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Norwegens Kirche traut sich

Ab 2017 können auch gleichgeschlechtliche Paare in norwegischen Gotteshäusern heiraten

Die Mehrheit der Norwegischen Kirchenoberhäupter hat heute für ein neues Ehe-Ritual gestimmt, das es erlaubt, dass auch Homosexuelle in Gotteshäusern heiraten können. 88 von 115 Mitglieder der Generalversammlung des Kirchenrates haben dafür gestimmt. Das neue Ehe-Ritual wird offiziell im Januar 2017 verabschiedet, bei „Kirkemødets generalforsamling“, der Generalversammlung des nationalen Kirchentreffens, dem obersten Organ der norwegischen Kirche. Im Vorfeld gab es ein Komitee, das sich mit dieser Frage beschäftigt hat, dabei haben 15 von 23 Mitgliedern dafür gestimmt, dass LGBT sich in Kirchen das JA-Wort geben dürfen.

Die Maßnahmen mussten erst noch von der im Moment tagenden Synode der Kirche bestätigt werden. Das geschah nun heute.

Die Freude über die Entscheidung ist groß: Norwegens CVJM (Norges KUFK-KFUM) nennt es einen „Tag für die Geschichtsbücher“ und schreibt auf seiner FacebookseiteWir von KFUK-KFUM rufen HURRA und freuen uns darüber.“ Seit sechs Jahren ist die Ehe in Norwegen geöffnet. Eigentlich kann jeder Mann auch schon jetzt den Mann seiner Träume heiraten. Und jede Frau die Frau ihrer. Außer, sie wollten das in einer Kirche tun. Die Norwegische Staatskirche war bisher, so lutherisch evangelisch wie sie auch sein mag, gegen Eheschließungen von gleichgeschlechtlichen Paaren in ihren Häusern. Seit November 2015 war das anders. Da entschieden die zwölf Bischöfe und Bischöfinnen unter den 5,2 Millionen Einwohnern Norwegens, dass das jetzt o.k. wäre. Der Text der Ehe-Liturgie wird entsprechend angepasst, ließ man mitteilen.

Norwegen

Und so sah die Abstimmung aus. (Bild: kirken.no)

Das wurde auch Zeit. Schon 2013 befürworteten acht von zwölf Bischöfen die Gleichstellung, aber bislang blieb Homopaaren nur der Weg zum Standesamt, Heteros konnten sich ganz offiziell in jeder Kirche trauen lassen. Norwegen ist zwar ein säkularer Staat, aber vier Fünftel der Bevölkerung sind Mitglieder der Staatskirche und heiraten auch in ihr. Die Maßnahmen mussten erst noch von der im Moment tagenden Synode der Kirche bestätigt werden. Das geschah nun heute. Erst 2014 Jahr war ein ähnlicher Vorschlag abgelehnt worden. Und auch jetzt können sich Pastoren weigern, Paare zu trauen, bei denen sie das nicht wollen.

Bild: Fotolia/Jenny Sturm

 


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