Süd Korea

Süd-Korea: Keine Eheöffnung möglich

Ein prominentes Paar hat geklagt, die Gerichte haben dagegen entschieden

Gestern war es soweit: Der bekannte Filmregisseur Kim Jho Gwang-Soo und Kim Seung-Hwan, der Mann mit dem er seit vielen Jahren zusammen ist, wollten endlich auch offiziell verheiratet werden. Das Paar hatte gehofft, ein Bezirksgericht in Seoul würde ein Zeichen setzen und ihre Ehe zivilrechtlich anerkennen. Das hätte faktisch die Eheöffnung in Süd-Korea bedeutet und geschah nicht. Die Hoffnung war, dass das Gericht die Artikel der Verfassung, die allen Menschen Gleichheit vor dem Gesetz zusichern über den Eheparagrafen im Zivilgesetzbuch stellen.

Ohne eine neue gesetzliche Regelung, können wir eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft nicht der Ehe gleichsetzen

Aber das Gericht entschied anders: ” Die gesellschaftlichen Bedingungen, die festlegen, wie eine Ehe aussieht, haben sich in den letzten Jahren sehr verändert. Aber ohne eine neue, dafür ausgelegte gesetzliche Regelung, können wir eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft unter den derzeitigen juristischen Möglichkeiten nicht der Ehe gleichsetzen”, so das Gericht. „Die hier zur Anwendung kommenden Gesetze, und zwar soviel die im Zivilrecht, wie auch die auf verfassungsrechtlicher Ebene, gehen von einer Ehe als der Verbindung zwischen Partnern verschiedenen Geschlechts aus.” Kim Jho Gwang-Soo und Kim Seung-Hwan sind das bekannteste schwule Paar Süd-Koreas. Ihre Klage war die erste ihrer Art in dem Land. (Schon mal von Margaret Cho gehört, dem amerikanisch-koreanischen Comedystar? – MÄNNER-Archiv)

Wir sind enttäuscht, aber wir geben nicht auf. Das Paar hat angekündigt, in der nächsten Instanz weitermachen zu wollen.

Ihr Anwalt sagte der Presseagentur AFP: „Bei einem so schwierigen Fall wie diesem, sollten die Regelungen der Verfassung höher gewertet werden, als alle anderen Gesetze. Wir sind enttäuscht, aber wir geben nicht auf.” Das Paar hat angekündigt, in der nächsten Instanz weitermachen zu wollen. Homosexualität ist in Südkorea legal. Im davon unabhängigen Militärstrafrecht, steht auf Homosexualität allerdings Gefängnis. Das Schutzalter liegt bei 14 Jahren. Südkoreanische Filme wie „Memento Mori – Gedenke des Todes” und „No Regret – Im Schatten der Liebe” thematisieren sie künstlerisch, genau wie Kim Jho Gwang-Soos eigene Filme. Eine homosexuelle Community gibt es vorrangig nur in der Hauptstadt Seoul sowie in der Hafenstadt Busan. 67 Prozent der Südkoreaner sind gegen die Homo-Ehe und auch Pride-Paraden sind immer mal wieder von Verboten bedroht. (MÄNNER Archiv)

 Bild: Facebook

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