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Jamaika: 61 Prozent hassen LGBTI

Das sind 20 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Darunter auch viele Politiker

JFLAG, das Jamaican Forum of Lesbian, All-sexuals and Gays, hat die Ergebnisse einer Umfrage unter 1003 JamaikanerInnen veröffentlicht. Sie sie erschreckend. 61 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, zu würden homosexuelle Beziehungen „hassen oder ablehnen”. Der Anteil derjenigen der das bestätigt, hat innerhalb von nur fünf Jahren um 15 Prozent zugenommen, noch 2012 hatten nur 46 Prozent der Umfrageteilnehmer diese Aussage bestätigt. Schon von 2011 bis 2012 war diese Zahl um sechs Prozent angestiegen. Die Awareness, Attitude and Perception-Umfrage über das homosexuelle Leben auf der Insel fand im Juni und Juli letzten Jahres statt. Befragt wurden Arbeitgeber, Politiker und andere Mitglieder der Bevölkerung.

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer gab moralische und religiöse Beweggründe für ihre Ansichten an.

61 Prozent der Durchschnittsbevölkerung sind Homohasser, darunter auch 30 Politiker und 14 Arbeitgeber. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer gab moralische und religiöse Beweggründe für ihre Ansichten an. Beunruhigend: Die Mehrheit der Befragten glaubt, Homosexuelle könnten von ihrer Veranlagung „geheilt” werden in dem man sie einer „Conversion”-Therapie unterzieht. Die war erst im letzten Monat vom größten Psychiater-Berufsverband der Welt gegeißelt und als unwirksam und gefährlich eingestuft worden. Auch die befragten Politiker glaubten, „Homosexuelle können doch einfach damit aufhören”.

 Auch die nachgewiesene Absicht oder der Versuch, schwulen Sex zu haben, kann mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden

In Jamaika ist Homosexualität zwischen Männern gesetzlich verboten. Auch einvernehmlicher Sex zwischen zwei Männern wird mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft. Auf Analverkehr zwischen Männern stehen bis zu zehn Jahren Haft. Auch die nachgewiesene Absicht oder der Versuch, schwulen Sex zu haben, kann mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden. Die Beihilfe dazu, also das zur Verfügung stellen von Zimmern oder Schutzräumen, kann mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Auch Händchenhalten oder Küsse zwischen Männern können als „grobes Sittlichkeitsverbrechen” eingestuft werden. Politiker des Landes verteidigen die Gesetze immer wieder als Verteidigung der christlichen Werte ihres Landes. Wer AktivistInnen in Jamaika unterstützen will, kann das HIER tun.

Illustration: Fotolia/tony4urban

 

 

 


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