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Rassismus in der Schwulencommunity?

Der Ex-Sportler Michael Sam erhebt schwere Vorwürfe zum ausgrenzenden Verhalten innerhalb der LGBTI-Szene

Über Rassismus wird in den USA deutlich mehr gesprochen als in Deutschland, wo das Thema meist nur dann auf den Tisch kommt, wenn Neonazis dunkelhäutige Mitbürger attackieren oder (lesbische) Aktivistinnengruppen wie LesMigras die Postkolonialismus-Keule schwingen –mit gezielten Vorwürfen auch gegenüber der diesbezüglich unsensiblen LGBTI-Community hierzulande, deren Blindheit oder bewusstes Desinteresse bei diesem Thema auch als Rassismus ausgelegt werden kann. Was Rassismus innerhalb der schwulen Welt angeht, so hat der Ex-Footballer Michael Sam die Diskussion gerade neu angestoßen mit einem Interview in der britischen Zeitschrift „Attitude“. Sie hat dem amerikanischen Ex-Sportler eine Coverstory gewidmet, die weltweit für Schlagzeilen sorgte.

Cover der Aprilausgabe von "Attitude".Zur Erinnerung: Sam war 2014 der erste US-Footballer, der als offen schwuler Mann in ein Team der National Football League (NFL) aufgenommen wurde. Da flog er allerdings bald wieder raus, wechselte mehrmals glücklos die Vereine. Und verabschiedete sich schließlich ganz vom Sport, laut eigener Aussagen aus „Gründen der psychischen Gesundheit“. Danach probierte er Karriere als Reality Star zu machen, bevor er sich entschloss, nochmals zur Schule zu gehen. Zwischendurch löste er seine zuvor mit viel Medienhype angekündigte Verlobung; war auf den Covern von vielen Sport- und Modemagazinen, auch auf den Covern von etlichen Gay Magazines. Und nun das … Abrechnung mit der Szene!

Es war ein ziemlich bewegtes Leben im Rampenlicht in den letzten zwei Jahren. Begleitet wurde es von vielen gehässigen Kommentaren: „Menschen haben mir gesagt, ich sei nicht schwul genug, andere behaupteten, ich sei nicht schwarz genug. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was das eigentlich heißen soll. Schwule wollen von anderen akzeptiert werden, aber sie akzeptieren selbst nicht jemanden, nur weil ihnen seine Hautfarbe nicht passt?“

Über dieses Paradoxon kann man schon staunen. Es ist nur ein weiterer Punkt auf der längeren Liste von Dingen, wegen denen man in der Szene ausgegrenzt werden kann: Alter, Übergewicht, mangelnde Körperdefinition, Schwanzgröße, sozialer Status, sexuelles Verhalten usw.

Dazu sagt Sam: „Mir ist das rätselhaft. Wie können so viele Menschen rumlaufen und fordern, dass man sie als Homosexuelle gefälligst akzeptieren soll, aber jemanden wegen seiner Hautfarbe ausgrenzen, das finden sie selbst ganz normal?“

Michael Sams, wie er sich auf Instagram zeigt. (Quelle: Instagram/@mikeysam52)

Michael Sam, wie er sich auf Instagram zeigt. (Quelle: Instagram/@mikeysam52)

Laut Sam war die Homophobie, die ihm entgegenschlug, innerhalb der afro-amerikanischen Community weit weniger ausgeprägt als in der Welt der Weißen. „Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen und von den Menschen, denen ich begegnet bin. Aber da waren die Schwarzen sehr viel unterstützender, um ehrlich zu sein.“ Er fährt fort: „Es gibt viele offen schwule Schwarze. Viele Menschen in der afro-amerikanischen Community haben schwule Freunde, Cousins, Geschwister … Die meisten kennen mindestens eine offen schwule Person. Und die unterstützen sie, total.“

„Jedenfalls ist noch nie einer meiner schwarzen Bekannten ausgeflippt, als er oder sie erfuhr, dass ich schwul bin. Niemand. Nur einige religiöse Idioten, die sagten: ‚Oh, du bist eine Schwuchtel, du kommst in die Hölle.‘“

