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Bundesweite Umfrage zum Thema PrEP

Wir wollen es wissen: Würdest Du eine Prä-Expositions-Prophylaxe benutzen?

Die sogenannte Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP), also die Einnahme von antiretroviralen Mitteln durch HIV-negative Menschen vor Risikokontakten, wird aktuell in der HIV-Prävention heiß diskutiert. Die „Pille davor“ wirft aber noch viele Fragen auf: Wie fügt sie sich in bisherige Präventionsmaßnahmen ein? Und: Was wissen HIV-negativer Menschen überhaupt über die PrEP? Gibt es bereits Erfahrungen und Präferenzen?

Eine Online-Umfrage der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) soll diese Wissenslücken schließen und zur Versachlichung der Debatte beitragen. Wir sprachen mit Dr. Tim Kümmerle, HIV-Schwerpunktarzt in Köln, zum Thema:

Kurz zusammengefasst: Welchen Nutzen hat die PrEP?
Mit der PrEP soll das „Einnisten“ der HI-Viren im Körper verhindert werden. Dafür werden aktuell zwei erprobte, gut verträgliche HIV-Medikamente eingesetzt, welche in der Tablette „Truvada“ kombiniert sind. Die Erfolgsquote ist hoch und kommt bei regelmäßiger Einnahme laut Studiendaten an die Schutzwirkung von Kondomen heran.

Gibt es Nachteile?
Die Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen kann mit der PrEP nicht verhindert werden. Resistenzentwicklung und Nebenwirkungen unter der Therapie sind möglich, aber treten bislang selten auf. Damit diese frühzeitig erkannt werden, muss ein mit HIV erfahrener Arzt die Einnahme der PrEP überwachen. Beispielsweise sind regelmäßige HIV-Tests alle 3 Monate unter der PrEP unverzichtbar.

foto prep tabletten

Wie komme ich an eine PrEP?
In Europa wird Truvada als PrEP voraussichtlich noch 2016 zugelassen. Es ist gegenwärtig völlig unklar, ob die gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten dafür übernehmen. Da das Medikament sehr teuer ist (ca 800€/Monat) wird der Preis wohl eine hohe Hürde für die Verbreitung der PrEP darstellen. Die unkontrollierte Anwendung zum Beispiel durch den Import von Nachahmerpräparaten aus anderen Ländern oder der Weiterverkauf von Truvada durch bereits Infizierte erfüllt uns Schwerpunktärzte mit Sorge. Gerade hinsichtlich der Resistenzgefahr ist die nicht überwachte PrEP-Einnahme bedenklich. Eine enge ärztliche Begleitung ist sehr wichtig.

Wozu dient die aktuelle Umfrage?
Wir möchten mit dieser Umfrage mehr über den Bedarf und die Einstellung schwuler und bisexueller Männer zum Thema erfahren. Wir wollen, dass die PrEP für Menschen, die davon profitieren, verfügbar und erschwinglich ist. Es geht um eine Ergänzung, nicht um eine Konkurrenz zu den klassischen Präventionsangeboten. Hierfür – und für eine sachliche politische Debatte – müssen wir mehr über das Schutzverhalten HIV-negativer Menschen wissen. Deshalb ist es ausgesprochen wichtig, dass möglichst viele schwule und bisexuelle Männer an der Kampagne mitmachen. Die Umfrage läuft noch bis zum 30. Juni!

MÄNNER unterstützt die Umfrage der dagnä und bittet die Leser ihrerseits, sich an der Umfrage zu beteiligen. Der Zeitaufwand beträgt nur einige Minuten und die Teilnahme ist selbstverständlich anonym. Hier geht’s los: https://prep-befragung.de.

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Fotos: istock/Gerschwitz


8 Kommentare

  1. Dennis Reppnack

    Es gibt auch Männer, die gerne beides in Kombination verwenden wollen. Die scheren Sie damit über einen Kamm.
    Mal abgesehen davon: Wollen Sie lieber 800€ für die PrEP zur Verfügung stellen oder die ca. 1500€ für die Behandlung eines HIV-Positiven?

  2. Jan Kunde

    Die Befragung ist völlig eindimensional: es wird zwar nach ungeschütztem Verkehr gefragt, aber nicht nach dem Beziehungsstatus und mit wem. Ergebnis wird in Richtung „

  3. Jan Kunde

    … In Richtung „vögeln ungeschützt rum” verzerrt und deshalb braucht man dringend eine PreP. Über die Nebenwirkungen dieser Medikamente spricht natürlich keiner…


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