Nov 30 2015 Philippines Mayor Duterte enters the Century Park hotel followed by his security d

Philippinen: Duterte für Eheöffnung

Der neue Präsident sagt, unter ihm dürfen gleichgeschlechtliche Paare heiraten

Das Ergebnis war deutlich: Der neue Präsident der Philippinen heißt Rodrigo Duterte. 38 Prozent der Wahlberechtigten entschieden sich gestern für ihn, wie nach Auszählung fast aller Stimmen in der Nacht von Montag auf Dienstag schnell klar war. Damit gewinnt jemand in dem tief gespaltenen Land den Kampf um das höchste Amt im Staat, den man als umstritten bezeichnen muss, um es mal freundlich auszudrücken. Der 71-Jährige Duterte ist ein Populist reinster Güte. Viele verglichen ihn im Wahlkampf mit Donald Trump, weil er ein Wahlversprechen aufs nächste türmte. Er will die Kriminalität im Land innerhalb von nur sechs Monaten besiegen, die gravierenden Einkommensunterschiede beseitigen, die „moralische Integrität des Landes“ wieder herstellen. Und er will vielleicht die Ehe öffnen. Im Februar sagte er, er sei bereit „diesen Schritt ernsthaft in Erwägung zu ziehen, sollte ein solcher Vorschlag an mich herangetragen werden.“ Außerdem ist er dafür, dass alle LGBTI zum Militär dürfen, wenn sie das wollen.

Seine öffentlichen und TV-Auftritte strotzen vor Fettnäpfchen, in die er gerne mit voller Wucht tritt, sein Umgangston ist herzlich, aber rüde.

Klingt erst einmal nicht schlecht, ist aber auch nur ein von vielen, vielen Dingen, die Duerte in den letzten Monaten des Wahlkampfes gesagt hat. Er hat sich auch Vergewaltigungsopfer lustig gemacht, den Papst einen „Hurensohn“ genannt und – ganz wie Trump – mit der eigenen sexuellen Potenz und Anziehungskraft auf Frauen geprahlt. Seine öffentlichen und TV-Auftritte strotzen vor Fettnäpfchen, in die er gerne mit voller Wucht tritt, sein Umgangston ist herzlich, aber rüde. Er droht mit Massenverhaftungen von Dealern und ist für öffentliche Hinrichtungen. Damit kommt er vor allem bei den Armen auf den Philippinen gut an, die die Hauptlast der sozialen Ungerechtigkeiten tragen müssen, und denen er vollmundig eine schnelle Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage versprochen hat. Die glauben ihm das, obwohl Duerte einen Vizepräsidenten haben wird, der einen bekannten Namen hat: Ferdinand Marcos ist der Sohn des ehemaligen Diktators der Philippinen. Deswegen hatten viele Beobachter gewarnt, Duterte könne nicht nur kein Heilsbringer, sondern der nächste „starke Mann“ der Philippinen werden und das Land an sich reißen.

Bei Dutertes Wahlkampfveranstaltungen waren auch riesige Regenbogenfahnen zu sehen, wie hier letzte Woche in Manila (Bild: Imago/Pacific Press Agency)

Bei Dutertes Wahlkampfveranstaltungen waren auch riesige Regenbogenfahnen zu sehen, wie hier letzte Woche in Manila (Bild: Imago/Pacific Press Agency)

Homosexualität ist auf den Philippinen legal, aber immer noch nicht völlig akzeptiert. Das Schutzalter ist 12 und seit 2009 können Schwule und Lesben im Militär dienen. Es gibt weder eine eingetragene Partnerschaft noch eine andere Form der offiziellen Anerkennung homosexueller Partnerschaften. Sollte Duterte das wirklich ändern wollen, hätte er allerdings einen Großteil der Bevölkerung hinter sich. Laut einer Umfrage des Pew Research Centers von 2013 sind 73 Prozent der philippinischen Bevölkerung für eine weiter führende gesetzliche Anerkennung von LGBTI.

Bild: Imago_ZUMA Press


3 Kommentare

  1. Boris Gyhra

    Ein Präsident der den Papst einen Hurensohn nennt? Oder bei einer massenvergewaltigung einer Australierin bedauert das der Bürgermeister nicht der erste sein durfte der sie fi…? Wow, wenn man sowas zum Präsidenten hat kann ja nix mehr schief gehe *Ironie off *


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