June 6 2015 Kiev Ukraine Participants of Kyiv Equality March 2015 walk by the city with rainbo

Breite Unterstützung für Kiew-Pride

Pop-Superstars und die Europäische Politik stellen sich am Sonntag hinter die LGBTIs in der Ukraine

Die politische Unterstützung für den am Sonntag geplanten Equality March in Kiew ist breit und vielfältig. Und sie wird immer lauter. Auch Jamala, die ukrainische Siegerin des diesjährigen ESC, hat sich nun eingeschaltet. In einem offenen Brief fordert der Star den Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, auf, beim dem Marsch für Sicherheit zu sorgen. „Es ist ihre Pflicht als Demokrat, die Teilnehmer zu schützen und sich so für die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in unserem Land einzusetzen”, so die Sängerin. Viele andere Prominente verschickten ähnliche Post ans Kiewer Rathaus. Klitschko hat für den Schutz der Demonstranten schon 6000 Polizisten abgestellt. Was nötig ist, weil rechtsnationale Kräfte ein „Blutbad” angekündigt haben, sollte der Pride nicht abgesagt werden. (MÄNNER-Archiv)

Jamalas Offener Brief

Jamalas Offener Brief

Damit geraten auch europäischen Politiker in die Gefahrenzone. Denn die haben ihren solidarischen Besuch der Demonstration in großer Zahl angekündigt. Aus Kiews Partnerstadt München ist eine ganze Gruppe angereist. Stadträtin Lydia Dietrich (Bündnis90/Grüne) ist im Namen von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) dabei, der nicht selbst teilnehmen kann. (MÄNNER-Archiv)  Abgeordnete des Europäischen Parlaments kommen gleich im halben Dutzend und aus aller Herren Länder. Die Niederländerin Sophie in’tVed, die Vize-Präsidentin der LGBTI-Intergroup im Europäischen Parlament sagte: „Am Sonntag unterstützen wir diejenigen, die für eine offene, tolerante Gesellschaft in der Ukraine eintreten, in der alle Bürger gleich und frei sind und jeder seine Identität unbeschadet leben kann. Der Weg zu einer vollständig gleichberechtigten Ukraine ohne Homophobie ist noch weit, aber ich freue mich sehr über die Unterstützung durch die ukrainische Politik und ihren Apparat. Indem sie sich an die Seite der Vielfalt stellen, machen all diese Menschen, genau wie alle Teilnehmer der Demonstration, den Weg frei, für eine schönere und offenere Ukraine.”

Die gestiegene Aufmerksamkeit, hat auch zu einem Anstieg bei homophober Gewalt und einer vermehrten Zahl von Hassverbrechen geführt

Die Deutsche Rebecca Harms, Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA), ergänzte: „Jeder Bürger hat das Recht auf Versammlungsfreiheit. Toleranz und Vielfalt, wie wir sie diesen Sonntag feiern wollen, waren das Herzstück der Forderungen, für die die Bürger während der Proteste auf Maidan seinerzeit ihre Stimme erhoben haben. Diese Rechte hoch zuhalten, ist von unschätzbarem Wert für jede Gesellschaft, weil sie auch die Grundlage echter Demokratie sind. Ich freue mich darauf, am Sonntag für sie zu marschieren.” Ana Gomes aus Portugal, die seit 2004 Teil der sozialistischen Fraktion des Europäischen Parlaments ist, begründete ihre Teilnahme so: „Die Rechte von LGBTI in der Ukraine sind in den letzten Jahren deutlich vorangekommen. Aber die gestiegene Aufmerksamkeit, die diese Bevölkerungsgruppe in der Öffentlichkeit nun erfährt, hat auch zu einem Anstieg bei homophober Gewalt und einer vermehrten Zahl von Hassverbrechen geführt, wie man erst im März beim Überfall auf das queere Festival in Lviv wieder beobachten musste. Ich fordere die Verwaltung von Kiew auf, für den Schutz und das sichere Geleit aller Demonstrationsteilnehmer zu sorgen, so wie es europäischen Standards entspricht.”

Fotos: Amnesty International, Imago_ZUMA Press


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