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UMFRAGE: Wie gehen wir mit Russland um?

Auspfeifen oder Aushalten?

Neben Österreich und den Niederlanden steht u. a. auch Russland heute im Halbfinale. Sergey Lazarev repräsentiert seine Heimat, und das ist kein dankbare Aufgabe, wie man in den vergangenen Jahren gesehen hat. Beim ESC-Finale 2015 in Wien etwa wurde im Publikum viel gepfiffen und gestöhnt, wenn Russland bei der Punktevergabe mal wieder voll eins auf die 12 bekommen hat. Hintergrund ist die LGBTI-feindliche Lage in Putins Reich. Dass sich die russische Teilnehmerin Polina Gagarina demonstrativ mit Conchita Wurst fotografieren ließ, wurde wenig gewürdigt. Auch in diesem Jahr wird der russische Kandidat bereits vor seinem Auftritt argwöhnisch betrachtet. Ja, er wurde vom russischen Staatsfernsehen direkt bestimmt – also lupenrein undemokratisch. Und natürlich ist es keine schöne Aussicht für die zum großen Teil schwulen ESC-Fans, 2017 nach Russland fahren zu müssen, wo die Show stattfindet, sollte Sergey am Samstag gewinnen – und das ist nicht unwahrscheinlich, wenn man den Prognosen der Wettbüros glaubt.

Aber Putins Homo-Hass ist nicht seiner. Sergey hat auch keine Berührungsängste. Kürzlich erzählte er im Interview mit einem Schwulenmagazin, dass er „mein schwules Publikum wirklich schätzt“ (klar, was soll man in so einem Fall auch anderes sagen?) – aber auch dass man wärend seines Auftritts ruhig Regenbogenflaggen schwenken darf. 

Regenbogenfahnen als politische Provokation?

Und das darf man nun wirklich, denn die European Broadcasting Union, die den ESC ausrichtet, hatte vergangene Woche angekündigt, dass beim Live-Auftritt des russischen Teilnehmers keine Regenbogenfahnen geschwenkt werden dürften – das könnte als politische Provokation missverstanden werden. Diese Regelung ist aber nach lautem Protest der ESC-Fans zurückgenommen worden.

Von Euch wollen wir wissen: Was ist Eurer Meinung nach der richtige Umgang mit dem russischen Beitrag „You Are The Only One“?

Die Umfrage ist bereits beendet!Hier die Ergebnisse:

Wie sollte man mit dem russischen ESC-Kandidaten umgehen?

Titelbild: Andres Putting (EBU)


40 Kommentare

  1. Hans Hurtig

    der Bericht ist unter aller Niveau und die Möglichkeiten zum Abstimmen noch blöder… lasst den Typen sein Lied singen… Deutschland sollte sich an die eigene Nase fassen – (Naidoo)

  2. Jens Rettberg

    Er kann doch nichts für die Politik seines Landes und nicht dafür, dass es sein Land ist. Er repräsentiert nicht seine Landespolitik, sondern seine Musik für das Land. Und wenn die gut ist, sollte man auch ehrlich sein und IHM applaudieren.

  3. Jörg Schlüter

    Hans Hurtig, sie wissen aber auch wie gerade Conchita vom rechten Rand FPÖ angefeindet wird? Und die FPÖ regiert nicht in Österreich, im Vergleich zu Russland, ist Österreich noch eine sehr gut funktionierende Demokratie!

  4. Jörg Schlüter

    Russland wird Medien wirksam staatlich gelenkt, auch der Sänger für Russland gehört dazu! Der tritt dort nicht für einen Rechtsstaat auf, sondern für ein autokratisches Regime!

  5. Franz Puttinger

    “Ja, er wurde vom russischen Staatsfernsehen direkt bestimmt – also lupenrein undemokratisch.“

    Und wie kam Conchita Wurst dort hin!

    Geht es um Musik oder Politik?

    Lasst ihn gwinnen, dann wird Russland mal zur Schwulenhochburg 🙂

  6. Jörg Schlüter

    Äusserst naiv, habe es schon einmal geschrieben, auch die Nazis haben grosse Events für ihre Propaganda missbraucht. Beispiel Olympia 1936 durften auch die deutsch-jüdischen Sportler antreten und schon hieß es Medienwirksam, die Nazis sind doch gar nicht so schlimm, ne sie waren noch schlimmer!

