Sir Elton John

Putin sagt Date mit Elton John ab

Elton John und der russische Staatspräsident wollten sich in Moskau treffen

UPDATE (27.5.2016) Viele Musiker wie Bruce Springsteen treten nicht mehr in homophoben US-Bundesstaaten wie North Carolina auf (MÄNNER-Archiv). Sir Elton dagegen spielt heute sogar in Moskau. Russlands Präsident Wladimir Putin hat das geplante Gespräch über Homo-Rechte allerdings kurzfristig abgesagt. Ein Kreml-Sprecher nannte als Grund Terminprobleme.

Elton John ist ja eigentlich nichts peinlich. Aber letztes Jahr dann doch: Russische TV-Komiker hatten als Wladimir Putin bei ihm angerufen und ihn zu einem Treffen im Kreml eingeladen. Was der Popstar und LGBTI-Aktivist auch begeistert zusagte. Zusammen mit der Ankündigung dabei über Menschenrechte und das russische Propagandagesetz reden zu wollen. Nur, wie gesagt, die Einladung war nur ein Scherz. Jedenfalls bis Putin persönlich davon hörte und seinen Sprecher bekanntgeben ließ, natürlich würde er sich jederzeit mit Elton John treffen und über eben jene Themen sprechen. Da hatten sich zwei gefunden, die beide um den Wert einer Schlagzeile und guter Fotos wissen, wenn sie etwas erreichen wollen.

Elton John hat Millionen russische Fans, die jeden seiner Besuche mit Spannung erwarten.

Aber „jederzeit” kann, wenn sich ein weltweiter Star und einer der zehn wichtigsten Politiker der Welt treffen, schon mal ein paar Monate dauern, bevor es passiert. Bei einem ersten Telefonat zwischen den beiden vor ein paar Monaten, sagte Putin John zu, ihn empfangen zu wollen, sollte er je in Moskau sein. Und da John auch mit 69 Jahren so gut wie permanent auf Welttour ist, wusste er da schon, dass sich dazu im Frühjahr 2016 die Gelegenheit ergeben würde, denn im Mai spielt er zwei Konzerte, eins in St. Petersburg und eins in der russischen Hauptstadt.  Die selbstverständlich ausverkauft sind, Elton John hat Millionen russische Fans, die jeden seiner Besuche mit Spannung erwarten, auch wenn – oder vielleicht gerade weil – er sich dabei, aus politischer Sicht immer mal wieder daneben benimmt, indem er sein Publikum darauf hinweist, dass LGBTI ganz normale Menschen sind und er und sein Mann mit ihren Kindern sehr glücklich, zum Beispiel.

Und was kann mir denn passieren? Wenn sie mich niederschießen, schießen sie mich nieder.

Putins Sprecher Dimitri Preskow hat der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber bestätigt, dass John und der russische Staatspräsident sich treffen werden, wenn der Sänger in Moskau ist. Sein Konzert dort findet am 30. Mai statt, was bedeutet Putin und John sitzen entweder am Tag des Konzerts oder am 1. Juni, dem internationalen Kindertag, zusammen. Elton John hat seine Absichten bei dem Treffen folgendermaßen umschrieben: „Natürlich werde ich etwas sagen, wenn wir uns treffen. Aber dabei wird es nicht nur um LGBTI-Rechte gehen. Ich mag Menschen. Und ich tue alles, um ihnen zu helfen. Ich mag es auch nicht, wenn kleine Kinder tot an den Ufern Europas angespült werden. Also werden wir auch über Flüchtlinge reden. Und was kann mir denn passieren? Wenn sie mich niederschießen, schießen sie mich nieder. Ich fürchte mich nicht. Ich bin Optimist.”

Morgen, am 30. Mai, spielt Elton John in der Moskauer Crocus City Hall. Das Gespräch wurde von Seiten des Kremls kurzfristig abgesagt.

Bild: Imago/Star Media

 


10 Kommentare

  1. Harry Schmidt

    Vieleicht macht es Sinn daß ein Herr Putin aus erster Hand hört das niemand durch Propaganda oder Erziehung homosexuel werden kann ,aber ich glaube er ist nicht dumm genug um das nicht zu wissen. Was er macht ist seine macht Fest zu Zementieren und ihm sind Menschenrechte und Homosexuele egal .

  2. Uwe P. Rösner

    Ein großer und sehr guter Musiker. Ich weiß nicht warum immer alle glauben das sie auch zur Politik taugen. Was soll das Gespräch? Glaubt er Putin bekehren zu können? Putin ist nicht blöd. Da macht er gute Miene zum bösen Spiel. Mit einem Menschen über Menschenrechte zu reden der Arbeitslager betreibt erscheint mir lächerlich.

  3. Harry Schmidt

    Sicher stehen weite Teile des Volkes unter starkem russisch orthodoxen Einfluß, aber es kommt Putin auch zu Pass das die Russen so mit dem Feindbild schwule beschäftigt sind und der eine oder andere politische Gegner wird gleich mit stigmatisiert. Zum einen ist zu verurteilen das eine Kirche die nächsten liebe predigt bestimmte Menschen zu Untermenschen erklärt und zum anderen braucht das Volk Aufkläreung daß man sich seine sexueller Orientierung nicht aussuchen kann, als würde man sich aussuchen können ob man 170cm oder 190cm groß sein will


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