Hillary Clinton Mai 2016

„Ich will das Ende von AIDS“

Hillary Clinton traf sich mit HIV-Aktivisten, um ihre zukünftige AIDS-Politik zu erarbeiten

Hillary Clinton traf sich über Pfingsten in ihrem Kampagnen-Hauptquartier in Brooklyn/New York mit 22 HIV-AktivistInnen, die für mehr als 90 Gruppen und Selbsthilfeorganisationen aus den gesamten USA standen, um ihre Pläne für den Kampf gegen HIV und AIDS zu diskutieren. Das Meeting dauerte etwas länger als eine Stunde und Aktivist Peter Staley, der es organisiert hatte, zeigt sich am Ende hoch zufrieden. Clinton, für die LGBTI-Themen ein Kampagnen-Schwerpunkt sind (MÄNNER ARCHIV), versprach, sich, sollte sie im Herbst die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden, aktiv gegen HIV und AIDS einzusetzen und den Kampf, den auch sie seit fast 30 Jahren führt, mit voller Kraft voranzutreiben. „Ich werde keine Versprechen machen, die ich nicht halten kann“, sagte die wahrscheinliche Spitzenkandidatin der Demokratischen Partei, „Aber ich werde alles tun, um AIDS innerhalb einer Generation zu beenden. Wir werden mit Ihnen daran arbeiten, einen Weg dorthin zu finden.“

Ich bin sehr dafür, Ihnen mehr Mittel zur Verfügung zu stellen

Die Aktivisten und Clinton einigten sich auf einen nationalen AIDS-Plan, der vorsieht, HIV-Positive so zu versorgen und zu behandeln, das sie nicht länger infektiös sind und Negative mit allem zu versorgen, was sie dafür benötigen, sich nicht zu infizieren. Ziel sind nicht mehr als 12.000 Neuinfektionen im Jahr bis 2025, ein mutiges Vorhaben. Im letzten Jahr wurden knapp 44000 Menschen in den USA neu positiv getestet. Forscher in der Gruppe der Aktivistenvertreter baten Clinton, das Forschungsbudget in diesem Bereich für die nächsten acht Jahren um mindestens 15 Prozent anzuheben. „Wir werden sehen, wie weit wir da kommen“, antwortete Clinton. „Wir müssen als erstes mehr Menschen in Medicaid (einer öffentlich finanzierten Form der Krankenversicherung A.d.R.) unterbringen und diese Unterstützung generell ausweiten, sonst sind diese Ziele nicht realistisch. Wir werden uns intensiv mit Ihrer Anfrage auseinandersetzen und sie sehr genau prüfen. Ich bin sehr dafür, Ihnen mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.“

Ich bin nicht wirklich überrascht, aber sie weiß schon sehr genau, worüber sie beim Thema AIDS spricht

Die Präsidentschaftskandidatin geißelte einige republikanisch regierte Bundesstaaten, für ihren Umgang mit dem von Präsident Obama eingeführten und deswegen auch Obamacare genannten „Affordable Healthcare Act“, der im letzten Jahr über 30 Millionen Amerikanern erstmals die Möglichkeit gab, sich krankenzuversichern. Was die kritisierten Bundesstaaten für ihre Einwohner bewusst erschweren. Die Kandidatin sagte, dass sei eine „nationale Schande“. „Wir müssen einschreiten und diese Staaten zwingen, diese Programme zu erweitern“, sagte Clinton. „Ich verteidige den Affordable Care Act, weil ich glaube, es wäre ein gravierender Fehler, noch einmal von vorn anzufangen, sehe aber Wege, ihn zu verbessern.“ Außerden versprach Clinton, sich aktiv für die Senkung von Arzneimittelkosten einzusetzen und etwas gegen die „Raubtier-Preispolitik“ der Pharmakonzerne zu tun.

Wir haben die Zahl der Menschen die so Zugang zu einer antiretrovalen Therapie bekommen in den letzten vier Jahren verdreifachen können

Teil dieses Plans ist ein Aufstocken der Mittel für den von Präsident Obama eingeführten „President’s Emergency Plan for AIDS Relief“ (PEPFAR), der Gelder für die internationale Prävention zur Verfügung stellt. Aktivisten wollen, dass sein Budget von jetzt 6,8 Milliarden auf zukünftig 8,8 Milliarden Dollar angehoben wird. Auch hier signalisierte Clinton Zustimmung: „Ich unterstütze PEPFAR in vollem Umfang. Wir haben die Zahl der Menschen die so Zugang zu einer antiretrovalen Therapie bekommen in den letzten vier Jahren verdreifachen können.“ Insgesamt hat PEPFAR seit seiner Einführung fast 9,8 Millionen Menschen mit AIDS-Medikamenten versorgt. Peter Staley schrieb nach dem Meeting auf seiner Facebook-Seite „Ich bin nicht wirklich überrascht, aber sie weiß schon sehr genau, worüber sie beim Thema AIDS spricht.“ Clinton beschäftigt sich seit fast 30 Jahren mit HIV auf nationaler und internationaler Ebene. Das positive Feedback auf das Treffen, dürfte diejenigen beruhigen, die entsetzt gewesen waren, als Clinton im März auf der Beerdigung von Nancy Reagan, deren angeblich positiven Beitrag zur Arbeit gegen HIV in den USA gelobt und sich wenig später sehr dafür entschuldigt hatte (MÄNNER ARCHIV).

Foto: Imago/Future Image

Hier ein Video von Clintons Eröffnungsansprache bei dem Treffen:


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