Young boy at school thinking about problem solution. Inspiration

Der giftige Gender-Geist

Besorgte Eltern - in Bayern und Europa

UPDATE (20.7.2016) Sie nennen es „Weckruf-Demo“, ihr Ziel: „Stoppt Gender und ‚Sexualpädagogik der Vielfalt‘ in Bayerns Schulen! Am kommende Sonntag um 14 Uhr soll sie nun stattfinden, die Demo für alle in München. Zur Gegendemonstration rufen München ist bunt!, das Aktionsbündnis Vielfalt statt Einfalt, und die Kundgebung „Vielfalt für alle“ (Facebook-Event). Treffpunkt ist am Sonntag, den 24.7.2016 um 12.30 Uhr am Richard-Strauß-Brunnen (Neuhauser Straße 8).

 

Der homophobe Aufmarsch der „Demo für alle“ sollte schon im Juni stattfinden. Doch wie schon zweimal zuvor haben die „besorgten Eltern“ ihre Demonstration (für alle, denen eine vielfältige Gesellschaft Angst macht und die sich dem Kampf gegen Homophobie verweigern) kurzfristig abgesagt. Stattdessen versammelten sich auf dem Stachus zu einer Gegenkundgebung zahlreiche Menschen, die Regenbogenfahnen schwenkten.

Demo für alle

Hedwig von Beverfoerde, Sprecherin der Initiative Familienschutz (Foto: Imago/Müller-Stauffenberg)

Sexualerziehung hilft Kindern und Jugendlichen, ihre geschlechtliche Identität sowie sexuelle Orientierung zu finden und anzunehmen

Man darf die Absage der Demo nicht falsch verstehen, etwa als Rückzug. Hinter den Kulissen wird fleißig weiter agitiert. So hat sich in Bayern eine Elterninitiative gegründet, die gegen die Neufassung der schulischen Richtlinien für Familien- und Sexualerziehung aktiv werden will. Die bisher gültigen Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung stammen aus dem Jahr 2002 und wurden überarbeitet – um das Kapitel „Prävention von sexuellem Missbrauch“ zu aktualisieren und die Themen sexuelle Orientierung und sexuelle Identität angemessen zu verankern. Im Richtlinienentwurf steht u. a. „Sexualerziehung in der Schule begleitet den körperlichen, geistigen und seelischen Reifungsprozess der Kinder und Jugendlichen und […] hilft ihnen […], ihre geschlechtliche Identität sowie sexuelle Orientierung zu finden und anzunehmen.“ Klingt eigentlich gut. Findet die „Elternaktion Bayern – Gegen Gender-Ideologie und Sexualisierung an Bayerns Schulen“ aber gar nicht und hat darum Kontakt mit Hedwig von Beverfoerde, der Mit-Organisatorin der „Demo für alle“, aufgenommen und auch eine erste Aktion angekündigt.

Post an Seehofer

Aufgeschreckt hat die Elternaktion einen Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und die CSU-Mitglieder im Bildungsausschuss des Landtages geschickt. Jedenfalls behaupten sie das. Leider hat sich keines der von MÄNNER angefragten CSU-Mitglieder geäußert.

In dem Brief heißt es:

Der Bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle, CSU, will die Gender- und Vielfalts-Ideologie in Bayerns Schulen bringen!

„Noch in diesem Schuljahr will der Bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle, CSU, die Gender- und Vielfalts-Ideologie in Bayerns Schulen bringen – ohne Not! In Bayern regiert die CSU ganz allein, sie muß keinem Druck eines roten oder grünen Koalitionspartners stattgeben. Und trotzdem: Im Entwurf zur Neufassung [..] wimmelt es von sattsam bekannten zweideutigen Gender-Vokabeln und Formulierungen, die der Sexualpädagogik der Vielfalt auch an bayerischen Schulen die Tür öffnen.“

„Expertin“ Kelle findet Entwurf besorgniserregend

Die Beverfoerde-Freundin Birgit Kelle, die in dem Brief als „bekannte Gender-Expertin“ bezeichnet wird, habe die neuen Entwürfe „sehr genau unter die Lupe genommen“. Das Ergebnis sei „durchaus besorgniserregend“: Zwar finde sich auch viel Gutes in den neuen Entwürfen, allerdings seien das fast ausnahmslos Formulierungen aus den alten Richtlinien. „Doch von dem, was jetzt neu dazukommen soll, atmet vieles den giftigen Geist von Gender und Sexualisierung, den wir aus anderen Bundesländern nur zu gut kennen.“

Derweil läuft die Europäische Bürgerinitiative „Mum Dad & Kids / Vater, Mutter, Kind“, die sich den „Schutz von Ehe und Familie“ auf die Fahne geschrieben hat – koordiniert von Frau von Beverfoerde. Auch in Deutschlands Nachbarländern liefen die Bemühungen auf Hochtouren, berichtete von Beverfoerde in einem Brief an andere besorgte Eltern. Das Ziel sind eine Million Unterschriften, um „eine klare und präzise Definition von Ehe und Familie im EU-Recht“ durchzusetzen. In Deutschland benötigt man eine Mindestzahl von 75.000 Unterstützern. Wir haben bei Hedwig von Beverfoerde angefragt, wieviel man schon beisammen hat. Bisher hat sie nicht geantwortet.

Titelbild: Fotolia


12 Kommentare

  1. Stefan Burger

    Alles in den Gender-Topf zu werfen und vor den vermeintlichen Gefahren von Gender zu warnen, klingt natürlich erst mal weit weniger offensichtlich homophob, als Kinder direkt vor Schwulen und Lesben zu warnen, obwohl es auch in Bayern um das Thema Vielfalt geht. Den Trick nutzt die „Demo für Alle“ ja auch schon länger.

  2. Andree Keppler

    Ich find ja schon immer bei den Damen bemerkenswert, das sie ja zu meist zu den EU kritischen Kreisen gehören (AfD). Nun soll aber die EU eine gemeinsame Definition von Familie finden. Das ist so perfide. Ich kann doch nicht verlangen, die EU in ihrer jetzigen Struktur abzuwickeln um mehr nationale Entscheidungen treffen zu können, aber gleichzeitig versuchen die EU zu ermuntern diese, doch sehr wiederwertige Definition von Familie einzubringen. Mal abgesehen von dem ganzen gequatsche von Homolobby und einfluß von Gender . Wenn wir soviel Einfluß hätten, währe Frau Merkel besser angezogen. Es gibt ja schon seit einer ganzen weile diesen Entwurf, was Familie heißen soll. Es ist herabwürdigend gegenüber allen die nicht unter den Begriff fallen, aber trotzdem mit liebe, Soziale Verantwortung für ihr selbstbestimmtes Leben mit allen Menschen die dazu gehören übernehmen. Die Demo für (nicht)alle und iher Hintermänner und Frauen und Unterstützer sollten sich schämen.

  3. Siri Wolf

    Gender : die durch Gesellschaft und Kultur geprägte Geschlechtseigenschaft! hmm , hab ja schon immer gewußt das Männer nicht logisch denken können! Und von Technik haben sie auch keine Ahnung! 😀 Wenn die nix anderes zu tuen haben.. lasst sie doch mit nem Weihwasserkesselschen losziehen.. vielleicht hilft es?

  4. Roman Hoffmann

    Die versuchen halt das deutsche Nazi-Gen zu reaktivieren.
    .
    Und das rückständige kackbraune Deutschland will ein Vorbild für Europa sein?!

    EU-Nazideutschland soll sich mal Großbritannien als Vorbild nehmen


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