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Märkisch-Oderland wird schwul

Seelower organisiert 1. Treffen für LGBTI

von Pascal Beck

Als Alexander Lehmann sich vor knapp zweieinhalb Jahren geoutet hat, war das ein großes Ereignis für die rund 6.000 Einwohner große Kreisstadt Seelow des Landkreises Märkisch-Oderland, gelegen zwischen Berlin und Polen, am westlichen Rand Brandenburgs. Kontakt zu Schwulen schien man bis dahin noch nicht wirklich gehabt zu haben, geschweige denn, dass man im Alltag auf schwule Paare gestoßen wäre. Es war ein solches Ereignis, dass selbst die lokale Presse über das Coming-out von Alexander berichtete. Nach dem Bericht und der öffentlichen Zurschaustellung seiner Sexualität war das Interesse an dem 21-Jährigen enorm. Sein Telefon war in Dauerbetrieb. Immer wieder wurde er von Menschen angerufen, die mit ihm über sein Coming-out reden wollten. Allerdings waren die Reaktionen nicht unbedingt nur positiv.

Regenbogen für Seelow

Märkisch-Oderland schwul

Alexander Lehmann (Foto: privat)

Nachdem er sich etwas über das schwule Leben in der Region erkundigte, kam er schnell zu dem Entschluss, dass er selbst aktiv werden müsse. Denn bis dahin gab es keine Initiativen, keine Treffen oder schwule Events im Landkreis. Also gründete Alexander, der als Redakteur arbeitet, die LGBTI-Anlaufstelle „Ein Regenbogen für Seelow und QueerMOL“, bei der sich jeder melden konnte, der das Bedürfnis hatte über etwas zu reden. Heute, sagt Alexander, klingelt das Telefon der Anlaufstelle regelmäßig, am Apparat selbst Anrufer aus Berlin. Zusätzlich organisierte er noch jährlich einen Gesprächstreffen zum internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie. Seitdem er sich so aktiv engagiert, werden die Reaktionen der Bevölkerung positiver. Seit 2015 wird er sogar von der CDU-Politikerin und Abgeordneten des brandenburgischen Landtags Kristy Augustin unterstützt.

Da das Thema jedoch noch immer nicht präsent genug, Homosexualität weiterhin nicht fest im Alltag verankert ist und es noch immer nur wenige Alternativen für Schwule oder Bisexuelle in Märkisch-Oderland gibt, organisiert Alexander in diesem Jahr zum ersten Mal den „Queertreff“ . Der erste wird in Seelow stattfinden und anschließend in wechselnden Orten des Landkreises, um so viele Personen wie möglich zu erreichen. Beim ersten Treffen soll geklärt werden, wie der Queertreff konkret aussehen soll. Jeder sei herzlich eingeladen, seine Wünsche und Vorstellung zu äußern und aktiv an der Gestaltung des Queertreffs teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, sagt Alexander – einfach kommen!

Der erste Queertreff wird am 14. April um 17 Uhr in der Alten Dampfbäckerei in Seelow (Kirchstraße 1) stattfinden.

Für weitere Informationen: office@queertreff.de / 03346-4291909

Titelbild:Oderdeich bei Zollbrücke, Foto: TMB-Fotoarchiv/Heidi Walter


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