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Homophobie: FIFA greift durch

Weltfußballverband eröffnet Verfahren gegen Chile, Paraguay, Peru, Mexiko, El Salvador, Honduras und Kroatien

Erstmal ist die Fußball-Europameisterschaft dran, die in zehn Tagen in Frankreich beginnt.  Bis zur nächsten Weltmeisterschaft sind es noch zwei Jahre. Die findet bekanntlich 2018 in Russland statt, wo so viel, vor allem staatlich verordnete Homophobie herrscht, dass die internationalen Teams oder ihre Fans sie nicht auch noch importieren müssen. Wer sich aber schon jetzt homophob verhält, wird bestraft. Das hat die FIFA gerade in mehreren  Fällen bestätigt. Wegen „diskriminierendem und unsportlichem Betragen“ von Fans in Form von homophoben Gesängen eröffnete der Weltfußballverband Verfahren gegen die Verbände von Chile, Paraguay, Peru, Kroatien, El Salvador, Honduras und Mexiko.

Wir müssen keine große Sache daraus machen

Der mexikanische Verband hatten sich 2014 Ärger mit der FIFA eingehandelt, weil die Fans des Teams in einem WM-Gruppenspiel den Torwart Kameruns als „Puto” (Stricher) beschimpft hatten. Mexikos Nationaltrainer Miguel Herrera hatte den Vorfall damals heruntergespielt: „Wir unterstützen unsere Fans und müssen keine große Sache daraus machen.”

Fußball

Andere gehen offensiv mit dem Problem Homophobie im Fußball um: FC Arsenal startete vor zwei Jahren eine Kampagne mit regenbogenfarbenen Schnürsenkeln (MÄNNER-Archiv).

Chile muss 27.000 Euro zahlen

Besonders unangenehm aufgefallen ist Chile: Die Mannschaft wurde für zwei Pflichtspiele mit einer Sperre des Nationalstadions Estadio Nacional Julio Martínez Prádanos in Santiago und einer Geldstrafe von CHF 30.000 (gut 27.000 EUR) belegt. Die erste Stadionsperre gilt für das nächste WM-Vorrundenspiel gegen Bolivien, die zweite wurde für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Das Verfahren betrifft homophobe Gesänge der Fans des Teams und folgt auf frühere Sanktionen für ähnliche Vorfälle bei der WM-Vorrunde.

Als ungebührliches Verhalten gelten  das Vorzeigen ehrverletzender Spruchbänder und  ehrverletzende Rufe

Bereits im Januar waren gegen mehrere Fussballverbände wegen „unsportlichen Betragens” von Fans Sanktionen verhängt worden: Argentinien, Mexiko, Peru und Uruguay wurden mit Geldstrafen von je CHF 20 000 belegt. Chile dagegen wurde für vier Fälle in verschiedenen Spielen zur Zahlung von CHF 70 000 verurteilt. Alle Verfahren betreffen homophobe Gesänge der Fans der jeweiligen Teams, die die FIFA-Disziplinarkommission als Verstoß gegen Art. 67 des Disziplinarreglements wertete. Dort heißt es in Absatz 3:

„Als ungebührliches Verhalten gelten insbesondere Gewalttätigkeiten gegen  Personen oder Sachen, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, das Werfen von Gegenständen, das Vorzeigen ehrverletzender Spruchbänder oder von Spruchbändern mit politischem Inhalt, ehrverletzende Rufe und das Eindringen auf das Spielfeld.“

In der jetzt aktualisierten Liste der FIFA-Sanktionen bezüglich der Qualifikation für die WM 2018 wurden u. a. wegen homophober Gesänge folgende Geldstrafen verhängt:

CHF 35.000 gegen Mexiko (für zwei Vorfälle)

CHF 40.000 gegen Honduras

CHF 35.000 gegen El Salvador

CHF 20.000 gegen Paraguay

CHF 15.000 gegen Peru

Zum Vergleich: Dieser spanische Schiedsrichter wurde wiederholt homophob beleidigt. Die Strafe, die der Fußballverband verhängte: 30 Euro und eine Sperre für neun Spiele (MÄNNER-Archiv).

Kroatien muss in leerem Stadion spielen

Kroatien muss außerdem die nächsten beiden WM-Vorrundenspiele am 5. September gegen die Türkei und am 12. November gegen Island unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und eine Geldstrafe von CHF 150.000 zahlen. Grund sind diskriminierende Gesänge von Fans bei den Freundschaftsspielen Kroatien gegen Israel am 23. März 2016 sowie Ungarn gegen Kroatien vor zwei Monaten. Der kroatische Fußballverband wurde von der FIFA und der UEFA wegen ähnlicher Vorfälle bereits früher bestraft.

Wie die FIFA mitteilte, sind die Ahndung von Vergehen nur zwei Instrumente der umfassenden Strategie im Kampf gegen Diskriminierung. Dazu gehören auch Schulungen, Aufklärung und die „Unterstützung der Mitgliedsverbände bei der Entwicklung wirkungsvoller Schulungs- und Präventionsmaßnahmen”.

Titelbild: Fotolia


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