LGBTI-Unterkunft vorläufig gerettet

Die Notunterkunft ist die einzige Einrichtung dieser Art in ganz Osteuropa

Tomek stammt aus einer kleinen Stadt im Süden Polens. Er ist 19 Jahre alt, obdachlos und schwul. Als er sich im vergangenen Jahr seiner Mutter anvertraute, bezeichnete sie ihn als krank, beschimpfte ihn und outete ihn vor den Nachbarn. Er wusste nicht, wohin er sollte. In Warschau schließlich fand er eine LGBTI-Notunterkunft – die einzige Einrichtung dieser Art in ganz Osteuropa. Dort hilft man Menschen, die verfolgt werden oder Gewalt erfahren haben. Tomek war in Sicherheit. Er fand einen Job und konnte ein neues Leben beginnen.

Polen LGBTI

Zimmer in der Warschauer Notunterkunft (Foto: Screenshot/All Out)

Im vergangenen Monat schlugen die Betreiber der Unterkunft Alarm. Es fehlte an finanzieller Unterstützung. Die Rücklagen, die man gebildet hatte, wurden knapp. Die Einrichtung stand kurz vor der Schließung. Über die Online-Plattform All Out, eine gemeinnützige globale Crowdfunding-Organisation, wurde zu Spenden aufgerufen. Auf diese Weise kam genug Geld zusammen, dass die Unterkunft nun für zunächst vier Monate weitermachen kann. Knapp 3.000 Menschen auf der Welt spendeten für den Erhalt, wie das Video zeigt.

Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre ein Anti-Homopropaganda-Gesetz

Die Lage für Schwule und Lesben in Polen ist seit dem Regierungswechsel Mitte November deutlich schwieriger geworden. Pläne aus dem Justizministerium, die Diskriminierung von Schwulen und Lesben auch außerhalb der Arbeit zu verbieten, wurden auf Eis gelegt. Politiker äußern sich offen abfällig über „Gender-Ideologien“. Wie uns der Lambda-Aktivist Piotr Godzisz berichtet, werden LGBTI-Menschen von der Kirche und von rechtsgerichteten Politikern als „Agenten des Westens“ diffamiert. „Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre ein Anti-Homopropaganda-Gesetz“, sagte uns ein Aktivist aus Krakau. Mehr über den Kampf gegen Diskriminierung in Polen steht im aktuellen MÄNNER-Heft.

Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung ruft zur Unterstützung der wichtigen Arbeit von Lambda Warszawa auf: „Das vorbildliche Engagement in einem feindlicher werdenden Umfeld verdient unsere Solidarität!“

Spendenkonto: 
Hirschfeld-Eddy-Stiftung
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE64370205000005010000
BLZ / BIC: 370 205 00 / BFSWDE33XXX
Stichwort: Lambda Warszawa

Die Spenden sind steuerabzugsfähig, alle Spender erhalten eine Spendenbescheinigung.

 

Titelbild: Imago/ZumaPress (Unser Bild entstand beim CSD in Warschau im Juni 2015.)


0 Kommentare



Likes & Shares

Durch die fortgesetzte Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. mehr Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close