Microsoft Cebit Hannover Niedersachsen Deutschland Microsoft Cebit Hannover Niedersachsen Deutsc

Microsoft und Co. gegen Mississippi

Große US-Unternehmen protestieren öffentlich gegen Anti-LGBTI-Gesetze

Die Geschäftsführer und Aufsichtsratspräsidenten der wichtigsten US-Unternehmen haben sich mit deutlichen Worten gegen das als Religions-Schutz verkleidete Anti-LGBTI-Gesetz ausggesprochen, das der US-Bundesstaat Mississippi gestern verabschiedet hat. IBM verkündete kurz nach Verabschiedung des Gesetzes per Twitter „IBM ist enttäuscht darüber, dass Gouverneur Bryant H.B. 1523 heute unterzeichnet hat. Dieses Gesetz macht es möglich, dass Menschen aufgrund ihres Ehestandes, ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Geschlechtsidentität oder der Art, wie sie ihr Geschlecht leben, diskriminiert werden. Gesetze wie dieses stehen im Widerspruch zu unseren firmeneigenen Werten und sind schlecht für unsere Mitarbeiter und unser Geschäft. IBM wird auch weiterhin unserer weltweit geltenden Anti-Diskriminierungspolitik folgen, die sich auf alle unsere Angestellten erstreckt. Wir glauben, dass eine offene Atmosphäre, in der sich jeder willkommen fühlt, die beste Art ist, um Talente an unsere Firma zu binden.“

Was hier nur nach guter Öffentlichkeitsarbeit klingen mag, ist die Fortsetzung einer breiten Protestwelle gegen Hass-Gesetze in großen US-Unternehmen. Die hatten sich schon empört geäußert, als North Carolina vor wenigen Tagen ein ähnliches Gesetz einführte. Brad Smith, Firmenpräsident von Microsoft twitterte zwei nach IBM: „Sehr enttäuschende Neuigkeiten aus Mississippi. Diese Art Gesetze sind schlecht für die Menschen, schlecht fürs Geschäft und schlecht für den Arbeitsmarkt.“ Marc Benioff, Geschäftsführer des US-Handelsriesen Salesforce, hatte schon in Georgia und North Carolina lautstark protestiert und fügte gestern an: „Salesforce & Microsoft stellen sich gegen Gouverneur Bryant. Ich rufe alle CEOs auf, es uns gleich zu tun.“ Und hier wird es wirklich interessant, denn die US-Geschäftswelt scheint zu tun, was Benioff sagt. Die Human Rights Campaign, die größte LGBTI-Organisation der USA, hat erst letzte Woche einen Brief veröffentlicht, in dem sich 90 der führenden Wirtschaftsbosse der USA gegen das „religious freedom“-Gesetz in North Carolina aussprechen. Paypal blies wegen des neuen Gesetzes gestern eine Firmenerweiterung in North Carolina ab, die dem Staat 500 neue Arbeitsplätze beschert hätte.

Hier eine unvollständige Liste von US-Unternehmen deren führende Köpfe sich in den letzten Tagen öffentlich gegen Gesetze wie das gestern von Mississippi verabschiedete ausgesprochen haben:

– AT & T (ein riesiger Telefonanbieter)
– Dell
-Unilever
-Microsoft
-Home Depot
-Virgin
-Porsche
-Twitter
-Coca Cola
-UPS
-Google
Aber es geht nicht nur um US-Unternehmen. Mississippi größter Arbeitgeber, der Autobauer Nissan, sagte der Huffington Post, die Firma hätte strikte Anti-Diskriminierungsregeln, um ihre LGBTI-Beschäftigten zu schützen und würde sich gegen jede Art gesetzlicher Regelung stellen, die Diskriminierung durch die Hintertür möglich machen würde.

Bild: Imago/Zuma Press/Schöning


1 Kommentar


Schreibe einen neuen Kommentar



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close