Während religiöser Fanatismus in den USA ein weitverbreitetes Problem ist, würde Sam in Deutschland vermutlich eher von rechten Kreisen zu hören bekommen, dass er als Schwarzer die deutsche Leitkultur durcheinanderbringen würde. Und was würde Sams aus der deutschen Schwulenszene entgegenhallen? Laut einer neueren Studie ist es so, dass schwarze Männer ganz unten auf der Begehrtheitsskala bei Online-Dating und bei Escort Services stehen – es sei denn, die treten als aggressive Tops auf. Das dokumentierte 2014 das Buch „Male Sex Work and Society“ von Victor Minichiello und John Scott. Natürlich ist das Klischee des wilden schwarzen Top-Mannes auch Rassismus pur. Und etliche schwarze Männer in Deutschland beklagen sich darüber, dass sie nur als Stück Fleisch wahrgenommen werden, das andere auf die Schwarzgröße hin mustern – oder gar nicht wahrgenommen werden. Ohne hier gleich, wie LesMigras, mit Postkolonialismus anzukommen, sollten wir uns auch in Deutschland überlegen, wie wir mit solchen Situationen künftig umgehen wollen. Anerkennen, dass es diese Situationen gibt, ist schon mal ein Anfang, um eine Besserung zu erreichen.

Selfie mit Sam: Der Star mit seinen Fans. (Quelle: Instagram/@mikeysam52)

Selfie mit Sam: Der Star mit seinen Fans. (Quelle: Instagram/@mikeysam52)

Titelbild: Instagram/@mikeysam52 (Ausschnitt)


32 Kommentare

  1. Jan Bayer

    zum 387000en Mal – wir fordern Akzeptanz von der heteronormativen Gesellschaft,in der wir leben, sind aber insgesamt genauso vielfältig und unterschiedlich wie der Rest der Menschheit, damit leider auch genauso rassistisch

  2. Fridolin Fröhlich

    f“Laut einer neueren Studie ist es so, dass schwarze Männer ganz unten auf der Begehrtheitsskala bei Online-Dating stehen – es sei denn, die treten als aggressive Tops auf. Natürlich ist das Klischee des wilden schwarzen Mannes auch Rassismus pur. Und etliche schwarze Männer in Deutschland beklagen sich darüber, dass sie nur als Stück Fleisch wahrgenommen werden, das andere auf die Schwarzgröße hin mustern.“

    Link? Studie?

  3. Fridolin Fröhlich

    f“Laut einer neueren Studie ist es so, dass schwarze Männer ganz unten auf der Begehrtheitsskala bei Online-Dating stehen – es sei denn, die treten als aggressive Tops auf. Natürlich ist das Klischee des wilden schwarzen Mannes auch Rassismus pur. Und etliche schwarze Männer in Deutschland beklagen sich darüber, dass sie nur als Stück Fleisch wahrgenommen werden, das andere auf die Schwarzgröße hin mustern.“

    Link? Studie?

  4. Wolfgang Christ

    Unsere heutige Gesellschaft ist einfach zu „sensibel“. Egal welche Hautfarbe ,Herkunft etc -überall gibt es Männer mit großen und kleinen Schwänzen .Jeder hat sein „Beuteraster“ .Auch ich als „Ginger“ könnte sagen , ich würde mich „diskriminiert“ fühlen .. Was soll das ?? Ganz einfach : Würde ich auf jeden Kerl „stehen“ und jeder Kerl auf mich – käme ich aus den Betten gar nicht mehr !

  5. Alexander Gallius

    definiere ausgrenzen… unterhalten und befreundet sein kann ich mit jedem. aber bestimmte ethnien sind halt nicht mein Fall also kommen mir diese auch nicht ins Bett oder meine kiste. dazu gehören auch schwarze Asiaten etc. das iss Geschmack und kein Rassismus.

  6. Marian Hacke

    Ich denke jeder Schwule findet einen Grund um über die Schwule Szene zu meckern. Werde als Weißer auch laufend übelst diskriminiert, aber das darf man natürlich als Weißer nicht sagen, während es bei Schwarzen zum guten Ton gehört.

