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USA: Adoptionsrecht nun bundesweit

Mit Mississippi verliert auch der letzte Bundesstaat vor dem Verfassungsgericht

Im August letzten Jahres hatten vier Paare im US-Bundesstaat Mississippi die institutionalisierte Homophobie in ihrer Heimat dann doch satt. Im Juni hatten das US-Verfassungsgericht in Washington die Ehe geöffnet. Was in 49 von 50 Bundesstaaten auch zur Folge hatte, dass gleichgeschlechtliche, verheiratete Paare auch das volle Adoptionsrecht bekamen. Nur Mississippi berief sich auf ein 16 Jahre altes Gesetz, das die Adoption durch „same-Sex-Parents” untersagte und bestand darauf, das würde auch nach der Eheöffnung gelten. Das sahen die vier Paare anders und reichten Klage ein.

Damit ist das volle Adoptionsrecht in allen 50 US-Bundesstaaten in Kraft.

Dabei wurden sie durch die Campaign for Southern Equality and the Family Equality Council, zwei Menschenrechtsorganisationen mit LGBTI-Schwerpunkt, finanziell unterstützt und juristisch beraten. Und das ganze hatte, für amerikanische Verhältnisse, nun sogar relativ schnell Erfolg. Der zuständige Bezirksrichter, U.S. District Judge Daniel Jordan, urteilte am Donnerstag, das Adoptionsverbot sei auch in Mississippi Verfassungswidrig. Er erließ eine einstweilige Verfügung gegen seine Anwendung. Damit ist das volle Adoptionsrecht in allen 50 US-Bundesstaaten in Kraft, womit selbst in Mississippi, der als der am wenigsten LGBTI-freundliche Staat der USA gilt, mehr Rechtsgleichheit herscht, als irgendwo in Deutschland.

Unsere Klienten haben Jahre darauf gewartet, dass sie nun auch juristisch, die Eltern der Kinder werden, um die sie sich liebevoll kümmern.

Der Richter berief sich in seinem Urteil auf das durch das Oberste Verfassungsgericht ausgesprochene Urteil zur bundesweiten Eheöffnung, das man auch in Mississippi nicht nur teilweise anwenden könne und das sich selbstverständlich auch auf das Adoptionsrecht erstrecken würde. Das Urteil „steht über jeder anderen Form von Gesetzgebung, die die Rechte und Pflichten innerhalb der ehelichen Gemeinschaft beschneidet oder einschränkt.” Roberta Kaplan, eine Anwältin der Paare, sagte gegenüber Medien: „Unsere Klienten haben viele Jahre darauf gewartet, dass sie nun auch juristisch, die Eltern der Kinder werden können, um die sie sich seit deren Geburt liebevoll kümmern. Wir hoffen, dass dieses Urteil auch dem Letzten entgültig klar macht, dass Diskriminierung von LGBTI aufgrund ihrer Orientierung oder Geschlechtsidentität in allen 50 Bundesstaaten verfassungswidrig ist, auch in Mississippi.” Erst gestern hatte Mississippi als dritter Bundesstaat ein „Homo-Propaganda”-Gesetz erlassen, das religiöse Diskriminierung von LGBTI erlaubt. Es wird erwartet, dass auch dieses Gesetz vor dem Verfassungsgericht angefochten wird.

 

 

 


41 Kommentare

  1. Klaus M. Hartgens

    Als Vater von fünf Kindern kann ich nur sagen, dass es einem Kind vollkommen egal ist, in welcher Kombination auch immer seine Eltern für ihn/sie da sind. Kinder sind da von einer absolut normalen und vollkommen vernünftigen Ignoranz.

