United Nation Headquarter, New York

UN: Homosexualität ist keine Krankheit

Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen verlangen Medizinreformen weltweit

In einem vor dem Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai veröffentlichten Statement haben einige der einflußreichsten Menschenrechtsgruppen innerhalb der Vereinten Nationen alle Regierungen weltweit dazu aufgerufen, Homosexualität nicht mehr als Krankheit einzustufen und Maßnahmen zu ergreifen, die es verhindern, dass LGBTI wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Geschlechts zu unnötigen und nutzlosen Behandlungen gezwungen werden. Unterschrieben haben den Aufruf unter anderem das UN-Komittee für Kinderrechte, die Inter-Afrikanische Kommission für Menschenrechte und der Beauftragte für Menschenrechte im Europäischen Rat.

Dieses Verhalten ist außerdem eine der Wurzeln aller negativen Einstellungen und Vorurteile gegenüber LGBTI.

Der Appell sagt unter anderem: „Die Pathologisierung von Erwachsenen oder LGBTI im Kindesalter – zu behaupten, sie wären aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder der Art wie sie ihr Geschlecht leben krank – ist eine der Hauptursachen für die Menschenrechtsverletzungen deren Opfer diese Personengruppe wird. Dieses Verhalten ist außerdem eine der Wurzeln aller negativen Einstellungen und von Vorurteilen ihnen gegenüber und ein großes Hindernis für die Durchsetzung ihrer Menschenrechte. Pathologisierende und stigmatisierende medizinische Einstufungen aufgrund von Geschlechtszugehörigkeit werden als Begründung dafür heran gezogen, trans-Menschen, selbst wenn sie noch sehr jung sind, zu Sterilisationen, Hormon-Therapien, chirurgischen Eingriffen oder psychatrischen Bewertungen zu zwingen, was ihre Menschenrechte fundamental einschränkt. Diese pathologisierenden Einstufungen führen auch dazu, dass Trans-Menschen keinen Zugang zu sicheren, medizinischen Wegen zu einer Geschlechtsanpassung haben. Das führt zu Todesfällen und schweren, unnötigen Verletzungen, die aus unsicheren und unhygienischen Eingriffen stammen.

Lesbisch, schwul, bisexuell oder trans zu sein, heißt nichts weiter, als der reichen Vielfältigkeit der menschlichen Natur zu entsprechen.

Außerdem werden auf Grundlage der falschen, medizinischen Einstufungen LGBTI weiterhin schmerzhaften, unethischen und schädlichen Behandlungen ausgesetzt, um sie zu „heilen”. Diese sogenannten „Conversion-” oder „Reparative-„Therapien sind besonders für Kinder und Jugendliche mit oft schweren Schädigungen verbunden. Erzwungene, nicht freiwillige Behandlungen können zu lebenslangen physischen oder psychischen Schmerzen führen  und das Leid, das durch sie hervorgerufen wird, kann das Recht eines Individuums auf Schutz vor Folter oder anderen unmenschlichen Formen der Bestrafung einschränken. Die Pathologisierung von LGBTI wird auch dazu benutzt, um die fortgesetzte Kriminalisierung von Transgendern zu begründen, die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen zu verhindern, die offizielle Anerkennung oder Veränderung des Geschlechtsstatuses von trans-Menschen zu verhindern und die Benachteiligungen von LGBTI in Bezug auf Bildung, Gesundheitsversorgung und im Arbeits- und Wohnrecht nicht zu beseitigen. … Lesbisch, schwul, bisexuell oder trans zu sein, heißt nichts weiter, als der reichen Vielfältigkeit der menschlichen Natur zu entsprechen. Wir sind tief besorgt darüber, dass LGBTI durch solche medizinischen Pathologisierungen immer noch viel Leid erfahren müssen. Wir freuen uns über jede Form von Fortschritt, die hier erreicht wird und begrüßen, dass die WHO vor 26 Jahren beschlossen hat, Homosexualität von der Liste der anerkannten Krankheiten zu entfernen. Wir sehen mit Sorge, dass einige nationale  Gesundheitsorganisationen dieser Einschätzung immer noch nicht folgen. Hier sind juristische und politische Reformen notwendig, die LGBTI wirksam vor Gewalt und Diskriminierung schützen.” Manche UN-Mitglieder werden nicht zugehört haben. Simbabwes Präsident Robert Mugabe beispielsweise, hatte erst im September vor der UN gesagt, in seinem Land gäbe es keine Homosexuellen (MÄNNER ARCHIV).

Foto: Fotolia/tapanuth, Wikicommons/Neptuul


6 Kommentare

  1. Wolfgang W. Jost

    …. das überwiegende Deutschland hat es schon begriffen ……. nur die altmodisch, zeitfremde, planlose, sture, mittelalterlebende, Frei-, Gleichheitsrechts- u. Volkrmitbestimmungsweigernde „EINE”, über(ur)alte BauchreGIERung, mittelalterlebenden Politik(-er) vor Allem C-Parteien u.w. kapieren und begreift es nicht! Und erst wenn Jeder gleiche Rechte hat haben altmodische, abgöttisch nach (Märchen-)Geschichtelebende überhebliche (Auf-)Hetzer, Falsch- und Eigendarsteller, Vereine, Sippen und Langweile-Bündnisse keine Grundlage mehr. Erst dann ist ein Zusammenlaben mit Respekt, Toleranz, Akzeptanz uvm. gegeben. 🙂

  2. Dschin Dschin

    Ja, Homosexualität ist keine Krankheit! – Ja, Homosexualität ist Ausdruck der Vielfalt, welche der evolutionäre Prozess erzeugt! – Ja, Homosexualität, ist eine Behinderung!
    Wenn das Ziel der Sexualität die Fortpflanzung ist, dann ist die Liebe zu Menschen des gleichen Geschlechts eine Behinderung! Es ist keine Sünde, denn diese Neigung ist keine Entscheidung des Einzelnen. Er hat sie in die Wiege gelegt bekommen. Aber es ist eine Behinderung!
    So wie auch Hermaphroditen behindert sind. Ob Transgender eine Behinderung oder eine Krankheit ist, darüber kann man streiten. Es hängt vom Einzelnen ab, ob er einen Leidensdruck verspürt. Tatsache ist, dass trotz Operation die Selbstmordrate unter Transgendermenschen deutlich erhöht ist und dass man diese Neigung mit Psychopharmaka behandeln kann.
    Wir müssen den Menschen nicht auf Einheitsformat pressen. Wir können gut mit Vielfalt leben, jeder nach seiner Facon. Wir müssen damit leben, dass nicht alle Menschen Sympathie für Andersartige haben, und das betrifft nicht nur sexuelle Neigungen, sondern auch religiöse Überzeugungen, Stigmata aller Art oder landsmannschaftliche Eigenarten (nicht jeder mag Sachsen und ihren Dialekt). Toleranz heißt dass wir uns trotz unserer Eigenarten höflich und mit Respekt begegnen, es heißt nicht, dass wir unsere Liebe und Zuneigung gleichmäßig über alle Menschen verteilen. Wer Toleranz fordert ist aber auch gefordert, seine Andersartigkeit dem Mitmenschen nicht unangemessen und penetrant unter die Nase zu reiben.


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