Bermuda lehnt Eheöffnung ab

Das britische Hoheitsgebiet hielt das Referendum parallel zum Brexit-Vote ab

Gleich auf zwei Inselstaaten des britischen Hoheitsgebiets wurden gestern wichtige gesellschaftliche Fragen per Abstimmung geklärt. Während die Briten wählen konnten, ob ihr Land weiter Mitglied der Europäischen Wirtschaftsunion bleiben wird (MÄNNER-Archiv), entschieden sich die 65000 Einwohner der Bermuda-Inseln im Atlantik am Donnerstag zwischen zwei anderen Fragen. Die lauteten: „Sind Sie für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Bermuda?“ und „Bevorzugen Sie die Einführung eingetragener Lebenspartnerschaften für LGBT in Bermuda?“ Im Moment kann man als LGBTI-Paar in Bermuda weder das eine noch das andere haben.

69 Prozent aller Wähler, die sich an dem Referendum beteiligten, lehnten die Öffnung der Ehe ab, 63 Prozent auch die eingetragene Partnerschaft.

Die Abstimmung auf Bermuda fiel eindeutig aus, leider. 69 Prozent aller Wähler, die sich an dem Referendum beteiligten, lehnten die Öffnung der Ehe ab, 63 Prozent auch die eingetragene Partnerschaft. Allerdings nahmen von den 44367 registrierten Wahlberechtigten in Bermuda nur 20804 überhaupt an der Abstimmung teil. Damit liegt die Wahlbeteiligung bei nur 46, 9 Prozent. Man benötigt für eine gültiges Referendum aber mindestens 50 Prozent aller Wahlberechtigten.

Ich glaube, es ist wichtig, das wir im Jahr 2016 niemanden mehr diskriminieren.

Premierminister Michael Dunkley hatte Medien gegenüber angekündigt, sich mit seiner Stimme für die eingetragene Lebenspartnerschaften einzusetzen. Er sagte: „Ich respektiere auch konservative Meinungen, bin aber für die Durchsetzung der Menschenrechte. Ich glaube, es ist wichtig, das wir im Jahr 2016 niemanden mehr diskriminieren. Ob ich persönlich die Art wie jemand lebt begrüße oder nicht, spielt keine Rolle. Für mich als Mensch ist es aber wichtig, die Rechte anderer Menschen auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu respektieren. Deswegen werde ich am Donnerstag mit Ja stimmen.“

Sollte die Abstimmung positiv verlaufen, rechnen Experten mit einer Gesetzesänderung in Bermuda noch in diesem Jahr.

Bermuda hat erst vor zwei Jahren ein Gesetz eingeführt, das Diskriminierung aufgrund von sexueller Identität untersagt. Geschlechtsidentität ist nicht enthalten, so dass Trans* weiter ungeschützt leben müssen. Legalisiert wurde Homosexualität auf den Bermuda-Inseln erst 1994. Die britischen Hoheitsgebiete Wales, Schottland und England haben die Ehe schon 2013 gemeinsam geöffnet, nur in Nord-Irland konnte man sich dazu nicht durchringen. In vielen der vierzehn Überseegebieten, die der britischen Krone unterstehen, ist die Lage noch lange nicht so entspannt. Trotz des misslungenen Referendums, rechnen Beobachter damit, dass sich die Menschenrechtslage füt LGBTI auf Bermuda in den nächsten Jahren weiter verbessert.

Foto: Fotolia/Konstiantyn

 


3 Kommentare

  1. Sascha Böcker

    Wenn das so weiter geht dann dürfen wir bald gar niks mehr! Ich lese es jeden Tag es wird immer mehr auf uns Homosexuellen eingedroschen mit dem Worten : Schwule zeigen sich zu sehr in der Öffentlichkeit, Schwule sollen Strafe zahlen gar weg gesperrt! Seit dem Anschlag auf Orlando folgen weitere was soll das ? Wir alle sind doch Menschen oder? Wir sind doch keine Tiere! !!!


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