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Internationale Lusttropfen

Wir trinken uns um die Welt

MÜNCHEN

Servus aus München – der Stadt, deren schwules Nachtleben schon glänzendere Zeiten erlebt hat. Doch auch wenn die Zahl der Clubs und Bars in den letzten Jahren empfindlich geschrumpft ist, an einer Veranstaltung ist nicht zu rütteln. Der sonntägliche Gay T-Dance ist aus dem schwulen Terminkalender der Stadt nicht wegzudenken. Die traditionelle Party zog vor etwa einem Jahr wegen Renovierungsarbeiten vom Café am Hochhaus ein paar Meter weiter in die neue Registratur. Geändert hat sich aber – trotz größerer Fläche und edlerem Ambiente – nichts am beliebten Konzept: Ein entspannter Wochenendausklang zu elektronischer Musik und zwei, drei kühlen Drinks. Denn Drinks können sie gut, die Jungs von der Registratur. Barkeeper Hung (Titelfoto), stets behighheelte Institution des Gay T-Dance, empfiehlt dieser Tage den Twisted Fizz. Die Gin-Kreation wurde von seinem Kollegen Conrad erfunden, der nach einem Hongkong-Aufenthalt begann mit Zitronengras zu experimentieren. Das verleiht dem Twisted Fizz, der sich zudem aus Soda, Maraschino, Limette, Peychaud’s Bitter und hausgemachtem Maracuja- und Grapefruitsirup zusammensetzt, die herbe Note, die „etwas in die Ferne trägt“. Und wegen der man beim Gay T-Dance gerne ignoriert, dass gleich schon wieder Montag ist. Cheers!

TEL AVIV

Manche Getränke sind weniger zum Trinken da, als um danach zu suchen. Tubi 60 ist so eins. Ein israelischer Mythos. Zu bekommen ist es nur in wenigen  Szene-Hotspots, destilliert wird es in einem geheimnisvollen Wohnblock in Haifa, die Zutaten werden von manchen mit Zitrone und Honig benannt, von anderen mit Salbei, Rosenblättern und Rosmarin. Nur beim Alkoholgehalt sind sich alle einig. 40 Prozent hat das gelb-grüne Gebräu. Deshalb genießt man es meist im entschärften Alkopopformat. Als Besitzer der queeren Underground-Bar „Anna LouLou“ hat Niv seine eigene Geschichte mit dem verbotenen Tropfen. „Ich persönlich finde Tubi 60 scheußlich, aber viele Leute schwören drauf“, erzählt er. „Bei uns im Laden mixen wir es mit Soda und Bitter Lemon. Meist wird diese Mische als Kurzer angeboten, seltener wird die Cocktailvariante auf Eis gefordert.“ Fest steht, dass man mit jedem Schluck Tubi 60 ein Stück israelische Geschichte mittrinkt. Schließlich ist es nach dem 2011 verstorbenen israelisch-arabischen Kommunistenführer Tawfik Toubi benannt, der Mitglied der ersten Knesset war. Den verbotenen Rest erfährt man bei Niv im Anna Loulou. (Wir wissen nicht, was das israelische Model Elias Cohen trinkt, aber der Mann sieht sicher verdammt sexy dabei aus – MÄNNER-Archiv).

BRIGHTON

Cocktails

Marine Tavern Brighton

Oh Britannia! Was verdanken wir Deiner berühmten Küche: Immerhin Fish and Chips und Lammkeule in Pfefferminzsoße – und natürlich Pudding! Und der ist doch eigentlich viel zu schade, um nur als Nachspeise verputzt zu werden. Der Pub Marine Tavern in Brighton dachte ähnlich und ließ sich von Pudding zum Drink „Triffle“ inspirieren, der sich herrlich zum Vorglühen eignet. In einem 2-cl-Glas ersetzt Grenadine mit Erdbeergeschmack die Erdbeer-Götterspeise des traditionellen Puddings, darüber wird Advocaat Eierlikör gegeben (statt Vanillesoße), oben drauf gibt es etwas geschlagene Sahne und zur Deko Zuckerstreusel. Ganz ähnlich wie der klassische Pudding macht der Triffle schnell süchtig: „Allein gestern Abend habe zehn oder 12 davon getrunken“, erinnert sich Barkeeper Rob. Das letzte Stündlein für langweilige Standardshots wie Sambuca hat in Brighton damit offenbar endgültig geschlagen. Und auch für die Bar hat sich die Erfindung gelohnt, glaubt Rob: „Jeder will den Triffle wenigstens probieren – und fast alle kommen wieder.“ (Was man sonst noch über Brighton wissen muss – MÄNNER-Archiv.)

ZÜRICH

Für die schwullesbische Hochzeitsmesse „Colored Love“ in Zürich hat der Schweizer Cocktailkönig René Kenner im Frühjahr zwei Drinks kreiert: den „Valentine‘s Shot“ und den „Swissmopolitain“: Beide zum Verlieben köstlich. Vorspiel: Für den „Valentine‘s Shot“ ein Schnapsglas mit 1 cl Kirschlikör befüllen und vorsichtig am Glasrand entlang mit 1 cl klarem Wodka auffüllen. Likör und Wodka dürfen sich dabei nicht vermischen. sodass zwei Schichten entstehen und beim Trinken der Wodkabrand vom süßen Aroma vollreifer Kirschen abgelöst wird. Es folgt der Liebesakt: Für den „Swissmopolitain“ werden 4 cl Wodka, 2 cl Apfellikör, 2 cl Limettensaft und 4 cl Cranberrysaft in einen Cocktailshaker gegeben und durchgeschüttelt. Die Mische in einem Martiniglas servieren. Der Rest ist Genuss.

Titelfoto: Registratur


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