  7. Frank Bartz van den Bosch

    Schein trügt, und sehr auffelend auch sein video – 100% ausnutzen und in 2017 wird Rusland dann alle Welt willen sagen wie gutces LGBTI’s dort geht ? Hm doch wegen seiner Herkunft darf man auch ihn nicht diskriminieren.

  8. Rolf Michael Kiesen

    Viele russische Machos sind homophob. Aber Homosexualität als solche ist in Russland nicht strafbar, im Gegensatz zu Ländern, in denen die Scharia angewandt wird, wie Iran, IS und Saudi-Arabien. Das sind die wahren Feinde der Freiheit. Michael Kiesen, Autor u.a. Roman „Halbmond über Berlin“

  9. Harry Beckmann

    Hier geht´s um Musik und die verbindet Völker..lasst doch einfach mal die politische Scheiße da raus….wenn´s danach geht kann ja kein Land mehr gewählt werden..oder was ist mit Österreich, Azerbaijan oder Deutschland??? Hasstiraden gegen Naidoo und AFD wählen…also mal den Ball flach halten.

  10. Wolfgang Nagel

    Vielleicht ist es hilfreich wenn wir Russland nicht komplett in einen Topf werfen. Er hat sie sich für russische Verhältnisse sehr liberal geäussert, ist auch schon in Schwulenclubs aufgetreten. Wenn er den ESC holt wäre das für Russland eine sehr gute Chance etwas zu verbessern.

  11. Jörg Schlüter

    In Russland unter Putin..muaaaaaaaaaaaaaahh und die orthodoxe Kirche und ihre Schlägertrupps werden es zu verhindern wissen, sorry soviel Naivität hätte ich den Leuten hier nun wirklich nicht zugetraut! Der Russe vertritt nicht die schwule Comunity Russlands, sondern er wird durch die russischen Staatsmedien dort auftreten, kapiert das doch endlich!

  12. Wolfgang Nagel

    Jeder Mensch hat das Recht an seinen eigenen Aussagen gemessen zu werden. Sonst sind wir auch nicht besser und betreiben gnadenloses Schubladendenken. Auch heute kommen wieder ausgesprochen liberale Statements vom russischen Teilnehmer, die sehr mutig sind. Gerade diese Menschen müssen jetzt gestärkt werden.

  13. Daniel War

    ich bin für auspfeifen. auch wenn der Künstler an sich nichts für sein land kann……manchmal muss man einfach auch konsequent sein….

  14. Thomas Fröhling

    Der Song war recht langweilig, habe den vorher noch nicht gehört und war unvoreingenommen. Die Show war gut aber nen abklatsch von Schwedens Sieg letztes Jahr, alles in Allem für mich kein Favorit so wie er bisher bejubelt wurde… Da dann eher Frankreich, man glaubt es kaum^^

  15. Torsten Jähnsch

    dann muss die gegenfrage lauten, wie gehen wir mit den balkanstaaten um, welche flüchtende menschen vor den toren sterben lassen?
    das finde ich weitaus schlimmer, aber für den schwulen gibt es oft nur schwulenprobleme…

  16. Robby Horvat

    Man weiß ja nicht was er persönlich für eine politische Einstellung hat. Und schwul is der doch auch! 😀 …abgesehen davon..sollte er gewinnen..sollten die „liberalen“, westlichen Länder die schrillsten Transen zum nächsten ESC nach Moskau schicken! Ich wäre für Olivia Jones..die kann zwar nich singen, aber als einer der „Big 5“ sind wir eh im Finale und da kann sie ma den Russen zeigen was ne „Große Transe“ ist! B| Ich verstehe nur nicht wieso Russland unbedingt den ESC gewinnen will…ist doch bekannt, das es zum Großteil ein LGBT-Event ist! Als würde die katholische Kirche n CSD veranstalten.. o.O

  17. Hans Muster

    Ich war 2014 beim ESC-Finale in Kopenhagen dabei. Russland war damals enorm verhasst (Ukraine/Krimm). Ich weiss nicht wieso, aber auch ich habe die Tolmachevy Sisters ausgebuht (was am TV sehr wohl zu hören war) und schäme mich bis heute dafür!
    Schämt Euch, diese Frage zu stellen! Ich werde am Samstag in Stockholm niemanden auspfeiffen – behandle jeden so, wie Du behandelt werden möchtest…


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