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„Die kriegen uns nicht klein“

Unbekannte haben die Mutter von LSVD-Vorstand Axel Hochrein bedroht, weil ihr Sohn eine "schwule Sau" sei

LSVD Vorstand Axel Hochrein postete heute folgende Nachricht auf seinem Facebook-Profil:

„An die asozialen, homophoben Feiglinge, die anonyme Drohbriefe an meine Mutter schreiben und das Andenken an meinen Vater beschmutzen wollen:
1.) Die Staatsanwaltschaft hat den Brief und die Anzeige
2.) Wer anonym Schmutz verbreitet und mit Öffentlichkeit droht, ist ungefähr so braun, aber nicht ganz so intelligent wie die Haufen unserer Hunde.
3.) Mir tun Eure Eltern leid, solche verkommenen Subjekte als Kinder zu haben.“

Wir wollten wissen, was die Geschichte dahinter ist und haben ihn angerufen:

Hallo Axel, kannst du mir sagen, welche Ereignisse sich hinter deinem Facebook-Post verbergen?
Am Samstag Morgen kam per Post bei meiner Mutter ein Brief an, der sie, mich und meinen Vater schwer beleidigte, mich als „schwule Sau“ beschimpfte und androhte, man würde öffentlich machen, dass meine Mutter fremd gegangen ist, damit ich Missgeburt überhaupt gezeugt werden konnte. Mich hat das nicht so getroffen, weil ich zur gleichen Zeit in Berlin bei der Auftaktveranstaltung von Ehe für alle war, aber meine liebe Frau Mutter war schwer getroffen und ich musste sie per Telefon dann doch sehr beruhigen.

Hast du irgendeine Ahnung, von wem der Brief kommt?
Er kommt, soviel kann man an Hand des Umschlags und Poststempels sagen, hier aus Würzburg. Woher genau und von wem, wissen wir natürlich nicht. Deswegen haben wir auch zusammen mit unserem Justiziar Manfred Bruns  Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Der angezeigte Tatbestand ist welcher?
Der juristische Terminus ist: „Aus allen infrage kommenden Gründen“, also so breit wie möglich. Konkret geht es um Beleidigung von mir, meiner Mutter, Nötigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Mein Vater ist vor 30 Jahren verstorben, aber trotzdem betrifft es ihn noch und ist wichtig für meine Mutter, das wir das einbeziehen.

Ist es das erste Mal, das so etwas passiert?
Es ist natürlich nicht das erste Mal, dass ich beleidigt worden bin. Ich bin schon auf offener Straße angepöbelt und beschimpft worden. Aber so schriftlich, und unter Einbeziehung meiner Familie, ja, da ist es das erste Mal.

Wie geht es Dir damit?
Mir persönlich geht es ganz gut. Meine Mutter ist sehr angegriffen davon. Es erinnert sie an Dinge und natürlich hat sie auch wieder Angst um mich, nehme ich an.

Was glaubst du, welchen Erfolg wird die Anzeige haben?
Ich nehme nicht an, dass die Täter gefunden werden. Es ist ein Stück Papier, das auch irgendwann wieder in einer Schublade verschwinden wird, wie so viele vor ihm. Aber, darum geht es auch nicht unbedingt. Es geht um das Sichtbarmachen. Darum zu zeigen, dass wir das nicht hinnehmen und uns sofort zur Wehr setzen. Dass wir öffentlich machen, wenn so etwas passiert und uns nicht einschüchtern lassen. Dass wir nicht den Mund halten und uns die Täter nicht klein kriegen.

lsvd.de

Foto: LSVD-Blog/Mannhöfer

 


6 Kommentare

  1. Wolfgang Salzmann

    Mich schockt das schon gar nicht mehr. Habe letztes Jahr Drohbriefe und Beschimpfungen erhalten, weil ich Krimis über einen schwulen Kommissar und sein Leben, seine Arbeit und unsere Gesellschaft geschrieben habe. Bis jetzt hat die Polizei noch keine Spur. Bin mal gespannt wie der dritte Roman aus der Reiche an kommt. ( Tod eines Flüchtling / aus der Reihe Soko Hamburg Hafen )

  2. Horst Lukas Kieler

    Du musst dir keine Sorgen machen, Leute, die Drohbriefe schreiben, sind in der Regel zu feige, um ihre Drohungen wahr zu machen. Denen gehts darum, die Bedrohten in Angst zu versetzen, während sie sich in der Anonymität wie starke Macker fühlen können, während sie in Wirklichkeit nur mickrige, feige Würstchen sind.

  3. Wolfgang Salzmann

    Bis jetzt hat die Polizei noch keine Hinweise. Im November war es so schlimm, das die Polizei an zwei Tagen bei mir in der Firma war. Man hatte mit Entführung und Mord gedroht. Ich durfte bis Mitte Dezember keine Schritte alleine machen. Ich konnte mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, das es solche Deppen gibt. Was ist schlimmes daran, wenn schwuler Liebesroman zu einem Krimi wird und der Kommissar sich nicht nur für die schwachen einsetzt, sonder auch noch der Gesellschaft den Spiegel vor hält. Aus diesen Gründen entstand auch der dritte Roman aus der Reihe und ich will den Arsch locken. Wenn er sich zu erkennen gibt reiße ich ihm seine …. ab. Mein Mann hatte mehr Angst wie ich und das kann ich gar nicht ab.


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