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Leibniz wirbt mit schwulem Jungen

Oder weiß der Kekshersteller gar nicht, wie man seinen Jubiläums-Spot auch sehen kann?

Es ist ganz spannend: In inzwischen mehr als 100 Jahren Filmgeschichte ist es schon oft passiert, dass heterosexuelle Filmemacher Sachen gedreht haben, von deren queerem Subtext sie erst LGBTI in Kenntnis setzen mussten. Kommt vor. Inzwischen sind aber selbst die meisten Heteros nicht mehr so naiv und schlecht informiert, dass ihnen solche (ja meist hübschen) Fehler unterlaufen. Also glauben wir den Jungs (und Mädels) von Leibniz nicht ganz, dass sie nicht selber wissen, dass mindestens das queere Publikum auf ihren neuesten Werbespot zum 125. Firmenjubiläum drauf guckt, und eine kleine, reizende Geschichte über einen schwulen Jungen sieht, der seiner besten Freundin Tutu, Ballettschuhe und eine Puppe ins Krankenhaus bringt und sich dafür von dussligen Heteros mies behandeln lassen muss. Dazu ist das Ganze ein bisschen offensichtlich.

Wenn man einfach alles füreinander tut – dann nennt man das: Familie.

Die Firma erklärt das auf ihrer Webseite so: „Wenn man statt lange zu reden einfach macht – und dabei über sich hinauswächst. Wenn man Himmel und Hölle in Bewegung setzt – und dabei stärker ist als der eigene Stolz. Wenn man einfach alles füreinander tut – dann nennt man das: Familie.” Ja, genau. Wir nennen das auch Familie. Die gerade weil sie in vielen Fällen nicht die biologische ist, so kraftvoll zueinander steht und immer füreinander da ist, über alle Orientierungs- und Geschlechtergrenzen hinweg. So ganz unbeleckt vom mindestens doppelten Boden des Spots scheinen die Verantwortlichen dann doch nicht zu sein: auf den Einwand einer Userin, es wäre doch toll gewesen, wenn der Junge am Ende das Kleid angezogen und selbst getanzt hätte, um alte Geschlechterbilder zu überkommen, bedankt man sich auf Facebook für das tolle Feedback und schreibt: „Natürlich hätte der Film auch ein anderes Ende haben können, keine Frage. … Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums von Leibniz, soll der Film ein Gefühl von Familie, Geborgenheit und Verlass vermitteln. Denn genau wie viele gemeinsame Erlebnisse, gehört der Butterkeks für viele zu den Kindheitserinnerungen.” Siehste, und das Angepöbeltwerden an Bushaltestellen und die beste Freundin gehören für viele von uns eben auch dazu. Vielleicht ist es ja nicht mit Absicht passiert, aber Leibniz hat sicher nichts dagegen, mit dem Spot Tausenden schwuler Jungs in Deutschland ein bisschen weitergeholfen zu haben. Schön.

Bild: Leibniz.de


39 Kommentare

  1. Männer Magazin

    Ergo ist er in sie verknallt? Vielleicht ist er ergo auch ihr bester Freund und hat es nicht so mit Heteros, weil die ihn an Bushaltestellen immer wie Dreck behandeln und verprügeln wollen.

  2. Uwe Günzel

    sorry, also ich erkenn` da auch nichts dran, was mit Schwulsein zu tun haben könnte…
    Dass die anderen Jungs an der Bushaltestelle ihn wegen seiner Puppe oder seinem rosarotem Tüll hänseln hat, denke ich mal, in diesem Alter, auch nichts mit hetero oder homo zu tun.

  3. Pierre M S Berger

    Männer Magazin vielleicht geht es einfach mal nicht um schwul oder hetero, sondern einfach nur um eine Freundschaft, einen Keks und darum für einen anderen Menschen Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen. Punkt, aus,fertig.

  4. Marv Vin

    Irgendwie zweifle ich an eurer Wahrnehmung? Wie kommt ihr darauf, dass der Junge schwul ist?

    Stattdessen bedient der Werbespot vielmehr die typischen Stereotype, dass Mädchen rosa lieben und vor allem mit Puppen spielen…

    Der Werbespot ist niedlich aber eben auch heteronormativ und von daher nicht anders als so viele andere Werbespots.

