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In Grönland wird ab jetzt geheiratet

Gleichgeschlechtliche Paare können seit dem Wochenende den Bund fürs Leben schließen

Wann hat man das schon mal, dass der Verantwortliche für Kirche und Religion derjenige ist, der das Entzücken der Regierung über die Öffnung der Ehe bekanntgeben darf? In Grönland ist das so. Ministerin Nivi Olson ließ am Freitag in einem Statement wissen: „Lange haben wir alle auf diesen Tag gewartet. Für viele Paare bedeutet es sehr viel, die Möglichkeit zu haben, den Bund der Ehe zu schließen, völlig unabhängig vom Geschlecht oder der sexuellen Orientierung der Eheleute. Ich bin sehr glücklich darüber, dass unser Parlament das Gesetz endlich umgesetzt hat. Die Regierung und ihre Beamten heißen die neuen Möglichkeiten auf das Herzlichste willkommen und auch unsere Kirche freut sich über den Aufbruch in diese neue Zeit.“

Der Pride in Nuuk

Der Pride in Nuuk

Homosexualität ist seit 1933 in Dänemark und seiner Provinz Grönland nicht mehr illegal. Seit 1979 sind die 57.000 Grönländer, von denen rund 80 Prozent von Inuit abstammen, politisch noch eigenständiger, und waren ab da im Bereich der LGBTI-Politik nicht mehr ganz so schnell wie das Mutterland Dänemark, aber immer noch deutlich schneller als Deutschland. Seit 1996 konnten gleichgeschlechtliche Paare Lebenspartnerschaften eingehen, auch die Stiefkindadoption war ab diesem Jahr möglich. Zum ersten CSD in Grönlands Hauptstadt Nuuk kamen im Jahr 2010 über tausend Menschen, mehr als jeder 20. Grönländer. Die grönländische Bischöfin Sofie Petersen ist ein Fan des Gesetzes zur Eheöffnung und arbeitete bei dessen Schaffung eng mit der Regierung zusammen. Und zwar um sicherzustellen, dass LGBTI auch in Grönlands Kirchen und Kirchenämtern heiraten können, wenn sie das wollen. Das im Gesetz enthaltende vollständige Adoptionsrecht tritt am 1. Juli in Kraft.

Die Isländische Bischöfin Sofie Petersen ist ein Fan des Gesetzes zur Eheöffnung

Der Prozess bis zu den ersten gleichgeschlechtlichen Eheschließungen war ein langwieriger. Einstimmig von allen politischen Kräften im grönländischen Parlament verabschiedet worden, war die erste Version der Eheöffnung schon im Mai letzten Jahres, nachdem sie im Februar angekündigt worden war. In Kraft treten sollte sie im Oktober. Dazu kam es aufgrund der vorgezogenen Parlamentswahlen im Sommer in Dänemark nicht, weswegen das grönländische Parlament im Oktober, das Gesetz einfach noch einmal verabschiedete, wieder mit 27 zu Null Stimmen. Diese Version konnte nun am 1. April in Kraft treten.

Bilder: Fotolia/Stringerphoto, Facebook

 


2 Kommentare

  1. Nicolaj Trj

    Yes! Ich freue mich für meine Landsmänner, die Grönländer 🙂
    Aber ich wundere mich, wieso der Journalist über „jeder 20. Isländer“ und das isländische Parlament berichtet. Das macht keinen Sinn, da es eben um die Grönländer und das grönländische Parlament geht. 🙂


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