„Hocherfreut, dass Du schwul bist“

Mutter-Sohn-Interview mit überraschendem Coming-out

Anderson Cooper (48) ist ein erfolgreicher CNN-Moderator (MÄNNER-Archiv), seine Mutter Gloria Vanderbilt arbeitet als Schauspielerin, Malerin, Designerin und Autorin – 2009 veröffentlichte sie den Sadomaso-Roman „Obsession“. Sie stammt aus einer der reichsten und berühmtesten Familien der USA, hatte mehrere Beziehungen u. a. mit Frank Sinatra und Marlon Brando und war einige Male verheiratet, etwa mit dem Regisseur Sidney Lumet. So eine Frau kann nichts erschüttern – auch nicht das Coming-out ihres Sohnes.

Ich hätte das Gefühl, als Elternteil versagt zu haben, wenn eins meiner Kinder schwul wäre

Die beiden plauderten jetzt gemeinsam in einem Interview für das Magazin People. Demnach hatte Vanderbilt schon ab und zu den Verdacht, dass ihr Sohn schwul sein könnte. Und als er sich dann mit 21 vor ihr outete, war sie erschüttert – weil sie Jahre zuvor eine Bemerkung gemacht hatte, die sie nun bitte bereute: „Ich hätte das Gefühl, als Elternteil versagt zu haben, wenn eins meiner Kinder schwul wäre.“ Eine dumme Bemerkung, wie sie heute sagt.

 

Coming-out Mutter

Gloria Vanderbilt mit Sohn Anderson im Juni 1972 (Foto: Jack Robinson – © The CondÃNast Publications)

„Du hast viel Mut bewiesen, Dich mir anzuvertrauen“, sagt die heute 92-Jährige zu ihrem Sohn während des Interviews. „Ich hoffe, Du weißt, dass es für mich mehr als ‚okay‘ ist. Ich bin hocherfreut, dass Du schwul bist. Es macht Dich u. a. zu dem Menschen, der Du bist.“

Darauf Cooper: „Ich wusste, dass Du mich unterstützen würdest, sobald Du über die erste Überraschung hinwegkämst.“ (mehr über Schwule und ihre Mütter – dazu unsere Umfrage: Wie eng ist Euer Kontakt?)

Erst als ich 30 war, habe ich verstanden, dass nichts merkwürdig daran ist, wenn jemand schwul oder lesbisch ist.

Trotzdem hatte er vorher ein wenig Bedenken. Vanderbilts Mutter, Gloria Morgan, war bisexuell. In einem Sorgerechtstreit, der nach dem Tod ihres Mannes losbrach, wurde sie als Lesbe denunziert. Als Vanderbilt aufwuchs, hatte sie Angst, so zu werden wie ihre Mutter, und empfand es als „unglaubliche Erleichterung“, als sie sich dann für Jungs interessierte. Erst als sie 30 war, habe sie verstanden, dass nichts merkwürdig daran sei, wenn jemand schwul oder lesbisch ist.

In dem Interview erzählt Vanderbilt auch, dass sie mit 13 eine kurze Affäre mit einer Mitschülerin gehabt habe. Wie unser Video zeigt, überraschte das wiederum Cooper, der davon bislang nichts wusste.

Coming-out Mutter

Cooper und Mutter Gloria haben gemeinsam die Biografie „The Rainbow Comes and Goes: A Mother and Son on Life, Love and Loss“ veröffentlicht. Außerdem zeigt HBO am 9. April eine neue Dokumentation über Mutter und Sohn mit dem Titel „Nothing Left Unsaid“.

Titelbild: Screenshot/People Magazine

 


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