  5. Marv Vin

    Ich finde es fast schon peinlich überall Homosexualität zu sehen, wo der Interpretationsspielraum doch entsprechend groß ist… Und vor allem dann einen Artikel dazu zu schreiben… Hat irgendwie was von Schleichwerbung 😉

  6. Patrick Deege

    Das ist doch das schöne… Jeder kann rein interpretieren, was er will. Ich für mich bin auch nicht der Überzeugung, dass der kleine schwul sein muss. 🙂

  7. Natalja Verner

    Ich finde die Werbung totall süß, ganz egal ob der Junge da schwul ist oder nicht. Er geht zu seine beste Freundin oder Schwester oder Cousine ins Krankenhaus und bringt ihr auch ihre Lieblingssachen mit, trotz dass die andere Jungs ihn deswegen mobben weil die ihn mit Rosakleidung sehen…

  8. Christian Batzlen

    Jedem seine Interpretation Männer Magazin – aber diesem Jungen Homosexualität anzudichten ist so schubladig von euch! Und eigentlich seid ihr das auch nicht – also steht zu eurem Fehler, statt euch hier rauszureden…

  9. Didier Duvall

    Was ist daran bitte schwul??? Scheinbar ist – das in unserer Gesellschaft ein rosa Stoff-Fetzen bei einem Jungen nicht mehr als schwul gesehen wird…in Zeiten von metrosexuellen Männern ist das normal…
    Der Spot und der Junge ist süss…und Leibnitz einen Schritt weiter als das Gehabe um Schwulsein oder nicht…
    Wen interessiert das, bitte?
    Unsere Welt ist modern…
    Sonnige Grüsse aus München im rosa T-Shirt…
    Und ich hab noch alle 52 Zacken am Kecks

  10. Gero Bliwernitz

    Ich denke auch nicht das der junge schwul ist.
    Ist aber auch völlig egal, denn:
    Diese Werbung ist einfach nur schön und vorallem eine Werbung die nicht nur das Produkt bewirbt sondern auch etwas aussagt

  11. Jay Be

    Toller Clip, egal auf welche Art und Weise man ihn interpretiert. Jeder kann ja für sich selbst entscheiden wie er die Situation sehen möchte…doch die Kernaussage bleibt „immer für dich da” egal ob Freundschaft oder Liebe 😉

  12. Lars Kyapulsé Metze

    Marv Vin interpretieren können die Herren von der Männer, so viel sie wollen – da haben sie schon recht – aber auch ich sehe eher eine Stereotypisierung, die ich allerdings sogar als gegen Homosexualität gerichtet sehe.
    Ich sehe den Jungen als jemand, der sich an negativen Klischees reiben muss. Er ‘toleriert’ die Situation, aber froh ist er offensichtlich nicht darüber – und er tut auch nichts dagegen, sondern erduldet sie.
    Das mag den Wert seiner Liebe zur Ballerina in den Augen der Heterokundschaft steigern, aber nur solange für diese folgende stereotype Idee funktioniert: ‘Ach, der arme! Zu unrecht als Schwuler wahrgenommen.’
    Genau das ‘zu unrecht’ zeigt doch aber, dass er nur Mitleid bekommt, weil er nicht schwul ist, sonst hätte er es ja verdient.

    Und selbst mit der Männer-Interpretation ist es noch schlimm, weil er jetzt zu recht gehänselt würde – ihm aber niemand hilft und er auch nicht für seinen Standpunkt eintritt.
    Aber dankbarerweise tangiert mich das nur peripher: ich schau kein Fernsehen und kaufe kein Bahlsen.
    Geht mir also an diversen Körperteilen vorbei.
    Ich halte nur die Interpretation der Männer für eigenwillig und wollte das geschwind zum Ausdruck bringen…

  13. Norbert Nachtblau

    ein schöner Spot ja, aber mir erschließt sich auch nicht wie ihr daraus ableitet, dass der Junge schwul ist? nur weil er das Ballerina-Kleid einem Mädchen (seine Freundin oder Schwester – keine Ahnung?) ans Krankenhausbett bringt…

  14. Maik Giese

    In dem Spot geht es einfach nur um einen kleinen Jungen, der seiner im Krankenhaus liegenden Schwester eine Freude macht, indem er ihr ihre Sachen bringt. Die sexuelle Ausrichtung des Jungen, egal ob schwul oder Hetero ist dabei vollkommen irrelevant.

  15. Holger Sommer

    Na ja sieht eher ein wenig wie der große Bruder aus….und als Überschrift „mit schwulem Jungen”..naja das halte ich für billige Hascherei………….

  16. Holger Sommer

    Na ja sieht eher ein wenig wie der große Bruder aus….und als Überschrift „mit schwulem Jungen”..naja das halte ich für billige Hascherei………….

