Kenianische Nationalflagge

Verbietet Kenia Schwulenfolter?

Zwei Männer klagen gegen "anale Proben" als Test für Homosexualität

Die Gesetzgebung und Medizin des 18. Jahrhunderts waren hart für Männer, die bei Homosexualität ertappt wurden. Ihnen wurde ein Analzylinder eingeführt, um Proben zu entnehmen, nach Anlagerungen von Samen zu suchen und herauszufinden, ob der Schließmuskel „unnatürlich erweitert” war. Das galt als eindeutiger Hinweis auf Homosexualität. Die aggressive und für die Betreffenden sehr schmerzhafte Methode wurde von ihrem Entstehungsort, England, in die afrikanischen Kolonien exportiert und wird, in ihrem Herkunftsland seit langer Zeit unvorstellbar, dort immer noch zur Anwendung gebracht, so zum Beispiel in Kenia.

Im Coast General Provincial Hospital, einem der größten Krankenhäuser der Stadt, unter Aufsicht der Polizei, waren beide Kläger so untersucht worden.

Das höchste Gericht des Landes in Mombasa wird die Klagen von zwei Männern hören, die dieser Foltermethode durch Ärzte ausgesetzt gewesen sind und sie jetzt verbieten lassen wollen, weil sie aus ihrer Sicht medizinisch sinnlos ist und nur dazu gedacht, den Opfern Schmerzen zu bereiten. Im Coast General Provincial Hospital, einem der größten Krankenhäuser der Stadt, unter Aufsicht der Polizei, waren beide Kläger so untersucht worden. Ihnen wurde gesagt, die „Analuntersuchungen”, seien notwendig. Es wurden so Stuhlproben entnommen, untersucht, ob die Männer penetriert worden waren und Fotos ihrer Darmausgänge gemacht. Der Test ist international längst verboten, in Afrika aber als „Test der Schande” weiter in Anwendung.

Es ist schockierend, dass Kenia im 21. Jahrhundert diese Methode immer noch anwendet.

Neela Ghoshal, eine LGBTI-Forscherin bei  der Organisation Human Rights Watch, sagte gegenüber Medien: „Diese Analuntersuchungen beweisen gar nichts. Mit ihnen werden nur Menschen verletzt und gedemütigt, die ohnehin als moralische und gesellschaftliche Außenseiter gesehen werden. Es ist schockierend, dass Kenia im 21. Jahrhundert diese Methode immer noch anwendet.” Kenia hat mehrere internationale Vereinbarungen gegen Folter unterschrieben und auch die African Convention on Human and People’s Rights. All diese Verträge verbieten ungewollte Penetration und sehen sie als sexuelle Körperverletzung oder Vergewaltigung. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern sind in Kenia nach Paragrafen 162 bis 165 des Strafgesetzbuches strafbar. Das Strafmaß beträgt 5 bis 14 Jahre Freiheitsstrafe.
Bild: fotolia/Argus


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