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Bischöfe begrüßen Diskriminierung

Die EU-Bischofskommission freut sich über ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte

Am Dienstag, zwei Tage nach dem Attentat von Orlando, hatte die Europäische LGBTI-Community es dann schriftlich: Die offene Ehe ist kein Menschenrecht und Staaten, die der EU angehören, sind nicht verpflichtet, die Ehe zu öffnen. So hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem aktuellen Fall entschieden. Es genüge, wenn solchen Paaren „juristisch vergleichbare Institutionsformen, etwa eingetragene Lebenspartnerschaften” angeboten würden. Zwei französische Männer hatten geklagt, weil ihre 2004 von einem Standesbeamten eingetragene Ehe, auf Drängen eines Staatsanwaltes wieder annulliert worden war. Das Gericht berief sich bei seiner Entscheidung auf Artikel 12 der Europäischen Menschenrechtskonvention, in dem festgehalten ist, dass „Männer und Frauen das Recht haben, zu heiraten und eine Familie zu gründen”.

Die Richter wiesen darauf hin, dass in der Menschenrechtskonvention die „traditionelle Ehe verankert sei, nämlich die Lebensgemeinschaft von einem Mann und einer Frau.

Das Gericht in Straßburg konnte nicht erkennen, dass sich daraus ein Menschenrecht auf Eheschließung auch für gleichgeschlechtliche Paare ergibt. Die Richter wiesen darauf hin, dass in der Menschenrechtskonvention die „traditionelle Ehe verankert sei, nämlich die Lebensgemeinschaft von einem Mann und einer Frau.” In Frankreich könnten gleichgeschlechtliche Paare seit 2013 ohnehin heiraten, davon sollte einfach auch dieses Paar Gebrauch machen. Jedes europäische Land sei frei darin, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen oder das nicht zu tun, eine Verpflichtung durch die Menschenrechte existiere nicht. Die Europäische Menschenrechtskonvention auf die sich die Richter bei ihrer Entscheidung berufen haben, wurde 1950 verabschiedet und trat 1953 in Kraft. Da waren es noch 38 Jahre bis zu Abschaffung des Paragrafen 175 in Deutschland und fast 40 bis das erste europäische Land die Ehe öffnete.

Diskriminierung ist keine gute Tradition. Und alles andere als Gleichberechtigung ist Diskriminierung.

Vielleicht deswegen wurde die Entscheidung des EGMR von einer Institution begrüßt, die geistig auch noch in den 1950ern lebt: Die EU-Bischofskommission COMECE lobte das Urteil, wonach Staaten die Eheöffnung verweigern dürfen. Die Entscheidung lege erneut dar, dass es nicht diskriminierend sei, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare einzuschränken, erklärte die COMECE am Mittwochabend in Brüssel. Die Ehe als exklusives Rechtsinstitut für Mann und Frau sei zentral für nationale Identitäten und bestimmte Traditionen einzelner Länder. Die Kommission verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, der EGMR werde diesen Ansatz auch zukünftig weiter verfolgen. Dazu Volker Beck, MdB Bündnis90/DieGrünen: „Die Ehe ist ein weltlich Ding, zumindest im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Diskriminierung ist keine gute Tradition. Und alles andere als Gleichberechtigung ist Diskriminierung. Die staatliche Gesetzgebung im Ehe- und Familienrecht gründet auf Werten wie Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit und dem Schutz von Ehe und Familie, aber nicht auf dem sakramentalen Verständnis der Ehe oder Naturrechtslehre des Thomas von Aquin. Daher ist der immer häufiger scheiternde Versuch katholischer
Bischöfe, die staatliche Ehe nach katholischem Verständnis auch zivilrechtlich zu prägen und homosexuelle Paare davon auszusparen, ein Ärgernis.” Die Erwartungshaltung der deutschen Community gegenüber der katholischen Kirche hatte der LSVD im September klar formuliert. (MÄNNER-Archiv)

Foto: Paolo Bona/Shutterstock


113 Kommentare

  1. Meik Krain

    Die Deppen sollten erstmal vor ihrer eigenen Tür kehren. Ich glaube da sind die verklemmten genug beschäftigt. Bis sie irgendwann mal das Gras von unten wachsen sehen. Es ist erbärmlich das 2016 noch so Gehirnlose Menschen sich Laut äussern dürfen.

  2. Eugen Volk

    Der Europäische Gerichtshof tritt für die Rechte aller Europäer ein! Was schreibst du den für einen Blödsinn? Nur weil einem ein Urteil nicht passt, stellt man sich doch nicht gleich ganz dumm und stur wie ein Esel …

  3. Wolfgang Schmidt

    Doch! man muss sie sehr ernst nehmen! Sie erhalten das verlogene, unterdrückende System weltweit und erhalten für sich und ihresgleichen den Machtmissbrauch, Ausbeutung und Unterdrückung

  4. Carsten Uesbeck

    Und darüber freuen sich die Klemmschwestern, die laut ihrer religiösen Überzeugung nichtmal mit einem anderen Menschen anbandeln dürfen… finde den Fehler… das ist schon grenzwertig bis schizophren.

  5. Tatonka Tom

    war ja mal wieder arsch klar das die katholische sektenführung was dagegen hat
    also ganz erlich aber mein glaube gehört schon lange den satanismuss an weil satan ist das egal 😀

  6. Ruth Grieser

    Die Ehe ist von Gott verordnet das haben Adam und Eva schon begriffen und so soll es auch für die Nachkommen dieser Erde sein.Die Katholische Kirche hat die Ehe für Priester abgesagt hätten sie nicht ihre eigene Regeln gemacht gebe es die schlimmen Vergehen nicht.


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