  17. Melkum Iks

    Ich teile die Meinung mancher vorredner, wo ist der junge bitte schwul?

    Es besteht offensichtlich eine herzliche Bindung und er steht für das Mädchen ein und schämt sich auch als er mit Puppe an der Haltestelle gesehen wird. Zumal er dann auch noch die anderen Jungs (suggestiv) für das Tutu vermöbelt und auch selbst Prügel offensichtlich einstecken muss.

    Zumal im Bus auch ersichtlich ist das er erleichtert ist das Tutu wieder bekommen zu haben. Weiterhin ist sichtbar das die Dinge dem Mädchen gehören und nicht ihm, demnach gibt es 0,0 Beweise und Indizien auf seine sexuelle Orientierung. Und etwas hinein dichten ist nicht die professionelle Art einer Zeitschrift.

  18. Daniel Stokl

    Schwuler Junge? Hä?

    Also ich hab mir den Spot angeschaut.
    Wo und wie ihr erkennen wollt das er schwul ist bleibt mir ein Rätsel.

    Ich sehe einen Jungen der einem Mädchen (entweder seine Schwester,eine Freundin oder das Mädchen in das er verliebt ist) Sachen aus ihrem Kinderzimmer bringt und der von andern Jungs gehänselt wird.

    Liebe Redaktion ich würde gerne wissen woran ihr erkennen wollt das er schwul sein soll?

  19. Daniel Stokl

    Schwuler Junge? Hä?

    Also ich hab mir den Spot angeschaut.
    Wo und wie ihr erkennen wollt das er schwul ist bleibt mir ein Rätsel.

    Ich sehe einen Jungen der einem Mädchen (entweder seine Schwester,eine Freundin oder das Mädchen in das er verliebt ist) Sachen aus ihrem Kinderzimmer bringt und der von andern Jungs gehänselt wird.

    Liebe Redaktion ich würde gerne wissen woran ihr erkennen wollt das er schwul sein soll?

  20. Benjamin C. Berg

    Also ich sehe nicht, dass der Junge schwul ist – ich sehe, dass ein Kind seiner Freundin „Zeugs” ins Krankenhaus bringt. Und er mag die Freundin so sehr, dass ihm sogar die hänselein der anderen Kinder egal sind.
    Abgesehen davon finde ich es etwas komisch ein so junges Kind zu sexualisieren…..
    Und eurer Dauerantwort hier unter jedem post „jeder sieht darin etwas anderes” ist ein ziemlich absurder Versuch nicht einfach mal zu zugeben, dass man als Journalist ins Klo gegriffen hat. Wenn übrigens „jeder was anderes” sieht und man über die vollkommen substanzlosen Ideen die hier aufkommen (Kind hat Koffer mit tütü drin – ist ein Junge – muss schwul sein) als Grundlage als „Content” für dieses Magazin sieht, freue ich mich auf die nächsten Artikel!
    „endlich – alle Fußballspieler der Welt Outen sich” (immerhin umarmen die sich öffentlich und gehen danach duschen! Absurd? Also ich seh da was anderes!)

    Alles in allem ziemlich arm….hat den Beigeschmack von „Click bait”

  21. Stev O'Radler

    ergo sollte man vllt auch einfach nicht in Schubladen denken. Sehr komisch, ihm Homosexualität zu unterstellen, ebenso sehr merkwürdig, ihn nun in die Heteroschublade zu stellen. Kommentare wie „wenn schwule überall schwules sehen” sind trollig, aber eventuell sollte sich Mensch überlegen, was für eine Botschaft damit übermittelt wird. Das ist ein sehr niedlicher Werbespot, der abseits von Sexualitätsbekundungen funktioniert und das ist eigentlich auch gut so, denn so gelesen tritt die Freundschaft und Zuneigung in den Vordergrund. Sollte mensch nämlich sich mit dem Diskurs der Sexualität auseinandersetzen hierbei ist auf der ersten ebene erstmal ein als *Junge lesbares Kind da, das wegen Gegendständen, die für als *Mädchen gelesene gesellschaftlich zugesprochen werden (sic). Dass *er sich dazu entschließt, den anderen Kindern die Stirn zu bieten ist tatsächlich auf diese Leseart eine sehr schöne Botschaft. Tiefer hineingeschaut allerdings bringt er diese Gegenstände einem als *Mädchen gelesenem Kind. Schelm, wer stereotypes dabei denkt.


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