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Besorgte Angler in Celle

Cruisende Schwule werden als „pervers“ und nicht „normal“ bezeichnet

Die Cruisingsaison ist in vollem Gang. Die Münchner treffen sich am Flaucher (MÄNNER-Archiv), und die Dortmunder fahren wohl auch dieses Jahr wieder zum Parkplatz Kirchlinde: Dort hatten Neonazis versucht, das Cruising-Gebiet zu „säubern” (MÄNNER-Archiv). Die Celler zieht es zum Winser Kalker. Dort kommen sie aber den Anglern in die Quere.

„Wir haben das Gelände seit 25 Jahren gepachtet“, klagt Ryszard Szewenko gegenüber der Celleschen Zeitung. Er ist der Vorsitzende des Angelsportvereins ASV Winsen. „Sie nehmen sich dieses Recht einfach raus und lassen sich auch nicht vertreiben.“

Cruising

Was ihn ärgert, sind herumliegende gebrauchte Kondome und die Gefahr durch Chemikalien. „Wir besetzen jedes Jahr für 20.000 Euro Fisch. Kippt der Teich durchs Shampoos und Sonnencremes um, ist das ein erheblicher Schaden.” Soweit verständlich und nachvollziehbar.

Unsere jungen Angler sollten so etwas nicht sehen müssen

Dem Chef-Angler geht es aber auch um moralische Fragen. „Die Homosexuellenszene existiert dort mittlerweile schon mindestens 20 Jahre und Perverse tauchen auch immer häufiger auf.” Nach Angaben der Zeitung verabredeten sich Schwule im Internet zum Sex am Kalker. „Unser Jugendteich ist direkt daneben. Unsere jungen Angler sollten so etwas nicht sehen müssen“, klagt der besorgte Angler.

Auch „normale Badegäste“, so die Cellesche Zeitung, seien übrigens am Kalk-Sandsteinwerk nicht gern gesehen.

Szewenko fühlt sich in seinem Ärger über die ungebetenen Gäste von der Polizei und den Behörden allein gelassen „Für uns ist das ein Kampf gegen Windmühlen. Von der Gemeinde und der Polizei erhalten wir wenig Unterstützung.“

Wir können nicht hinter jedem Busch sein

In dem Artikel, in dem besonders häufig Gebrauch des Begriffs „Perverse“ gemacht wird, ist auch von Exhibitionisten zu lesen, die in letzter Zeit junge Frauen belästigt haben und vor ihnen onaniert haben sollen. Wenig wahrscheinlich, dass es sich dabei um cruisende Schwule handelt. Szewenko aber glaubt, dass die „Szene vom Sextreff Waldteich“ dahinterstecke: „Die wollen die Leute da weghaben. Deshalb zeigen sie sich den Leuten nackt, um sie von dort zu verscheuchen.“

Die Polizei habe verschärfte Kontrollen angekündigt. „Allerdings ist das ein sehr weitläufiges Gelände und wir können nicht hinter jedem Busch sein“, zitiert die Zeitung einen Sprecher der Celler Polizei.

 
Fotos: Chad States (Unser Titelbild stammt aus einem Cruising Projekt des Fotografen. Mehr dazu in MÄNNER 6.2016 – hier geht’s zum Abo!)


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