Tee? Kaffee? Hinrichtung?

Air France schwule Stewards wollen nicht in den Iran fliegen, weil Schwulen dort die Todesstrafe droht und haben eine Online-Petition gestartet

Die Beziehungen des Westens zum Iran lockern sich nach fast drei Jahrzehnten wieder, nachdem Präsident Obama Anfang 2016 mit seinen Verhandlungen erfolgreich war und der Iran Konzessionen bei seinem Atomprogramm gemacht hat. Das bedeutet auch das der Iran, als neuer möglicher Partner für wirtschaftliche Beziehungen, wieder an den Luftverkehr angeschlossen wird. British Airways wird bald wieder von London direkt nach Teheran fliegen, Air France hat seine Paris-Teheran-Linie schon ab nächster Woche wieder eröffnet. Und hier wird es schwierig.

Wir wollen nicht direkt in die Todesstrafe fliegen

Denn das Land von Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit hat, im Vergleich zu Deutschland, sehr mächtige Gewerkschaften. Schon vor einigen Wochen hatten Air France‘ Stewardessen mit ihrem Arbeitgeber vereinbart, dass auf der Iran-Route keine weiblichen Angestellten eingesetzt werden, damit die nicht gezwungen sind, beim Arbeiten einen Schleier oder ein Kopftuch zu tragen. Und nun haben auch die schwulen Stewards darum gebeten, nicht in den Iran fliegen zu müssen, weil Homosexuelle dort hingerichtet werden und Homosexualität illegal ist. Einige von ihnen sagen: „Wir wollen nicht direkt in die Todesstrafe fliegen“ und haben eine Online-Petition gestartet, die während dieser Text entstand schon mehr als 4000 Menschen unterzeichnet hatten.

Schwule sollten nicht gezwungen werden, sich für ihren Beruf zu verleugnen

Ein Arbeitnehmervertreter schrieb in einem offenen Brief an die französische Regierung und Air France CEO Frédéric Gagey. „Sicher, unsere Sexualität steht nicht in unserem Pass und ändert nichts daran, wie wir als Crew arbeiten. Aber es ist auch unvorstellbar, Menschen dazu zu zwingen, in ein Land zu reisen, in dem andere Menschen wie sie umgebracht werden. Menschen die schon in ihrem Heimatland und ihrer Familie darum kämpfen mussten, sie selbst sein zu dürfen, sollten nicht gezwungen werden, sich für ihren Beruf wieder zu verleugnen.“ Der Iran ist eine islamische Republik und 75 Millionen Einwohner. Volljährige Männer, denen homosexueller Geschlechtsverkehr nachgewiesen wird, werden mit dem Tod bestraft, meistens werden sie öffentlich gehängt. Minderjährige werden für Sex mit anderen Jungen mit 74 Peitschenhieben bestraft. Jede Art von Sexualität außerhalb der heterosexuellen, ehelichen Gemeinschaft ist streng verboten und wird bestraft.

Foto: Fotolia/Nieuwland


10 Kommentare

  1. Olfert ten Doornkaat

    Wieso? Laufen die mit’m Schild rum. wo drauf steht, da sie schwul sind? Oder laufen die so vertuckt durch die Gegend, daß man das denen auf fünfhundert Meter Entfernung sofort ansieht?

  2. Mathias Köhler

    Ich bin selber Flugbegleiter und finde es etwas lächerlich…wenn man den Beruf wählt dann weiss man vorher das man evtl auch solche Länder anfliegen könnte….man ist da ja auch nicht tage lang sondern ein paar std und da kann man ja mal Grindr&co auslassen…


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