Partido de vuelta de semifinales de la Champions League 2015 2016 entre el Real Madrid y Manchester

1:0 für Homophobie

Schwuler Schiedsrichter aus Spanien gibt auf

Jesús Tomillero Benavente (Instagram-Profil) war der erste offen schwule Schiedsrichter in Spanien. Schon früh entdeckte er seine „größte Leidenschaft“ – für Fußball: Mit 11 wurde er Schiedsrichter. Im Frühjahr 2015 outete er sich schließlich, erzählte seine Geschichte vielen Journalisten, auch im Fernsehen. Er sagte damals: „Im spanischen Fußball gibt es viele versteckte Schwule, auch in der 1. und 2. Liga. Sie haben Angst diskriminiert zu werden, und das kann ich verstehen. Aber ich habe keine Angst mehr. Ich will nur respektiert werden.“

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Jesús bei Twitter: „In diesem Moment ist meine Schiedsrichterkarriere vorbei!! Gegen die Homophoben!”

Dieser Respekt wurde ihm jedoch immer wieder verweigert. Zwar bekam er Unterstützung von Erstliga-Schiedsrichtern, doch nicht aus seiner Heimat, nicht vom andalusischen Fußballverband. Dort habe man ihm kaum geholfen, wie Tomillero kritisierte. Die Funktionäre sollen ihm sogar mit einer Strafe gedroht haben, wenn er die Homophobie in Andalusien gegenüber Journalisten thematisiert. (So kämpft der Mexikanische Fußballverband gegen Homophobie in den eigenen Reihen – MÄNNER-Archiv.)

Ich muss es nicht verstecken, denn ich schade niemandem

Auf dem Platz wurde der 21-Jährige immer wieder beleidigt. Ende März zum Beispiel von einem Zeugwart. Jesús legte eine formelle Beschwerde beim andalusischen Fußballverband ein. Der Mann wurde bestraft – er musste 30 Euro zahlen und wurde für neun Spiele gesperrt. Ein Witz, fand der Schiedsrichter. Aber er machte weiter. Auch lokale Politiker unterstützten ihn nun. Gegenüber der Zeitung La Vanguardia sagte er im April: „Ich verstecke meine Homosexualität nicht, ich habe einen Partner und will im August heiraten. Ich muss es nicht verstecken, denn ich schade niemandem. Das Problem haben die, die andere Menschen beleidigen und sie nicht respektieren.“

Schieb dir das Tor in den Arsch!

Die Beleidigungen hörten nicht auf. Am vergangenen Wochenende pfiff er ein Spiel in der andalusischen Regionalliga – die Begegnung zweier U19-Teams. Als Jesús in einer Situation auf Strafstoß entschied, machte sich Unruhe unter den Zuschauern breit. Einer rief: „Das ist der Schwuchtel-Schiedsrichter aus dem Fernsehen.“ Und „Schieb dir das Tor in den Arsch!” Die anderen Zuschauer lachten – das sei das Schlimmste daran gewesen, sagt Jesús. Nun gibt er seinen Schiedsrichterjob auf. „Ich kann nicht mehr“, teilte er mit.

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Jesús bei Facebook am 13. Mai 2016: „Bedauerlich: 150 € Strafe für all die Sachen, die man mich genannt hat” (‘Maricón de mierda’ bedeutet Scheißschwuchtel)

Heute in vier Wochen beginn die Fußball-WM in Frankreich. Was den Kampf gegen Homophobie im Sport angeht, ist das kein gutes Omen.

Die Asociación Ex-Presos Sociales, die sich für Menschenrechte allgemein und die Rechte von LGBTI-Personen im besonderen einsetzt, hat eine Petition gestartet, die sich gegen Homophobie im Fußball wendet und an das andalusische Tourismus- und Sportministerium sowie den andalusischen Fußballverein gerichtet ist.

Foto: Imago/Cordon Press


7 Kommentare

  1. Thomas Müller

    Schade dass da keine Unterstützung von der UEFA kommt wird langsam Zeit dass sich im Sport und nicht nur im Fußball mal was tut und einige sich outen und zu sich stehen und die die gegen Homosexuelle hetzen mal tüchtig was auf die Mütze bekommen gleiche Rechte für alle menschen


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