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China lehnt Klage auf Eheöffnung ab

Sun Wenlin uns sein Partner werden Berufung einlegen und wollen weiterkämpfen

Ein chinesisches Gericht hat die Klage des 26-Jährigen Sun Wenlin und seines 36-Jährigen Partners auf Austellung einer Heiratserlaubnis abgelehnt. Die beiden hatten das Standesamt in Chagsha, in der zentralchinesischen Provinz Hunan, verklagt, weil die Beamten dort, ihnen keine ausstellen wollten. Wenlin wollte das nicht akzeptieren. „Im Originaltext des Eherechts steht nicht, dass es sich um einen Mann und eine Frau handeln muss, sondern um Gatte und Gattin. Ich persönlich glaube, dass diese Formulierung sich nicht nur auf heterosexuelle Paare bezieht, sondern auch auf Schwule und Lesben“, erklärt er gegenüber Medien seinerzeit.

Es hat einige Jahre gedauert, bis ich meine Eltern davon überzeugt hatte, dass mein Leben als schwuler Mann ein gutes ist

Die Klage war 16. Dezember eingereicht worden und wurde am 6. Januar vom Gericht akzeptiert. Am Donnerstag postete Wenlin das oben stehende Foto mit der Klagebegründung auf Weibo, der chinesischen Version von Facebook. Und ließ noch einmal wissen: „Ich glaube, die monogame Ehe, von der im Gesetz gesprochen wird, bezieht sich nicht nur auf heterosexuelle Paare, sondern kann auch auf zwei Frauen oder zwei Männer angewandt werden.” Und die für ihn persönlich wichtigste Unterstützerin, hat er längst überzeugt. „Es hat einige Jahre gedauert, bis ich meine Eltern davon überzeugt hatte, dass mein Leben als schwuler Mann ein gutes ist”, so Wenlin. Jetzt steht seine Mutter fest an seiner Seite: „Es spielt für mich keine Rolle, wie sehr die Gesellschaft meinen Sohn diskriminiert, ich werde ihn immer unterstützen.” Ein mutiger Schritt, gilt die Homosexualität ihrer Kinder Vielen in China doch auch immer noch als ein Zeichen schlechter Erziehung.

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Das Paar nach dem Urteil

Am Mittwoch Morgen entschied der Richter innerhalb weniger Stunden, die Klage des Paares abzuweisen. Sun sagte dem Guardian nach dem Urteil, er sei enttäuscht, das Gericht hätte sich seiner Meinung nach nicht genug Zeit genommen, um den Fall wirklich beurteilen zu können und sei „übervorsichtig” gewesen. Er und sein Partner würden weiterkämpfen. „wir werden Widerspruch gegen die entscheidung einlegen. Ich glaube, dass sich das lohnt. Es hilft, die Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit auf unsere Sache zu lenken. Alles was wir wollen, sind die gleichen Rechte und die Freiheit sie auszuüben.” Hunderte Aktivisten hatten sich vor dem Gericht versammelt, um das Paar zu unterstützen. Sun berichtete, die Polizei hätte ihn in seiner wohnung aufgesucht und versucht ihn davon zu überzeugen, die Klage fallenzulassen, aber hätten ihn in Ruhe gelassen, nachdem er darauf bestanden hätte, für sich sein Recht juristisch zu erstreiten.

Die chinesische Emanzipationsbewegung hat keine großen Fortschritte gemacht.

1991 wurde Homosexualität in China und Hongkong legalisiert. Bis dahin war Analverkehr zwischen Männern ein Kapitalverbrechen. Die Emanzipationsbewegung hat jedoch seitdem keine großen Fortschritte gemacht. Chinesische LGBTI werden nach wie vor verfolgt und haben es besonders auf dem Land schwer.  Während einer Neubewertung der Ehegesetzgebung gab es 2003 in der Volksrepublik erste Diskussionen über homosexuelle Ehen. Allerdings ohne Erfolg. Die Sexologin Li Yinhe setzte sich im Zuge der Nationalen Volkskongresse 2000 und 2004 für die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen ein, bekam aber die nötigen 35 Unterschriften von Delegierten für ihren Antrag nicht. Wenlins Klage wurde von Aktivisten landesweit als wichtiger Schritt und Durchbruch begrüßt. „Ich glaube, was wir tun, wird Chinas Gesellschaft verändern. Wenn es keine Bewegung gibt, kommen wir einfach in einem Jahr wieder”, so der Aktivist bei der Klageeinreichung. In der Region ist in Bezug auf die Menschenrechte von LGBTI spürbar Bewegung. Im Januar hatte Taiwan eine neue, LGBTI-freundliche Präsidentin gewählt.

Foto: Facebook/Twitter


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