  2. Adrian Adi

    Das ist doch bescheuert nach meine Meinung. So ein Kind wird mit falsche Werte aufwachen. Wird in schule von andere immer unter gemacht. Und und und… Sory und auch nix gegen schwüle aber das ist schon krank. Richter selber bestimmen auch…

  3. Amir Ahmed

    Akilnathan X. Logeswaran in den usa war adoption nie mit ehe gekoppelt und somit stand das adoptionsrecht gleichgeschlechtlichen paaren schon seit sehr langer zeit offen

  4. Amir Ahmed

    Akilnathan X. Logeswaran in den usa war adoption nie mit ehe gekoppelt und somit stand das adoptionsrecht gleichgeschlechtlichen paaren schon seit sehr langer zeit offen

  5. Amir Ahmed

    nach dieser argumentation hätte es noch vor einigen jahrzehnten keine kinder aus mischehen (ein elternteil weiss, eines schwarz) geben dürfen (in den usa). davon abgesehen: sämtliche psychiatrischen und psychologischen dachverbände widerlegen diese unsinnige behauptung

  6. Amir Ahmed

    nach dieser argumentation hätte es noch vor einigen jahrzehnten keine kinder aus mischehen (ein elternteil weiss, eines schwarz) geben dürfen (in den usa). davon abgesehen: sämtliche psychiatrischen und psychologischen dachverbände widerlegen diese unsinnige behauptung

  7. Monika Keller-Müller

    Mit welchen richtigen Werten sollen die Kinder denn aufwachsen? Eigentlich habe ich mir immer vorgestellt, dass den Kindern (neben Rechnen und Grammatik), Toleranz, Respekt, Liebe und Menschlichkeit als Werte vermittelt werden müssten – und da ist es völlig egal, ob es in einer Familie mit Vater und Mutter aufwächst, oder mit zwei Mütter oder zwei Vätern. Ausgegrenzt wird es, weil sich immer noch eine ganz bescheuerte Moralvorstellung in vielen Köpfen fest krallt.

  8. Monika Keller-Müller

    Mit welchen richtigen Werten sollen die Kinder denn aufwachsen? Eigentlich habe ich mir immer vorgestellt, dass den Kindern (neben Rechnen und Grammatik), Toleranz, Respekt, Liebe und Menschlichkeit als Werte vermittelt werden müssten – und da ist es völlig egal, ob es in einer Familie mit Vater und Mutter aufwächst, oder mit zwei Mütter oder zwei Vätern. Ausgegrenzt wird es, weil sich immer noch eine ganz bescheuerte Moralvorstellung in vielen Köpfen fest krallt.

  9. Amir Ahmed

    die erste adoption erfolgte bereits 1986. bereits im jahr 2006 war sie nur mehr in Nebraska, Florida, Michigan, Oklahoma, Mississippi und Utah nicht möglich, das ist von „juristischen problemen” zu unterscheiden, wo es oftmals um einen religionsbezug geht (katholische institution verweigert adoption) oder um individuelle fälle.

  10. Amir Ahmed

    die erste adoption erfolgte bereits 1986. bereits im jahr 2006 war sie nur mehr in Nebraska, Florida, Michigan, Oklahoma, Mississippi und Utah nicht möglich, das ist von „juristischen problemen” zu unterscheiden, wo es oftmals um einen religionsbezug geht (katholische institution verweigert adoption) oder um individuelle fälle.

  11. JJ Basel

    Adrian Adi. Da bist du einfach schlecht informiert. Es gibt genug wissenschaftliche Beweise dass diese Kinder ganz normal aufwachsen. Ich schliesse mich den anderen Kommentaren hier an!

  12. Max Von Theben

    Ich glaube auch, dass viele Menschen einfach schlecht informiert sind und ihr von Normalität geprägtes Selbst leicht bedroht sehen. Man muss einfach immer noch viel aufklären, solange es solche Meinungen gibt.

  13. Max Von Theben

    Ich glaube auch, dass viele Menschen einfach schlecht informiert sind und ihr von Normalität geprägtes Selbst leicht bedroht sehen. Man muss einfach immer noch viel aufklären, solange es solche Meinungen gibt.

  14. Marcelo Strumpf

    Adrian Adi: Kinder brauchen u.a. Respekt, menschliche Wärme, Zuwendung, Liebe, Zuspruch und positive Vorbilder. All dies können sie von heterosexuell und homosexuell orientierten Paaren oder Einzelpersonen erfahren. Ihre eigene sexuelle Orientierung bleibt von der sexuellen Orientierung der Eltern unberührt. Andernfalls gäbe es ja keine Homosexuellen, die ja Kinder von Heterosexuellen sind und zumeist in der klassischen Mann-Frau-Konstellation groß wurden.


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