  7. Alexander Gallius

    in dem artikel werden wieder dinge in einen topf geschmissen die so nicht stimmen. mal abgesehen von seinen „argumenten“(also nur seine subjektive wahrnehmung)… wird der vermeidliche „rassismus“ mit folgenden dingen gleich gesetzt, zitat aus dem artikel: — „Über dieses Paradoxon kann man schon staunen. Es ist nur ein weiterer Punkt auf der längeren Liste von Dingen, wegen denen man in der Szene ausgegrenzt werden kann: Alter, Übergewicht, mangelnde Körperdefinition, Schwanzgröße, sozialer Status, sexuelles Verhalten usw.“ — dazu würde mich interessieren was „ausgrenzen“ heißt? bzw in welchen dingen man(n) ausgegrenzt wird??

  8. Alexander Flemming

    Was für ein Bullshit junge
    Klassischer Fall von
    Null Charakter
    Geringen Selbstwertgefühl
    Und Geltungsdrang
    Geh doch ins Dschungelcamp und pusch da dein geringes Selbstwertgefühl aber gib nicht so einen Bullshit von dir

  9. Alexander Gallius

    was ist daran Rassismus? auf GR geht es um Dates uns Sex .und das ausklammern von denen die nicht in die Zielgruppe passen soll Rassismus sein? sach ma merkst noch wat?! das nennt man verschiedene Geschmäcker!

  10. Alexander Gallius

    was ist daran Rassismus? auf GR geht es um Dates uns Sex .und das ausklammern von denen die nicht in die Zielgruppe passen soll Rassismus sein? sach ma merkst noch wat?! das nennt man verschiedene Geschmäcker!

  11. Alexander Gallius

    was hättest du den gern? den verpflichtenden sozialfick für alle? es ist ne klassische sache von Geschmack und das man verlangen kann was man auch selbst zu bieten hat! warum sollt ich jemand ran lassen den ich unattraktiv finde? soll ich mir deswegen viagra rein pfreifen? dumme und kranke Ideologie ist dieser Vorwurf nicht mehr! aber sicher ist es kein Rassismus.

  12. Alexander Gallius

    was hättest du den gern? den verpflichtenden sozialfick für alle? es ist ne klassische sache von Geschmack und das man verlangen kann was man auch selbst zu bieten hat! warum sollt ich jemand ran lassen den ich unattraktiv finde? soll ich mir deswegen viagra rein pfreifen? dumme und kranke Ideologie ist dieser Vorwurf nicht mehr! aber sicher ist es kein Rassismus.

  13. Alexander Gallius

    aus dem Artikel lese ich nur ein „mimimi“ von jemand den das alles vermutlich kein Stück interessiert hat als er noch oben auf war. und wer hoch hinaus kommt kann auch tief fallen… damit klar zu kommen mag sicher nicht einfach sein… aber deswegen alles auf die anderen schieben… iss schon arm… 😉

  14. Alexander Gallius

    aus dem Artikel lese ich nur ein „mimimi“ von jemand den das alles vermutlich kein Stück interessiert hat als er noch oben auf war. und wer hoch hinaus kommt kann auch tief fallen… damit klar zu kommen mag sicher nicht einfach sein… aber deswegen alles auf die anderen schieben… iss schon arm… 😉

  15. Alexander Gallius

    „sprech“… wieder sonne dumme neue verblendet wortschöpfung… mach was du willst. es bringt nix mit sowas wie dir Erklärungen auszutauschen. aber! sowas wie du und deine ideologischen Brüder im Geiste sind mit schuld an der heutigen extreme… und dem schlechten Ruf den unseresgleichen aushalten muß. glückwunsch. sowas wie du weiß halt Not Wenns mal am der zeit iss die Schnauze zu halten und das schon erreichte zu geniessen…. sowas wie wir werden wir wieder zu verdanken haben das bald ne sehr harte Zeit auf unseresgleichen zu kommt….

  16. Ömer Sith Blackwave

    Wie wahr
    Immer Nee du bist fett Nee du bist nicht reich Nee du bist schwarz Nee du bist gläubisch Nee du bist nicht blond Nee du hast keine blauen Augen Nee du bist nicht mein Typ

    Sry das lese ich oft ;’/


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