskriminiert auf so viel mehr Arten und Weisen.“

Gottes Aufforderung, mit offenen Armen zu leben und nicht nur ihn selbst, sondern auch unseren Nächsten zu lieben, ist ein großes Geschenk an die Welt.

Schon am Montag hatten sich alle acht Bischöfe der Methodisten-Kirchen von North Carolina in einem Brief mit dem Titel „Ein besserer Weg“ an McCrory gewandt. Zitat: „Methodisten sind in einer Welt in der immer neuen Grenzen, Zäune und Mauern entstehen, dazu angehalten das offene Wesen Gottes weiterzuverbreiten. Wir wollen Menschen willkommen heißen, nicht ausschließen. … HB2 ist übereilt verabschiedet worden und sollte zurückgenommen werden. Wir möchten nicht zu der Atmosphäre der Angst, Verdächtigungen und Zerstrittenheit beitragen, die sich in unserem Staat und in unserer Nation immer weiter ausbreitet. Gottes Aufforderung an uns, mit offenen Armen zu leben, unseren Schuldigern zu vergeben und nicht nur Gott selbst, sondern auch unseren Nächsten zu lieben, ist ein großes Geschenk an die Welt“, schreiben Bischof Larry Goodpaster, Bischöfin Hope Morgan Ward, Bischof Ray Chamberlain und die BischöfInnen Charlene Kammerer, Lawrence McCleskey, C.P. Minnick Jr., Thomas Stockton und William Willimon. Schon kurz nach der Verabschiedung von HB2, vor einem Monat, hatte sich die Presbyterianischen Kirche von North Carolina gegen das Gesetz ausgesprochen.

Bild: Fotolia/bbtomas

 

 


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