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Führen Pornos zu unsafem Sex?

Eine amerikanische Studie behauptet, wer Bareback anschaut, macht es auch

Führt der Konsum von Pornos, in denen kondomfreier Analsex praktiziert wird, dazu, dass diejenigen, die das mögen, auch in ihrem restlichen Sexleben zu riskanterem Sexualverhalten neigen? Eine neue Studie behauptet genau das. Die Grundaussage: Bei Schwulen und bisexuellen Männern, die Bareback-Pornografie schauen, sinkt die Bereitschaft, Kondome zu benutzen, wenn sie selber Analverkehr haben. Der Report wurde von PLOS One publiziert und von Public Health Solution in Zusammenarbeit mit der Columbia University in New York erarbeitet.

70 Prozent der Befragten wollten das, was sie in den Porno-Videos gesehen hatten, auch in ihrem eigenen Sexualleben einmal tun.

Allerdings ist die „Bareback-Pornokonsumenten mögen auch im wahren Leben kondomfreien Sex“-Aussage, eigentlich ein Nebenprodukt der Studie. Denn die wollte herausfinden, ob man Pornografie dazu benutzen kann, Männer die Sex mit Männern haben, zu Kondomgebrauch anzuleiten. Kurz gesagt: Kann man. Was wir aber schon wussten. Schließlich lernt jetzt die dritte Generation schwuler Männer aus Pornofilmen, wie man ein Kondom richtig einsetzt, um sich vor HIV zu schützen. Um herauszufinden, dass auch das Gegenteil stimmt, befragten die Forscher 265 schwule und bisexuelle Männer, die sie über Facebook rekrutiert hatten und die in 50 Meilen Umkreis von New York City, Philadelphia, Baltimore oder Washington DC. wohnen. 92 Prozent von denen hatte schon einmal Bareback-Pornografie konsumiert, und 48 Prozent davon gaben an, dies hätte bei ihnen zu riskanterem Sexualverhalten geführt. 70 Prozent der Befragten wollten das, was sie in den Porno-Videos gesehen hatten, auch in ihrem eigenen Sexualleben einmal tun.

Wir würden uns dafür aussprechen, Konsumenten mehr pornografisches Material zur Verfügung zu stellen, in dem sichtbar Kondome gebraucht werden.

Und auch der Umkehrschluß gilt: Männer die Pornos ansahen, in denen Kondome verwendet wurden, gaben an, auch selbst in einem gesteigerten Maß Gummis zu benutzen. Sozoiologieprofessor Eric Shrimshaw, einer der beteiligten Wissenschaftler, fasst zusammen: „Wir würden uns dafür aussprechen, Konsumenten mehr pornografisches Material zur Verfügung zu stellen, in dem sichtbar Kondome gebraucht werden. Die möglichen negativen Auswirkungen auf das Schutzverhalten von Männern die sex mit Männern haben, sollte politische Konsequenzen für Regisseure, Produzenten, Darsteller und Konsumenten haben.“ Es ist in den letzten Jahren in den USA politisch mehrfach versucht worden, Kondomgebrauch bei Pornodrehs zur Pflicht zur machen. Sexualwissenschaftler und viele HIV-Präventionisten haben sich immer wieder dagegen ausgesprochen. Es ist in den letzten 30 Jahren an keinem schwulen Pornoset in den USA zu einer nachrichtlich bekannten HIV-Übertragung gekommen. Es gibt aus den letzten Jahren auch eine ganze Reihe von Studien, die belegen, dass Pornokonsumenten sehr wohl in der Lage sind, zwischen der „Phantasie“ und Unterhaltung der Filme und ihrem eigenen Sexualverhalten eine klare Grenze zu ziehen, wenn es um ihr Schutzverhalten geht.

Bild: Cockyboys.com

 


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