2016_04_14_hissen_regenbogenflagge

Potsdam: LGBTI-Förderung geht weiter

Ministerium und AndersARTiG weisen Vorwürfe zurück

Die Förderung der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule & Trans* Belange in Brandenburg ist für das laufende Jahr im selben Umfang wie zuvor gesichert. Die überregionale Beratungs- und Koordinierungsstelle werde vom Landessozialministerium seit 1995 kontinuierlich finanziell gefördert, wie der Landesverband AndersARTiG e.V. mitteilt. Dies setze sich auch im Jahr 2016 fort. Zuvor hatte der Verein Katte e.V. aus Potsdam beklagt, das Sozialministerium unter Ministerin Diana Golze habe die Förderung der gesamten Selbsthilfestrukturen im Bereich HIV/STI-Prävention sowie im Bereich sexueller und geschlechtlicher Vielfalt gestrichen. Dies, so Katte e.V., bedeute für die gesamte Projektlandschaft in diesen Bereichen das voraussichtliche Aus. Tatsächlich hatte Katte zwei Anträge auf Förderung aus Lottomitteln beim zuständigen Landesamt für Soziales und Versorgung eingereicht, die laut Ministerium jedoch aus formalen Gründen nicht förderfähig gewesen seien. Einzelprojekte könne der Katte e.V. aber auch künftig beantragen – das habe man den Vorständen des Vereins mitgeteilt.

Die Versorgung für Schwule, Lesben, Bisexuelle und transidente Menschen sowie HIV-Infizierte ist gesichert

Ministerin Golze widersprach der Darstellung, dass Fördermittel gestrichen wurden. „Im Landeshaushalt sind für 2016 insgesamt 241.900 Euro für Maßnahmen im Bereich der Aids-Prävention und für LGBTI-Projekte eingestellt. Diese Mittel stehen zur Verfügung. Die Versorgung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und transidente Menschen sowie HIV-Infizierte in Brandenburg ist gesichert.“
Auch den Vorwurf der Verzögerungstaktik wies Golze zurück. „Vielmehr wurden vom Verein notwendige Nachweise erst mit monatelanger Verspätung und nur auf Nachfrage des Landesamtes für Soziales und Versorgung übermittelt.”

Brandenburg LGBTI

Illustration aus Brandenburger Unterrichtsmaterialien


Projekte wie der CSD Cottbus, die LesBiSchwule T*our sowie einige weitere Projekte im LGBTI-Bereich würden wie bisher gefördert. Des weiteren stehen Schulen in Brandenburg ab heute neue Unterrichtsmaterialen – gefördert aus Lottomitteln – zur Verfügung, um Kindern und Jugendlichen das Thema sexuelle Vielfalt näherzubringen und gegen Mobbing von LGBTI-Schüler vorzugehen. Was die Zukunft des CSD Potsdam betrifft, so teilte uns das Ministerium auf Anfrage mit: Als Einzelprojekt könne Katte dafür auch künftig Lottomittel beantragen – nur eben nicht, wie geschehen, als Teil eines Gesamtpaketes.

 

Titelfoto: Landeshauptstadt Potsdam/ Markus Klier (Am Donnerstag, den 14. April wurde vor dem Potsdamer Rathaus die Regenbogenflagge gehisst.)

 


10 Kommentare

  1. Jirka Witschak

    ui, es ist kompliziert …

    Diese Meldung bzw. diese Statement, dass ihr hier veröffentlicht, kommt von dem einzigen dauerhaft geförderten LSBTI-Verein im Land Brandenburg. Der muss das Sozialministerium natürlich ganz, ganz toll finden 🙂

    Das eine ganze Reihe von Projekten jetzt vor dem Aus stehen ist allerdings eine Tatsache. Zu nennen wären Transistor Potsdam GayBrandenburg De CSD Potsdam Geschichte homo_sexuelle Emanzipations- bewegung LOVE SEX SAFE und die Betreuung und Begleitung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Diskriminierungserfahrungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen über das Ehrenamts- und Ausbildungsprojekt QUEER FACTORY. u.s.w.

