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Eine Lanze für den niedlichen Mann

Stefan Konarske, Martin Freeman und Kevin Hart!

Schon klar, Männlichkeit gibt es in allen Farben und Formen. Und trotzdem neigen wir dazu, all die Kerle dieser Welt immer in eine recht überschaubare Anzahl von Schubladen zu stecken, die sich dann besonders leicht sortieren lassen. Es läuft bei Datings-Apps genauso wie beim Abchecken auf Partys, bei Pornos genauso wie im Kino, wo je ebenfalls in erster Linie eher die Wunschträume der Zuschauer bedient als die Realität abgebildet werden sollen.
Auch aktuell gibt es auf der Leinwand wieder die gleichen Archetypen der Kerligkeit zu bewundern, die – so wird es zumindest suggeriert – den Großteil des Publikums am meisten ansprechen: den distinguierten Gentleman (Pierce Brosnan in „Professor Love“) und den jungen Schönling (Douglas Booth in „Stolz und Vorurteil und Zombies“, Sam Claflin in „Ein ganzes halbes Jahr“), den Bären (Russell Crowe) und den Hipster (Ryan Gosling) in „Nice Guys“ (mit Matt Bomer als Killer – MÄNNER-Archiv) sowie natürlich muskulöse Actionhelden verschiedener Spielarten (Idris Elba bis Travis Fimmel).

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Ryan Gosling in „Nice Guys“

Doch diesen Monat muss auch endlich eine Lanze gebrochen werden für einen, der sonst irgendwie viel zu selten beachtet und wenn, dann nicht gefeiert wird: den niedlichen Mann! Im wahren Leben ist er – nett, süß und witzig – gar nicht so selten, doch im Rampenlicht steht er selten. Dabei bereichern diese Kerle das Kino auf die unterschiedlichste Weise, wie sich aktuell mehrfach zeigt. Stefan Konarske (Titelbild), der schon im „Tatort“ von seinen Kollegen nie ganz ernst genommen wird, darf in der Satire „Outside the Box“ ein Arschloch sein, dem man kaum wirklich böse sein mag. Martin Freeman, in „Sherlock“ stets im Cumberbatch-Schatten, klopft in „Whiskey Tango Foxtrott“ Sprüche, die eigentlich viel zu lüstern für ihn sind. Selbst Kevin Hart fällt irgendwie in diese Kategorie. Der ist zwar im Hauptberuf Prollkomiker. Aber neben den Muskelmassen von Dwayne Johnson sieht er in „Central Intelligence“ mit seinen 1,63 m – nun ja – einfach niedlich aus.

Nachruf

Kino

In MÄNNER 6.2016 haben wir auch noch Anton Yelchin dazu gezählt. Anfang des Monats startete sein Film „Green Room“, und in vier Wochen kommt „Star Trek: Beyond“ ins Kino, da ist der gebürtige Russe an der Seite von Zachary Quinto (MÄNNER-Archiv) sehen. Erleben wird Yelchin Russe den Filmstart leider nicht mehr: Er starb am Sonntag im Alter von 27 Jahren bei einem Autounfall in Los Angeles.

Titelbild: www.agencesartistiques.com


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