Dark brick wall – LGBT rights – Nigeria

Affäre um schwulen Botschafter beendet

Nigerias Außenminister betont "beste Beziehungen" mit der Schweiz

Ein offenbar schwuler Botschafter in einem zutiefst homofeindlichen Land – das war für einige Tage der Stoff für eine schweizerisch-nigerianische Staatsaffäre. Die ist nun vorüber: Nigerias Außenminister Geoffrey Onyeama teilte am Abend mit, man sei geschockt und bestürzt über den „verleumderischen Artikel” der nigerianischen Zeitung Daily Trust und die darin zu lesenden Beschuldigungen. Es sei niemand von der Regierung sei befugt gewesen, sich darüber zu äußern. Mit der Schweiz, so betont der Außenminister, pflege man auch weiterhin beste Beziehungen.

Einer solchen Person hätten wir niemals erlaubt, unser Land zu betreten

Eric Mayoraz, der die Schweiz seit Oktober 2015 in dem westafrikanischen Staat repräsentiert, lebe mit einem Mann zusammen, hatte die Zeitung berichtet. Ein Sprecher des Außenministeriums wurde mit den Worten zitiert: „Einer solchen Person hätten wir niemals erlaubt, unser Land zu betreten, wenn wir früher davon gewusst hätten. Wir haben ein Gesetz, das alle befolgen müssen … Wenn wir ihn für schuldig befinden, muss er sich dem kompletten Zorn des Gesetzes stellen.“

Botschafter Schweiz

Eric Mayoraz (Foto: EDA)

Davon ist seit der Verlautbarung des Außenministers nun keine Rede mehr. Auch für die Schweiz ist der Fall offenbar abgeschlossen. Das eidgenössische Außendepartement, EDA, dankte in einem Statement einerseits der nigerianischen Regierung für die Klärung und Botschafter Mayoraz für seine „exzellente Arbeit”.

Ist nun alles gut? Kurzfristig vielleicht. Der in der Schweiz erscheinende Tagesanzeiger beschäftigt sich mit der Frage, ob Staaten überhaupt schwule Diplomaten in Länder schicken sollten, in denen homofeindliche Gesetze herrschen und zitiert den ehemaligen Spitzendiplomaten und Verfasser eines Handbuchs zum Thema, Paul Widmer: Nein, man soll das nicht tun

„Das Risiko für den eigenen Staat und die Person, die dem ausgesetzt ist, halte ich für zu groß.” Man tue einem Botschafter keinen Gefallen und bringe ihn in eine „schwierige Position”. In Nigeria steht auf Homosexualität je nach Bundesstaat 14 Jahre Haft oder gar die Todesstrafe durch Steinigung.

Titelbild: Fotolia


8 Kommentare

  1. Christoph Matti

    Doch doch … der Botschafter hätte ja nein sagen können. Wir sollten nur noch LGBoTSchafter_innen schicken. So wird LGBTphobe Gewalt dort, ernster genommen, hier … Zudem fummeln die IN der Botschaft nach unserem Recht.


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