    Diese wurden bisher mit sog. Lottomitteln, mehr schlecht als recht finanziert. Nun gibt es verschärfte Vergaberegeln für eben jene Lottomittel. Die die weitere Förderung der Projekte verunmöglichen.

    Politische Entscheider_innen haben die Problematik inzwischen dann doch erkannt. Wir werden sehen ob Gespräche etwas bringen.

  2. Männer Magazin

    Danke für den ausführlichen Kommentar! Es ist übrigens im Text, den Du sicher gelesen hast, sowohl das Statement von AndersArtig als auch vom Ministerium zu finden. Letzteres sagt z.B., für den CSD Potsdam können sehr wohl weiter Mittel beantragt werden.

  3. Jirka Witschak

    hallo. Das beide Statements veröffentlicht sind, ist mir aufgefallen und finde es auch gut.

    Das ist eben das Komplizierte. Das Ministerium sagt, das uns Mittel u. a. für den CSD Potsdam angeboten wurden und wir quasi „abgelehnt” hätten. Das ist eben die halbe Wahrheit und hängt mit der Förderart Lottomittel zusammen.

    Es dürfen über Lottomittel ab sofort keine kontinuierlichen und fortlaufenden Projekte gefördert werden. Sachkosten, wie Miete und Telefon des Weiteren ebenso nicht. Insofern konnten wir dem auch nicht zustimmen. Unsere 10 Mitarbeitenden müssen ja irgendwo hin, oder? Hierfür hat das Ministerium keine Lösung angeboten.

    Und ob der CSD Potsdam, Cottbus oder die LesBiSchwule Tour nach den neuen Vergaberegeln für Lottomittel förderfähig sind, ist noch dahingestellt. Denn bei allen Projekten handelt es sich um kontinuierlich stattfindende Projekte, die alle bisher über Lottomittel finanziert wurden.

    Das Ministerium ließ unsere schriftliche Nachfrage nach den ganz konkreten Bedingungen unbeantwortet….

  4. Lss Präventionsteam

    Egal wie man es versucht zu erklären, warum was wie warum alles nicht geht. Es zählt das Ergebnis – und das Ergebnis ist: Die Test-, Betreuungs- und Beratungsstelle in Cottbus schliesst mangels Finanzierung zum 30.4.2016 – und Potsdam, sofern es keine Lösung gibt, zum 31.5. oder 30.6..

    Die Beratungsstelle in Cottbus ist noch ein letztes Mal am Donnerstag, dem 21.4. von 16-20 Uhr geöffnet. Dort wurden im letzten Jahr rund 200 Tests auf HIV und sexuell übertragbare Krankheiten durchgeführt und fast 30 HIV-Positive Menschen aus den südlichen Landkreisen Brandenburgs betreut sowie 50 Menschen zu den Themen Homosexualität und Transsexualität sowie Gewalt und Diskriminierungen beraten, sowie 2014/2015 insgesamt 36 Schulveranstaltungen durchgeführt.
    Damit schließt die einzige Beratungsstelle dort, die Schnelltests angeboten hat und auch die einzige Beratungsstelle mit einer geschlechtsspezifischen Beratung für Männer.

    Mit Potsdam schliesst sogar die größte HIV Test- und Beratungsstelle für MSM in Brandenburg mit wöchentlichem Testangebot und über 100 von dort betreuten Menschen mit HIV in Brandenburg gefährdet, sondern auch die einzige Beratungsstelle in der Region überhaupt, die neben HIV Antikörper und Antigentests auch Schnelltests auf Hep. B u. C,, Syphillis, Chlamydien und Gonokokken anbietet.

    Auch gibt es dort als einzige auf dem Gebiet tätige Beratungsstelle eine Sozialrechts- und Schuldnerberatung, die seit 2003 genau von 1712 Personen in Anspruch genommen wurde sowie auch bundesweit ein so ziemlich einmaliges Einstiegsqualifizierungs- und Berufsförderungsprojekt „Queerfactory” für LSBTI.

