Premiere in Phuket: TropOut

Internationaler Gay-Event endet heute

Text und Foto: Carsten Heinke

 

Klein, aber fein: Vier Jungs aus Melbourne haben mit Unterstützung des thailändischen Fremdenverkehrsamtes auf Thailands beliebtester Ferieninsel das erste „TropOut“-Festival (3. bis 9. April) auf die Beine gestellt. Zur Eröffnungsparty des neuen Fünfsterne-Gay-Events hatte DJ Robin Schulz knapp 700 Gäste an den Bilderbuchstrand der beiden Hotels Angsana Laguna und des erst vor sechs Monaten fertiggestellten Cassia Phuket gelockt.

Rund 120 Schwule aus 19 Ländern nutzten das Komplettangebot der australischen Veranstalter und verlebten beim „Chillen, Feiern und Entdecken“ am Bang Tao Beach eine Traumwoche, zu deren Höhepunkten auch eine Pool- sowie eine White Party im noblen Dream Beach Club gehörten. Außerdem wurden Exkursionen und Kochkurse angeboten.

In Thailand haben Homosexuelle einen festen Platz in der Gesellschaft und werden mit Freundlichkeit und Achtung behandelt

Nach der erfolgreichen Premiere soll es 2017 gleich zwei TropOut-Festivals geben – eins im Mai in Neu-Kaledonien, das andere Ende des Jahres wieder in Phuket. Chad Intrachooto, der das Projekt als Vertreter des Tourism Authority of Thailand von den USA aus unterstützt, sieht in seinem Heimatland den perfekten Ort für ein solches Festival: „In Thailand haben Homosexuelle und Transgender einen festen Platz in der Gesellschaft – und Gäste werden hier prinzipiell mit Freundlichkeit und Achtung behandelt.“

Das besondere Etwas im Urlaub

Angefangen hatte alles damit, dass die vier reise-affinen Australier Aaron, Bryce, Jamie und Sebastian für den eigenen Urlaub nach etwas Besonderem suchten. „Wir wollten nicht nur irgendwo ‚gayfriendly’ übernachten, hatten aber auch keine Lust auf eine schwule Kreuzfahrt oder andere Massenveranstaltungen“, erzählt Aaron Zoanetti. „Schließlich bastelten wir so lange an unserer idealen Urlaubswoche, bis wir ein Konzept hatten. Nur einen Anbieter gab es nicht dafür. Also beschlossen wir, alles selber zu organisieren – für uns und andere“, schildert der 30-Jährige die Geschichte des Unternehmens TropOut, das er heute leitet.

Die Idee, anspruchsvolle Partykultur mit gehobener Hotellerie und ausgewählten Freizeitangeboten zu verbinden, kam bei den Teilnehmern des ersten TropOut sehr gut an. „Ich habe weltweit viele schwule Events erlebt, aber dieser hier hebt sich tatsächlich durch sein Niveau und die entspannte und familiäre Atmosphäre hervor“, erklärt Bob aus Los Angeles, der eigens zu TropOut angereist war.

Ich habe die Zeit total genossen und fühle mich so gut wie schon lange nicht mehr

Robert aus Bonn dagegen verband die Festivalwoche wie die Mehrzahl der Teilnehmer mit einem längeren Thailandtrip. „Ich habe die Zeit hier total genossen und fühle mich so gut wie schon lange nicht mehr“, sagt der Angestellte aus dem Rheinland. Außerdem gefiel ihm das offene und freundliche Miteinander, weder die Herkunft noch das unterschiedliche Alter spielten eine Rolle. Der jüngste TropOut-Gast war 21, der älteste 67. Zur stärksten Altersgruppe zählten die 25- bis 40-Jährigen.

Auch wenn sich die vier Melbourner vielleicht einige Gäste mehr gewünscht hätten – für die Teilnehmer war die überschaubare Größe der Gruppe eher von Vorteil. „Hatten so doch alle die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen, Freundschaften zu knüpfen und wie in zwei Fällen offenbar sogar die Liebe ihres Lebens zu finden“, meint Bryce.

„Wir sind mit dem ersten TropOut nicht reicher geworden, aber sehen die Veranstaltung auf jeden Fall als Erfolg“, so der junge Immobilienmakler. „Dafür danken wir allen, die uns unterstützt und mitgemacht haben.“

www.tropout.com

www.thailandtourismus.de

Unser Titelbild zeigt drei der TropOut-Veranstalter Aaron, Bryce und Jamie.

 


1 Kommentar

  1. Mike Georg

    Ich lebe seit 10 Jahren in Thailand, der nachfolgende Satz trifft aber nur auf die Touristen Hochburgen, Bangkok (Silom, Satorn Rd.) Pattaya (Boystown, Sunee) Phuket ( Patong) zu.
    „In Thailand haben Homosexuelle und Transgender einen festen Platz in der Gesellschaft – und Gäste werden hier prinzipiell mit Freundlichkeit und Achtung behandelt.“ Aber nur prinzipiell wenn genug Geld im Spiel ist, ansonsten lassen dich sogar die Ärzte/Krankenhäuser verrecken.
    Ich kann wirklich nur allen dringend raten, schliesst eine Reisekrankenversicherumg ab, oder habt genug Kreditkarten mit ausreichenden Limits dabei.

    Trotzallem viel Spaß in diesem wunderbaren Land.
    Mike


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