March 13 2016 Mar 13 2016 Oakland California USA Rock legend Bruce Springsteen performs li

Bruce Springsteen gegen Homophobie

Der Boss sagt ein Konzert in North Carolina wegen des neuen Anti-LGBTI Gesetzes ab

Am Freitag Abend veröffentlichte der vielleicht prominenteste Rocker der USA, Bruce Springsteen, folgendes Statement: „Wie ihr, meine Fans, wisst, hatte ich geplant, diesen Sonntag eine Show in Greensboro in North Carolina zu spielen. Wie wir alle auch wissen, hat North Carolina vor zwei Wochen HB2 verabschiedet, das sogenannte „Bathroom”-Gesetz. HB2 – das offiziell ‘Public Facilities Privacy and Security Act’ heißt, schreibt vor, welche öffentlichen Toiletten Trans*-Personen benützen dürfen. Natürlich genauso wichtig: Das Gesetz hindert LGBTI daran, zu klagen, wenn ihre Menschenrechte an ihrem Arbeitsplatz beschnitten werden. Keine andere Bevölkerungsgruppe in North Carolina, muss sich mit so etwas herumschlagen. Meiner Meinung nach ist das Gesetz ein bewusster Versuch bestimmter Menschen – solcher, die mit dem Fortschritt den wir für die Menschenrechte aller unserer Bürger in den letzten Jahren gemacht haben, nicht klar kommen – eben jenen Fortschritt zurückzudrängen.

Es gibt Sachen, die sind wichtiger als ein Rockkonzert. Der Kampf gegen bigotte Vorurteile ist eine dieser Sachen.

Es gibt auch in North Carolina viele Organisationen, Geschäftsleute und Einzelpersonen, die mit aller Kraft gegen diese negative Entwicklung und ihre Ergebnisse anarbeiten. Meine Band und ich wollen im Angesicht all dessen, unsere Solidarität mit denen zeigen, die für die Freiheit kämpfen. Deswegen sagen wir unsere Show am Sonntag, dem 10. April in Greensboro hiermit ab, verbunden mit einer tief empfundenen Entschuldigung an unsere Fans dort. Es gibt Sachen, die sind wichtiger als ein Rockkonzert. Der Kampf gegen bigotte Vorurteile, der ausgefochten wird, während ich das hier schreibe, ist eine dieser Sachen. Es ist das schärfste Mittel, das ich habe, um meine Stimme gegen diejenigen zu erheben, die das Rad der Geschichte zurück statt vorwärts drehen wollen.” Springsteens Fans reagierten verständnisvoll. „Als schwuler Mann aus Greensboro und riesiger Springsteen-Fan, bin ich gleichzeitig sehr, sehr glücklich und ziemlich traurig über diese Mitteilung. DANKE!”, schrieb einer von ihnen auf Springsteens Facebook-Profil. Eine Mutter berichtete: „Meine Kleinen sind enttäuscht, wir wollten beim Konzert einen Geburtstag feiern. Es gab ein paar Tränen, aber ich war auch sehr stolz auf meinen Achtjährigen, der mich ansah und sagte: ‘Das ist gut, dass er das macht.” Springsteen ist seit vielen Jahren als Unterstützer der LGBTI-Community bekannt. Für den Song zum Film „Philadelphia”, einer Geschichte über den Kampf gegen die Diskriminierung HIV-Positiver, erhielt Springsteen 1994 einen Oscar.

Foto: Imago/ZUMA PRESS


8 Kommentare

  1. Lars Hoffmann

    Warum heißt das eigentlich Homophobie? Es geht ja nicht um Angst vor Schwulen, sondern um Ablehnung von Schwulen. Also eher um Schwulen-Rassismus oder so.

  2. Lars Hoffmann

    Naja, Angst könnte eine mögliche Motivation dafür sein, aber sicher nicht die Hauptursache. Und der Begriff müßte ja eigentlich die Tatsache beschreiben, also sowas ausdrücken, das man mit Schwulenhass übersetzen könnte. Aber es scheint kein ordentliches Wort dafür zu geben.

  3. Sör Henry

    Falscher Titel – es müsste heissen: Bruce Springsteeen gegen Transphobie – schliesslich geht es bei der Bathroom-Bill darum, Transpersonen den Zugang zur Toilette ihrer Geschlechtsidentität zu verwehren. Hat nichts mit Homophobie zu tun…

  4. Männer Magazin

    In dem Gesetz geht es unter anderem um den Zugang den trans* zu Toiletten haben. Aber auch um Bildungspolitik und vor allem um den nicht mehr existierenden Schutz für LGBTI im Arbeitsrecht. Darauf geht Sprinsteen in seinem von uns zitierten Statement auch ein.

  5. Travis Müller

    Das hat doch was mit Homophobie zu tun (ich dachte wir wären alle ein Community). Erstmal sollte man Vorkenntnis von dem neuen Gesetz haben, bevor man was schreibt.

  6. Sör Henry

    Travis Müller Transphobie ist nicht dasselbe wie Homophobie und lässt sich nicht darunter subsumieren. Und das Nichterwähnen im Titel macht Trans* mal wieder unsichtbar. Schade.
    Männer Magazin: Meine Kritik richtet sich ausschliesslich gegen den Titel, nicht gegen den Artikel selbst.


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