Kiss against Nazis

Knutschen gegen Nazis

Ein spanisches Paar tat während einer Demonstration von Neonazis etwas, was sich nicht viele trauen würden

Manche Menschen sind einfach mutiger als andere. David Fernández und Gregor Eistert, sind solche Menschen. Die beiden waren am Samstag im Madrid Stadtzentrum spazieren, unaufgeregt, was man so macht am Wochenende, als sie in eine Demonstration der spanischen Neo-Nazi-Gruppierung   „Hogar Social Madrid” gerieten, die in Plaza del Dos de Mayo in Malasaña gegen Flüchtlinge demonstrierten. Die Zeitung The Local schreibt, die Demonstranten hätten nach einer erneuten Machtergreifung von Franco geschrien und „Spanien Ja, Flüchtlinge Nein!” gerufen. Der 23-Jährige Fernández sagte der Tageszeitung El Español, die Demonstranten hätten auf das Händchen haltende Paar, sehr eindeutig reagiert:  Sie riefen „Maricón”, was im Spanischen soviel wie „Schwuchtel” bedeutet, „Ihr habt bestimmt AIDS” und „Krankes Pack”. Aber statt wegzulaufen, begann das Paar sich leidenschaftlich zu küssen.

 

Fernández sagte El Español: „Unser Kuss war ganz spontan und ist passiert, weil wir über die Reaktion der Demonstranten auf uns so wütend waren. Wir wollten damit unseren eigenen Ekel darüber ausdrücken, was in der Mitte von Madrid heutzutage alles rumlaufen darf.” Ein Foto des Kusses verbreitet sich seit dem Wochenende viele Tausend Mal auf sozialen Netzwerken und ein Video von der selben Situation zeigt, dass das Paar sich solange weiter küsste, bis sie von der Polizei des Platzes verwiesen wurden. „Das haben wir nicht verstanden. Schließlich waren wir nicht diejenigen, die gerade ein Hassverbrechen begingen, sondern die Nazis”, erzählt Fernández El Español. Aber er sieht ein, dass es für die Polizei leichter war, dass Paar zu bitten, zu gehen, als hunderte Demonstranten, um die Situation zu deeskalieren.

Viele Menschen beglückwünschten David und Gregor zu ihrem Mut und dankten ihnen für ihre Zivilcourage. Spontane Kiss-Ins sind immer eine gute Idee. Nachmachen, bitte.

Foto: Instagram/Twitter


14 Kommentare

  1. Manni Koeln

    Darum geht es mal gerade nicht, sondern darum: ” die Demonstranten hätten auf das Händchen haltende Paar, sehr eindeutig reagiert: Sie riefen „Maricón”, was im Spanischen soviel wie „Schwuchtel” bedeutet, „Ihr habt bestimmt AIDS” und „Krankes Pack”. Aber statt wegzulaufen, begann das Paar sich leidenschaftlich zu küssen.”

  2. Marian Hacke

    Manni Koeln
    Es könnte genauso gut ein Rumgeschlecke vor Hooligans, Südländer oder der Bischofskonferenz sein, das ist keine Leistung. Homophobie ist kein reines Nazi-Phänomen, aber das wird mit dem Bericht mitunter vermittelt, daher mein Kommentar. Ich nehme mir die Freiheit auch mal etwas weiter zu denken. Es tut mir leid, wenn mein Kommentar keine Herleitung für seinen Bezug zum Thema besitzt. Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkle bringen.


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