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Italien bekommt die Lebenspartnerschaft

Ministerpräsident Renzi hat sich final durchgesetzt und freut sich "unbändig" über seinen Erfolg

Die Italiener bekommen die eingetragene Lebenspartnerschaft. Gerade hat das Abgeordnetenhaus mit 396 Stimmen zu 193 Stimmen bei zwei Enthaltungen Ministerpräsident Renzi das Vertrauen ausgesprochen. Damit gilt als sicher, dass auch die Abstimmung  für einen Antrag der Demokratischen Partei (PD), auf Einführung der Lebenspartnerschaft heute Abend Erfolg haben wird.

Abstimmung

Ministerpräsident Renzi hatte am Mittwoch um 14.30 Uhr in der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments die Vertrauensfrage gestellt, um die eingetragene Lebenspartnerschaft in Italien zu ermöglichen. Hätte er die Abstimmung verloren, hätte er zurücktreten müssen. Das galt allerdings als unwahrscheinlich. Denn schon im Februar hatte Renzi das gleiche Manöver im Senat exerziert und diese Abstimmung erfolgreich überstanden. Renzi ist ein Fan des Gesetzes. „Dieser Tag wird in die Erfolgsgeschichte dieser Regierung und in die Geschichte unseres Landes eingehen. Die Hoffnung hat heute die Angst besiegt“, schrieb er im Februar bei Facebook.

Gesetze werden für Menschen gemacht, nicht für Ideologen. Für die Liebenden und nicht für die Bedenkenträger.

Heute sagte er: „Heute ist ein Feiertag für viele. Für diejenigen, die sich endlich anerkannt fühlen. Für diejenigen, die nach vielen Jahren miterleben, dass ihnen Bürgerrechte zurückgegeben werden, die keiner Adjektive bedürfen. Für diejenigen, die letzte Nacht nicht schlafen konnten, für diejenigen, die uns seit Tagen anschreiben und fragen, wo sie denn feiern können, für diejenigen, die es vor Freude einfach nicht mehr aushalten. Heute ist ein Feiertag für viele. In diesen entscheidenden Stunden ist Alessia Ballini in meinen Gedanken und meinem Herzen. (Ballini war eine der ersten offen lesbischen Politikerinnen Italiens, eine wichtige LGBTI-Aktivistin und Renzis Stadträtin, als er Bürgermeister von Florenz war. Sie starb vor fünf Jahren.) Und das reicht mir schon. Denn Gesetze werden für Menschen gemacht, nicht für Ideologen. Für die Liebenden und nicht für die Bedenkenträger. Wir schreiben heute eine weitere wichtige Seite im Geschichtsbuch unserer Nation. Ich tue es mit dem Vertrauensvotum, weil nach vielen Jahren und gescheiterten Versuchen, weitere zusätzliche Verzögerungen nicht hinnehmbar sind. Wir tun es mit Demut und Hoffnung. Und wir tun es jetzt weil es in Italien nicht mehr möglich sein soll, gleiche Rechte weiter hinauszuzögern.“

Demonstration for LGBT rights in Rome Protesters wave flags during a protest. Thousands of people gather in Piazza Del Popolo to show their solidarity for the recognition of LGBT rights. Associations and groups have expressed their disappointment about the changes that the government has made to the bill Cirinnà which precisely guarantees to gay couples all rights and equal duty as heterosexual couples, including the right to adopt stepson. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY DavidexBosco Demonstration for LGBT Rights in Rome protesters Wave Flags during a Protest thousands of Celebrities gather in Piazza Del Popolo to Show their Solidarity for The Recognition of LGBT Rights Associations and Groups have expressed their disappointment About The Changes Thatcher The Government has Made to The Bill Which precisely Guarantees to Gay Couples All Rights and EQUAL Duty As Heterosexual Couples including The Right to Adopt stepson PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY DavidexBosco


Demonstration für LGBTI-Rechte in Rom

Die Vorlage aus Renzis Fraktion der Demokratischen Partei (PD) soll Schwulen und Lesben einige Rechte und Pflichten von Eheleuten einräumen – etwa bei der Namenswahl, dem Erbrecht und Sozialleistungen. Das Gesetz gilt gerade unter Italiens LGBTI als schöner, aber völlig unvollständiger Teilerfolg. Wegen der fehlenden Stiefkindadoption gab es im familienorientierten Italien lautstarke Proteste. Der Vorsitzende der PD, Matteo Orfini, schrieb vor der Abstimmung auf seiner Facebookseite: „Die eingetragene Lebenspartnerschaft wird noch Gesetz werden. Natürlich wird es kein perfektes Gesetz. Selbstverständlich hätten wir uns mehr gewünscht. All das ist nur ein erster Schritt. Aber es ist ein erster Schritt auf den wir seit vielen Jahren gewartet haben. Und es wird denjenigen Genugtuung geben, die den Eiertanz der politischen Entscheidungsträger auf ihrem Rücken aushalten mussten.“

