Mein lieber Herr Gesangsverein!

Die Vorbereitungen zum ESC 2016 laufen

Nicoles Segen hat sie schonmal. Die deutsche ESC-Kandidatin Jamie-Lee („Ghost“) sei „eine Type, stellt was dar“, wird die 1982er-Siegerin („Ein bisschen Frieden“) zitiert. Die Wettbüros sehen sie im Mittelfeld, immerhin. Ganz vorn liegt Sergey Lazarev. Der russische Superstar singt in Stockholm „You are the only one“, eine poppige Nummer mit treibendem Beat. Obwohl er vom Putin-nahen Staatsfernsehen nominiert wurde, scheint er nicht viel von der Anti-Homo-Propaganda-Politik seiner Heimat zu halten. Jedenfalls freut er sich auf sein schwules Publikum, wie er gerade klarmachte, und gegen Fans, die Regenbogenflaggen schwenken, hat er auch nichts einzuwenden.

Vielleicht haben die Leute in Russland Probleme mit mir, weil ich schwul bin, oder weil ich Make-up trage

Der israelische Kandidat Hovi Star (siehe Titelbild) hat dagegen die angespannte Stimmung in Russland schon hautnah erlebt. Bei seiner Einreise nach Moskau Ende April machten sich die Grenzkontrolleure über ihn lustig und zerrissen seinen Pass. Bekannt gemacht wurde dies durch den spanischen ESC-Teilnehmer, Barei, der Zeuge des Zwischenfalls war. Hovi Star sagte dazu in einem TV-Interview in Malta. „Vielleicht haben die Leute in Russland Probleme mit mir, weil ich schwul bin, oder weil ich Make-up trage.“ Fragen nach seiner (Homo)Sexualität mag er eigentlich nicht, bezeichnet sich dafür lieber als Diva. Ohne würde beim ESC auch etwas fehlen.

ESC 2016

Eurovision 2016
Nicky Byrne singt für Irland „Sunlight“

Frankreich bietet einen sauinternationalen Kandidaten auf: Amir hat tunesisch-marokkanisch-spanische Eltern und singt – Englisch! Eine kleine Sensation, auch wenn es nur den Refrain von „J’ai cherché“ betrifft. Aus Irland kommt Ex-Westlife-Mitglied Nicky Byrne, der das sehr radiotaugliche (und das ist kein Kompliment) „Sunlight“ singt. Er wurde ohne Vorentscheid direkt nominiert, um für das Land mit den meisten ESC-Siegen noch einen zusätzlichen zu holen. Die anderen Herren wollen sich zum Sieg schmusen: Für Litauen startet Donny Montell mit der Popballade „I’ve been waiting for this night“, und der Ungar Freddy singt mit heiserem Rockröhrentimbre „Pioneer“. Sie alle sind längst in Stockholm und proben für ihren Auftritt nächste Woche, wie unser Video zeigt.

Wer sich auf die ESC-Shows vorbereiten will, findet auf dieser Compilation alle Songs aus dem Wettbewerb.

ESC

 

ESC-Finale: 15. Mai, 21 Uhr, ARD

Titelbild: Andreas Putting


9 Kommentare

  1. quietschbeu

    „…Sie alle sind längst in Stockholm und proben für ihren Auftritt nächste Woche, wie unser Video zeigt.“
    Ja, und wenn man die auch alle sehen möchte (sind ja ein paar Leckerbissen dabei), sollte man sich auch die Halbfinals am Dienstag und Donnerstag nächster Woche ansehen (jeweils 21 Uhr, Einsfestival). Denn wer sich nicht qualifiziert, taucht auch nicht im Final auf 😉

    „der spanische Teilnehmer“ Barei ist übrigens eine Sie!


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