    Alles einzigartige Angebote, die eben nicht mal eben durch nem Gang zum Gesundheitsamt oder zur AIDS-Hilfe aufgefangen werden können. In sofern kann von einer gesicherten Versorgung wirklich nicht die Rede sein…

  5. Ginnifer Hartz

    Übrigens: Das Bild, dass Ihr verwendet habt, ist die Fahnenhissung von Katte eV. Andersartig hat nicht einen Handschlag dafür getan. Und die Ministerin spricht wohlgemerkt von „Haushaltsmitteln”, also regulären Zuwendungen: Dieses Geld fließt schon seit Jahr und Tag in das Büro von Andersartig und die Potsdamer Aidshilfe. Andersartig ist ein reines Büroprojekt, das eben keine Schnelltests anbietet, keine Betreuung leistet und einen absolut schlechten Ruf hat. Die Aidshilfe Potsdam bietet ebenfalls weder die Betreuung noch die Schnelltests an, dazu kommt noch, dass sie seit 2012 einen schwulen Mitarbeiter angestellt haben, der aber weder vernetzt ist noch als Ansprechpartner ernst genommen wird.

  6. Ginnifer Hartz

    SO verhält sich übrigens der Linken-MdB, der ja Vorsitzender von Andersartig und Aidshilfe Potsdam war: Er hetzt gegen Katte und das Bündnis faires Brandenburg. Weil er Angst hat, dass das Nichtstun seiner Vereine im Vergleich zu Katte und BfB auffällt.

  7. Ginnifer Hartz

    Und nochwas: Schaut Euch mal die Fotos von der Lesbisch-Schwulen Tour von Andersartig an: Leere Plätze, und die Gesichter sind zum überwiegenden Teil Lambda-Mitglieder aus Berlin. Offenbar bringt Andersartig bis auf seine Berliner Anhängsel die Brandenburger nicht hinter dem Ofen vor. Aber dafür ist ja Geld da.

  8. Transistor Potsdam

    Ich frage mich bei all dem Drama, WO schicke ich zukünftig meine trans*/transsexuellen/transidenten Menschen hin? Es ist schwer genug eine vertrauensvolle Basis zu schaffen und nun, was passiert mit den Menschen??? Ich kann gerne alle zur Ministerin schicken, da gäbe es auch genügend Räumlichkeiten für Beratung.

  9. Jannes Christopher Albu

    GayBrandenburg De schreibt:

    QUEENSDAY POTSDAM

    „Nach zwei Jahren Pause traf sich die Potsdamer Community, Touristen und Berliner Szene um gemeinsam eines der Highlights des Potsdamer CSD zu feiern. Mit dabei waren auch Informationsstände von ver.di und seinem LSBTI-Arbeitskreis, der LINKEN, der SCHWUSOS Potsdam (SPD) und em Verein Katte. Es ging feucht-fröhlich-traurig zu. Dem leicht feuchten Wetter zum Trotz kamen sehr, sehr viele Menschen, um dem schlüpfrigen Programm beizuwohnen. Feuchte Augen gab es zeitweise bei vielen Besucher_innen, weil es der letzte Queensday war. Denn die Förderung der Organisationsstruktur und des Trägerverein Katte e. V., die hinter vielen LSBT-Projekten in Potsdam und Brandenburg steckt, steht vor dem Aus, wegen der bisherigen Ablehnung von zwei Förderanträgen durch das Brandenburger Sozialministerium. Das nahmen das Queensday-Ensemble zum Anlass sein Programm ausführlich Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze und dem Bundestagsabgeordneten Harald Petzold aus gegebenen Anlass zu widmen. Sie kamen verständlicherweise nicht ganz so gut weg. Die künstlerischen Höhepunkte des Programms, die Damen legten sich wirklich ins Zeug bzw. zogen sich auch mal aus, wurden durch eine Protestaktion gegen das Sozialministerium der „Potsdamer bunten Wandergruppe” unterbrochen. Diese trifft sich sonst immer zu den Gegenprotesten der menschenfeindlichen POGIDA-Demos in Potsdam. Schlussendlich ließen sich das Queensday-Publikum das Feiern nicht nehmen. So wie man hört ging es traditionsgemäß noch ganz weit bis in den Morgen hinein.”

    Danke DieWeddingerFilmer für die tollen Bilder! https://www.facebook.com/DIEWEDDINGERFILMER/photos/?tab=album&album_id=1009221849166936


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