Es ist nicht auszudenken, was Ministerpräsident Renzi noch alles anstellen könnte, wenn er die Parlamentsreform nach seinen Wünschen durchführt

Der Sprecher der italenischen Variante der Demo für alle, die Family Day heißt, drohte an, bei einer im Oktober stattfindenden Volksabstimmung über die Neuordnung des Parlamentes, die im Oktober stattfindet, dafür sorgen zu wollen, dass Renzi gestoppt würde. Das Gesetz zur ‚Homosexuellenehe‘, wie er sich ausdrückt, sei eine Abkehr von der natürlichen Ordnung. „Es ist nicht auszudenken, was Ministerpräsident Renzi noch alles anstellen könnte, wenn er die Parlamentsreform nach seinen Wünschen durchführt.“ Renzi möchte den Senat abschaffen, um Entscheidungen des Parlamentes zu entbürokratisieren.

Foto: Imago/pacific-press-agency


77 Kommentare

  1. Gerome Friedrichs

    Alle unter einen Kamm scheren…
    Ist meist das einzige was alle können!
    Du bist einfach noch nicht an den richtigen geraten…
    Allerdings wer so über darüber spricht, dem sei es ehrlich gesagt auch nicht gegönnt!

  2. Yilmaz Demir

    Depp ! Guck gr an , guck die Szene. .. ich würde sagen, dass zu 95 % der gays nur auf Sex aus ist und somit rumhren… 80 % der Aids rate geht auf gays zurück. ..

    Ich bin froh, dass ich kein typischer gay bin und man mich auch nicht als tunte oder tucke erkennt!

  3. Miguel Pedro Dal Piaz

    „Richtige“ Männer in 2016 sollten so intelligent sein um die Lebensrealitäten einer offenen Gesellschaft zu akzeptieren.
    Der liebe Drago scheint mir eher das Modell Neandertaler zu sein?

  4. Pan Sanu

    Lies mal genau durch, was du grade geschrieben hast, es gibt durchaus Homosexuelle etc. die sind nicht auf GR, und dass sind bestimmt mal sehr viele Menschen….sagst du denn das Heterosexuelle auch rumhuren?

  5. Yilmaz Demir

    Pan Sanu

    Natürlich gibt es auch sowas bei hetero… aber in der gaywelt ist das nahezu das Wesensmerkmal , dass rumgehurt wird. Komm stell dich nicht so dumm an.

  6. Stephan Mombauer

    Dafür, dass Du der Meinung bist, Dir würde man nicht ansehen das Du schwul bist Yilmaz und man Dich nicht als Tucke oder Tunte erkennen würde, schreibst Du aber sehr tuckig ?
    Mal davon abgesehen. Was meinst Du denn damit nicht typisch Gay zu sein?
    Toleranz fordern und selbst in dieser Gruppe der Gesellschaft sehr intolerant zu sein, dass ist tatsächlich typisch schwul ?
    Wie wäre es denn mit Toleranz? Es gibt immer solche und solche. Du scheinst bisher wahrscheinlich nur an Menschen geraten zu sein, die wahrscheinlich nur an Sex mit Dir interessiert waren und sehr oberflächlich sind. Das ist schade für Dich. Deswegen allen Leuten die ein solches Profil betreiben, oder in der Szene verkehren, überhaupt allen schwulen Männern zu unterstellen, sich ausschließlich über ihre Sexualität zu definieren finde ich krass. Das dass nicht so ist, weißt Du ja eigentlich selbst, denn Du bist ja auch schwul, lebst Dein „normales“ Alltagsleben, hast oder strebst eine feste monogame Beziehung an, oder?
    Du bist nicht allein ?

  7. Kon JayJay Rnbwchld

    Ich befürchte, DU gehörst nicht so ganz hierher. Wärst du ein ‚richtiger‘ Mann, ließest du nicht solche Sprüche ab. Vorallem solche sexistischen, mysogonistischen und Frauen feindlichen Sprüche.


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