Sam_Johnson

Coming-out wegen Orlando

18-jähriger Fußballer wendet sich in einem Brief an Freunde und Familie

„Ich war sehr lange still. Ich habe zugehört, habe beobachtet und überlegt, was ein guter Zeitpunkt oder der richtige Ort dafür wäre. Dann habe ich entschieden: Jetzt muss es sein“, schrieb der 18-jährige Sam Johnson aus Seattle in einem Brief, der auf der Seite outsports.com veröffentlicht wurde. „Ihr wisst alle, was in Orlando passiert ist, und ganz gleich, wie Ihr darüber denkt: Da ist ein Mann in eine Bar gegangen und hat auf Leute aus der LGBTI-Community gezielt und sie getötet und das ist eine Tatsache. Man wächst auf, hat Angst vor dem, was man ist, und irgendwann arrangiert man sich. Und dann passiert sowas, und man geht dahin zurück, wo man vorher war.“

Gut in der Schule, sehr sportlich

Coming-out

Foto: Facebook

Sam Johnson ist sowas wie der Joshua Kimmich von Seattle. Eine große Fußballhoffnung, aufgewachsen in einem Vorort, in einer streng katholischen Familie mit zwei älteren Schwestern. Immer für andere da, aktiv in der Kirche, gut in der Schule, sehr sportlich. Ab Herbst geht er aufs College. Dass er schwul ist, ahnte kaum jemand. Bis er sich nach dem Blutbad im Schwulenclub „Pulse“ (MÄNNER-Archiv) entschied, offen mit seiner Sexualität umzugehen.

Du veränderst die Welt!

„Versetz Dich mal in die Mütter, Väter und Geschwister der Pulse-Besucher, die nicht mehr heimkommen“, schreibt er weiter in seinem Brief. „Versetz Dich mal an die Stelle derer, die ständig auf der Hut sind, immer in Angst leben, ihre Liebe auszuleben und dazu zu stehen, zu lieben, wen sie lieben.“

Der schwule YouTube-Star Tyler Oakley gratulierte Sam via Twitter zu seinem Coming-out: „Du veränderst die Welt – das kannst Du Dir gar nicht vorstellen.“

Stars wie Janet Jackson und Melissa Etheridge haben Tribute-Songs für die Opfer von Orlando veröffentlicht  (MÄNNER-Archiv).

Titelbild: Outsports.com 


23 Kommentare

  1. Frank Sawartowski

    Dennis Boeff Der Post war wirklich unangebracht. Gerade als Fußballer sich zu outen ist leider heute immer noch ein großes Wagnis und bedarf viel Mut, da brauch man es echt nicht auch noch verhöhnt zu werden.


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