Dresden, Deutschland

Die AfD in Sachsen bemerkt den CSD

Und der Dresdner CSD e.V. beweist Humor im Umgang mit den Rechtskonservativen

Der Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Verbraucherschutz, Gleichstellung und Integration im Dresdner Landtag, André Wendt, ist Mitglied der AfD, und tritt laut seines Wikipedia-Eintrages für „die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft, ständige Grenzkontrollen und die ‘sofortige Abschaffung der Rundfunkzwangsbeiträge'” ein. Und er kümmert sich auch sonst um die ganz großen Brocken der sächsischen Landespolitik. Zum Beispiel darum, dass seine Partei nicht beim CSD in Dresden dabei war. Was er offensichtlich nicht nachvollziehen kann. Denn André Wendt hat deswegen eine kleine Anfrage gestellt, in der es unter anderem heißt: „Am 28.5. fand die Parade zum Christopher Street Day statt. Bei der Parade sind auch LKWs mitgefahren, welche Banner der Parteien ‘Die Linke’ und ‘SPD’ hatten.” (Kurzer Einschub unseres Korrektors: „Banner ‘hat’ man nicht. Schon gar nicht als LKW.”)

Oder, auf Deutsch und satirisch: „Warum war die AfD nicht beim CSD dabei? Und gab es eine Verschwörung, an der die Regierung beteiligt war, um das zu verhindern?”

Wendt weiter: „Außerdem waren mehrere Parteien mit Informationständen zugegen. Fragen an die Staatsregierung: 1. Wurde der Christopher Street Day aus Landesmitteln bezuschusst? 2. Wurden die Banner oder Infostände in irgendeiner Weise, auch mittelbar, durch Landesmittel finanziert? 3. Gab es seitens der Staatsregierung Aufforderungen zur Teilnahme an der Veranstaltung mit Infoständen?” Oder, auf Deutsch und satirisch: „Warum war die AfD nicht beim CSD dabei? Und war es ein Komplott an dem die Regierung beteiligt war, dass das verhinderte?”

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Der CSD. e.V. Dresden, der einen ohnehin schwierigen CSD hatte (MÄNNER-Archiv), behält die Nerven und antwortet Wendt auf seiner Facebook-Seite so: „Sehr geehrte Damen und Herren der Fraktion der AfD im Sächsischen Landtag, wir freuen uns, dass Sie, mehr als eine Woche nach der Demonstration, auch mitbekommen haben, dass der 23. Christopher Street Day in Dresden für Sachsen stattgefunden hat. Wie Sie ja selber mitbekommen haben, haben alle demokratischen Parteien im Land Sachsen mit eigenen Trucks und/oder Infoständen an den Demonstrationen teilgenommen.
Glauben Sie wirklich eine Demonstration (es ist keine Parade) dieser Größenordnung findet ohne die Staatsregierung statt? Es waren selbstverständlich Mitglieder der Staatsregierung und Landtagsabgeordnete aller Fraktionen anwesend – Sie ja scheinbar auch, nur nicht sichtbar – da stellt sich uns natürlich die Frage, wie Sie sich zu diesem Thema positionieren – Sie haben ja leider auf unsere Anfragen NIE reagiert! Um so mehr wundern wir uns über Ihre „kleine Anfrage”! Ein Tipp: Der Begriff Einladung kommt von eingeladen -und dies werden wir, bei den Äußerungen Ihrer Partei, nicht tun!” Das hätte man auch deutlich kürzer sagen können, aber so ist auch schön.

csd-dresden.de

Foto: Fotolia/santosha57


16 Kommentare

  1. Jörg Schiefer

    Das ist echt zu Dumm 🙂 Ich dachte immer in der AfD wären Professoren usw. Naja und ich als nicht Studierter kann nur über diese Intelligenz dieser Leute lachen 🙂

  2. Thomas Müller

    die waren bestimmt zwei Tage zu spät da ja das Volk nur am Montag Abend Ausgang hat. Ausserdem haben die bestimmt nichts gutes und passendes an zu ziehen immer nur Mausgrau oder Springerstiefel das wäre ja für die bunte ausgelassene CSD Parade ein Kulturschock gewesen und die AfD/Pegida Wanderer hätten bestimmt mit so viel Akzeptanz in der Gesellschaft nicht umgehen können.

  3. Tatonka Tom

    da fragen die noch?
    zurecht das die eine partei net dabei war
    meinetwegen sollen sie auch in zukunft sich aus lgbt freundlichen veranstaltungen fern halten

  4. Bernhard Kreiner

    denke aber schon das bisher jede regierung in deutschland homosexuellen die 1:1 rechte verweigern sind die anderen parteien wohl kaum vile besser- man kann eher sagen die afd ist nur gering homophober als die restlichen parteien im bundestag oder bundesrat–bis auf die linke waren alle regierungsparteien und alle haben bei der rechtsherstellung versagt- meckern auf hohem niveau

  5. Thomas Sheldon

    Diktatorin Merkel hat uns die AfD eingebrockt. Beide verhindern die Gleichstellung von Homos. Angie soll nun auch gefälligst die Rechte Suppe auslöffeln !

  6. Frank La Biel

    Über die AfD lacht man nicht, da muss ich meinen Vorredner widersprechen! Die AfD inklusive Mirko Welsch, welcher sich zum Bundessprecher der Schwulen in der AfD selbst ernannt hat, ist für uns Gays eine riesen Gefahr! Wir sollten alle gemeinsam und geschlossen dieser Gefahr trotzen uns solidarisch zusammenraffen auch wenn es in der Gayszene nicht beliebt ist, sich zusammen zu raufen. Wir dürfen diese Rassisten niemals auf unsere Straßenfeste lassen ,niemals an unsere Umzüge Prides und Festivals teilhaben lassen und niemals ihnen das Wort geben und Ihnen erlauben sich gegen alles zu stellen was unsere Community ausmacht und wofür tausenden vorher gelitten haben, damit wir heute so leben dürfen wie wir es tun. Diese Menschen von der AfD sind so voller Hass und Missgunst ….. Dieses Volk gehört abgestraft und das ganz entschieden und ohne Kompromisse!


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