Bahn wirbt mit schwulem Fan

Ein neuer Spot der Deutschen Bahn zur Fußball-Europameisterschaft macht alles richtig

Die Bahn macht sich direkt vor der Fußball-Europameisterschaft beliebt bei ihren LGBTI-Fahrgästen, und das trotz regelmäßiger Verspätung. Und zwar mit einem neuen Spot, für den man sich zwar bild.de als Exklusiv-Partner gesucht hat, der aber seit Mittwoch bei Youtube auch für alle verfügbar ist. Bild war sich, wenig überraschend, nicht zu schade mit der Schlagzeile: „Bahn bricht mit neuem Clip Tabu”, etwas inzwischen für viele Menschen zutiefst Selbstverständliches noch mal schnell zum Tabu hochzujazzen: Das es erstens schwule Fußballspieler, zweitens schwule Fußballfans und drittens eventuell mehr als nur Bewunderung zwischen ihnen geben kann.

Die Deutsche Bahn bricht gleich mehrfach mit den Erwartungshaltungen des Publikums und arbeitet so hübsch gegen Vorurteile.

Die Bahn macht mit ihrer kleinen „Fan himmelt Spieler an, aber Spieler ist gar nicht das nur angehimmelte Idol, sondern auch der Mann, der den ihn anhimmelnden Kerl von Bahnhof abholt und mit ihm Händchen hält”-Geschichte alles richtig, bricht gleich mehrfach mit den Erwartungshaltungen des Publikums und arbeitet so hübsch gegen Vorurteile und für Sichtbarkeit von LGBTI in allen Lebenslagen. Einzige Wermutstropfen: Der Spot soll nur im Netz eingesetzt werden. Dabei wäre eine hübsche 30 Sekunden-Fassung davon uns in jeder Halbzeitpause während der Europameisterschaft sehr willkommen. Und natürlich würden die beiden Jungs sich zur Begrüßung am Bahnhof eigentlich küssen, statt sich nur in den Arm zu nehmen. Soviel Zuneigung unter Fußballern war der Bahn dann vielleicht doch ein bisschen viel.

Foto: BBDO


11 Kommentare

  1. Michael Krupke

    Ja, das Ende von dem Spot ist schon sehr züchtig. Um ja nicht mit einem „schwulen” Kuss irgendjemanden vor den Kopf zu stossen? Naja, aber es ist ein Schritt nach Vorne. #itgetsbetter

  2. Tim Alberts

    Der Spot ist echt klasse nur das Ende irgendwie nun ja da fehlt der Kuss…ich kenne kein Paar das sich so begrüßt am Bahnhof und schon gar nicht nach diesen sonst sehr emotionalen Scenen ABER dieser Spot ist schon mal ein guter Anfang ??

  3. Tobias Kersten-Bittner

    Das der Kuss fehlt, macht den Spot leider realistischer. Denn diverse Studien belegen ja, das gleichgeschlechtliche Paare in den Öffentlichkeit viel seltener Zärtlichkeiten austauschen, da sie Beschimpfungen und Gewalt fürchten.


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